Zusammenhänge zwischen Schlaganfall und Demenz

Die zahlreichen Wechselwirkungen eröffnen neue Möglichkeiten, Schlaganfall und Demenz gemeinsam zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. © Puwadol Jaturawutthichai / shutterstock.com

Die zahlreichen Wechselwirkungen eröffnen neue Möglichkeiten, Schlaganfall und Demenz gemeinsam zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. © Puwadol Jaturawutthichai / shutterstock.com

Zusammenhang zwischen Schlaganfall und Demenz: Risikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel sind praktisch identisch.

Unter dem Strich gehört der Schlaganfall nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen. Wobei weltweit immer häufiger jüngere Menschen von einem Schlaganfall betroffen sind. Neue Einsichten gibt es zu den Zusammenhängen zwischen Schlaganfall und Demenz. Dass die beiden neurologischen Erkrankungen ähnliche Risikofaktoren haben, eröffnet den Weg zu neuen gemeinsamen Strategien zur Vorbeugung.

Im Grunde genommen bergen Schlaganfall und Demenz auch Risiken füreinander. Und sie teilen einige der gleichen Risiko- und Schutzfaktoren. Grundsätzlich gelten 90 % der Schlaganfälle und 35 % der Demenzerkrankungen als vermeidbar.

Dem Thema Schlaganfall kommt auf internationaler Ebene, zum Beispiel im Rahmen des UN-Nachhaltigkeitsprozesses, schließlich jene Aufmerksamkeit zu, die diese Erkrankung verdient. Dies entspricht der enormen Schlaganfall-bedingten Krankheitslast. Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderung im Erwachsenenalter.“

 

Zusammenhang Schlaganfall und Demenz: Jeder Dritte bekommt im Laufe des Lebens zumindest eine von beiden

Immer wieder stehen in der Forschung die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Schlaganfall und Demenz im Mittelpunkt des Interesses. Jeder Dritte wird im Lauf des Lebens zumindest von einer der beiden Erkrankungen betroffen sein.

Es scheint zahlreiche Wechselwirkungen zwischen den beiden Krankheiten Schlaganfall und Demenz zu geben und die Risikofaktoren sind praktisch identisch – beispielsweise Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel. Das eröffnet auch neue Möglichkeiten, beide Probleme gemeinsam zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

 

Das große Potenzial der Vermeidung von Risikofaktoren gegen Schlaganfall und Demenz

In den vergangenen 20 Jahren hat die Schlaganfall-Häufigkeit in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen um 225 Prozent zugenommen, in den wohlhabenden Ländern hingegen ist sie um 42 Prozent zurückgegangen. Diese Daten zeigen, dass wohl nicht genetische Unterschiede für diese gegenläufigen Trends verantwortlich sind. Sondern die unterschiedlich konsequente Bekämpfung der Risikofaktoren.

 

Zusammenhang Schlaganfall und Demenz: Vom Herz zum Hirn

Auch neue Forschungsergebnisse zur Entstehung kryptogener Schlaganfälle – also von Schlaganfällen unklarer Ursache – stehen im Fokus der Forschung. Eine Studie unterstützte unlängst die Hypothese, dass bei vielen akuten kryptogenen Schlaganfällen der Ursprung des Blutgerinnsels im Herzen liegen dürfte.

Die Wissenschaftler untersuchten die Thromben von 145 Patienten, bei denen nach einem Schlaganfall eine mechanische Thrombektomie durchgeführt wurde. Eine Analyse ergab große klinische und strukturelle Ähnlichkeiten der Thromben bei kryptogenen und kardio-embolischen Schlaganfällen, also Schlaganfällen, bei denen sich das Blutgerinnsel im Herz bildet und dann ins Gehirn gelangt. Dies spricht für ähnliche Entstehungsmechanismen.

 

Moderne Neuro-Bildgebung: Neue Möglichkeiten für das Schlaganfall-Management – Thrombektomie bei akutem Schlaganfall, aggressive Blutdrucksenkung bringt Nutzen

Zu den wichtigsten neuen Entwicklungen in der Therapie des akuten Schlaganfalls gehört die zunehmende wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen der mechanischen Beseitigung von Thromben aus den Hirngefäßen. Immer mehr Studien haben zuletzt die hohe Wirksamkeit und Sicherheit der Thrombektomie beim akuten Schlaganfall gezeigt.

Eine wichtige Frage, die jetzt zu klären ist, betrifft das bildgebende Verfahren, das am besten bei dieser Intervention eingesetzt werden sollte. Neue Studienergebnisse sprechen in diesem Zusammenhang für den bevorzugten Einsatz von CT-Angiographie und CT-Perfusion.

Eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten sind dem Management akuter interzerebraler Blutungen gewidmet, also von Blutungen aus einem verletzten Gehirngefäß in das Gehirngewebe. Die dadurch ausgelösten Symptome und Schädigungen sind einem Schlaganfall sehr ähnlich. Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege, dass eine sofortige Blutdrucksenkung unter 140 mmHg Vorteile bringt. Und daher sollte man routinemäßig diese durchführen.


Literatur:

Hachinski V, Einhäupl K, Ganten D, Alladi S, Brayne C, Stephan BCM, Sweeney MD, Zlokovic B, Iturria-Medina Y, Iadecola C, Nishimura N, Schaffer CB, Whitehead SN, Black SE, Østergaard L, Wardlaw J, Greenberg S, Friberg L, Norrving B, Rowe B, Joanette Y, Hacke W, Kuller L, Dichgans M, Endres M, Khachaturian ZS. Preventing dementia by preventing stroke: The Berlin Manifesto. Alzheimers Dement. 2019 Jul;15(7):961-984. doi: 10.1016/j.jalz.2019.06.001. PMID: 31327392; PMCID: PMC7001744.

Pinkston JB, Alekseeva N, González Toledo E. Stroke and dementia. Neurol Res. 2009 Oct;31(8):824-31. doi: 10.1179/016164109X12445505689643. PMID: 19723451.


Quelle: http://www.wcn-neurology.com/

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