Zusammenhang Insulinresistenz – Alzheimer

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Ein neue Studie belegt den Zusammenhang Insulinresistenz Alzheimer: das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, ist bei Insulinresistenz deutlich erhöht.

Dass Übergewicht und Fettleibigkeit das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen, ist bereits seit langem bekannt. Wissenschafter der Iowa State University warnen nun jedoch auch vor neurologischen Beeinträchtigungen. Im Zuge ihrer Untersuchungen entdeckten sie einen wichtigen Zusammenhang zwischen Insulinresistenz Alzheimer beziehungsweise Gedächtnisfunktion. Demnach sei das Alzheimer-Risiko im Zuge einer Insulinresistenz erhöht.

 

„Insulinresistenz wird auch als Prä-Diabetes bezeichnet und ist die Vorstufe zu Diabetes Typ-2,“ erklärt Auriel Willette, Wissenschafterin am Department of Food Science and Human Nutrition an der Iowa State University. „Bei Vorliegen einer Insulinresistenz, reagieren Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin – besonders stark betroffen sind dabei die Muskulatur, die Leber und das Fettgewebe.“

In Zusammenarbeit mit Co-Autorin Barbara Bendlin, analysierte Willette Gehirnscans von 150 Alzheimer-gefährdeten Erwachsenen mittleren Alters, die jedoch noch keine kognitiven Beeinträchtigungen aufwiesen. Diese Untersuchungsmethode ermöglichte es festzustellen, ob bzw. inwiefern eine Insulinresistenz die Blutzuckerverwertung in bestimmten Hirnarealen reduziert. Letzteres würde bedeuten, dass das Gehirn weniger Energie zur Verfügung hat, um Informationen zu verarbeiten, so Willette. Dabei lag der Fokus insbesondere auf Alzheimer-relevanten Hirnarealen.

„Ohne entsprechend hohen Energiepegel fällt es Betroffenen schwerer, sich Dinge zu merken bzw. ihre alltäglichen Aktivitäten zu meistern,“ so Willette. „Bei Alzheimer kommt es zu einer schleichenden Reduktion der Blutzuckerverwertung in bestimmten Gehirnarealen.“

Willette beschäftigte sich mit dem medialen Temporallappen. Hier liegen der Hippocampus sowie eine Reihe weiterer Strukturen, die anatomisch mit diesem verwandt sind: der entorhinale, der perirhinale und der parahippocampale Kortex. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass wir uns bewusst an Fakten und Ereignisse erinnern können. Auch für die Ausbildung des Langzeitgedächtnisses ist diese Hirnregion von Bedeutung. Außerdem handelt es sich hierbei um jene Gehirnregion, die besonders von Alzheimer betroffen ist.

Der Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Alzheimer ist insbesondere in Hinblick auf die Prävention ein wichtiger Aspekt. Das Risiko sei nicht zu unterschätzen, so Willette, denn Probleme mit der Blutzuckerregulation könnte kognitive Funktionen – auch bei jungen Menschen – negativ beeinflussen.

Übergewichtige und fettleibige Patienten auf Insulinresistenz zu untersuchen und frühzeitig entsprechend zu intervenieren, sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so die Forscher. Es gilt Betroffene über die mit Insulinresistenz verbundenen Risiken zu informieren – in Bezug auf Alzheimer gilt dies nicht nur für Diabetiker. Auch eine leichte bzw. mittelschwere Insulinresistenz könnte das Erkrankungsrisiko erhöhen. Es gilt Betroffene zu betreuen und die Entwicklungen der Demenz und Alzheimer zu beobachten, um besser zu verstehen wie sich diese auf kognitiven Funktionen auswirkt.

Quelle: Auriel A. Willette, Barbara B. Bendlin, Erika J. Starks, Alex C. Birdsill, Sterling C. Johnson, Bradley T. Christian, Ozioma C. Okonkwo, Asenath La Rue, Bruce P. Hermann, Rebecca L. Koscik, Erin M. Jonaitis, Mark A. Sager, Sanjay Asthana. Association of Insulin Resistance With Cerebral Glucose Uptake in Late Middle–Aged Adults at Risk for Alzheimer Disease. JAMA Neurology, 2015; DOI: 10.1001/jamaneurol.2015.0613

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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