Zink und Vitamin B6: neue D-A-CH-Referenzwerte für die tägliche Zufuhr

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Zink und Vitamin B6 sollte von Kindern und Erwachsenen täglich aufgenommen werden. Nun gibt es neue D-A-CH- Referenzwerte zu diesen Nährstoffen.

Zink und Vitamin B6 spielen im menschlichen Organismus wichtige Rollen. Dementsprechend sind Zinkmangel und Vitamin B6-Mangel an verschiedenen Erkrankungen maßgeblich beteiligt.

Bekanntlich ist das Spurenelement Zink für den Menschen essenziell. Das heisst, dass es für uns zwar lebenswichtig ist. Allerdings kann es der Körper nicht selbst herstellen. Außerdem gibt es für Zink im Organismus keine klassischen Speicherorgane. Deswegen muss es der Mensch regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen, um Zinkmangel vorzubeugen.

Unter der Bezeichnung Vitamin B6 werden verschiedene vitaminwirksame Verbindungen zusammengefasst, wie z. B. Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist licht- und hitzeempfindlich. Als Coenzym ist Vitamin B6 als Cofaktor an über 100 Enzymreaktionen beteiligt. Einschließlich Aminosäurestoffwechsel, Kohlenhydratstoffwechsel sowie Fettstoffwechsel. Das Vitamin B6 soll auch eine wichtige Rolle bei der kognitiven Entwicklung spielen.

 

Neue D-A-CH-Referenzwerte für Zink und Vitamin B6

Unlängst haben nun die Ernährungsfachgesellschaften aus Deutschland (D), Österreich (A) sowie der Schweiz (CH) – D-A-CH – empfohlenen tägliche Menge von Zink und Vitamin B6 aktualisiert. Neu ist, dass die empfohlene Zufuhr von Zink für Erwachsene nun abhängig von der Höhe der Phytatzufuhr angegeben wird.

Denn eine hohe Zufuhr von Phytat, das vor allem in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vorkommt, kann die Bioverfügbarkeit von Zink um bis zu 45 % vermindern. Deshalb gibt es nun unterschiedliche Referenz­werte für die Zinkzufuhr. Und zwar abhängig von eineer niedrigen, mittleren und hohen Phytatzufuhr. Wobei eine vollwertige Ernährung eine mittlere Phytatzufuhr aufweist. Dabei empfiehlt man eine tägliche Zufuhr von 8 mg für Frauen und 14 mg für Männer.

Die empfohlene Vitamin B6.Zufuhr hängt jetzt mit dem Biomarker Pyridoxal-5‘-Phosphat (PLP) zusammen. Und nicht mehr wie zuvor anhand der Referenzwerte für Protein. Die aktuelle Studienlage weist darauf hin, dass der Vitamin B6-Bedarf bei einer üblichen Mischkost nicht von der Protein­zufuhr abhängig ist. Der Biomarker PLP ist die wesentliche Speicherform von Vitamin B6 in der Muskulatur. Zudem zirkuliert das Vitamin B6 auch im Blutplasma vor allem als Pyridoxal-5‘-Phosphat. Die aktualisierte empfohlene Vitamin-B6-Zufuhr liegt bei 1,4 mg pro Tag für Frauen und 1,6 mg pro Tag für Männer.

 

Zink – ein essentieller Nährstoff

Zink ist für den Menschen essentiell und maßgeblich am Protein-, Lipid-, Nukleinsäuremetabolismus sowie der Gentranskription beteiligt. Wobei die Rolle von Zink innerhalb des menschlichen Körpers sehr umfassend ist. Und zwar einerseits bei der Fortpflanzung, der Immunfunktion sowie der Wundheilung. Andererseits auch auf mikrozellulärer Ebene wie beispielsweise bei der Aktivität von Makrophagen, Neutrophilen sowie natürlichen Killerzellen.

Im Grunde genommen kommt das Spurenelement Zink in zahlreichen Lebensmittelgruppen vor. Darunter in Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, aber auch anderen Nahrungsquellen, obwohl die Absorption variiert.

 

Zinkmangel weltweit verbreitet

Übrigens kann Zinkmangel als Absorptionsstörung vererbt werden. Allerdings kann er einfach auch durch eine verminderte Aufnahme entstehen. Jedenfalls ist Zinkmangel weltweit verbreitet. Kommt jedoch meistens in den Entwicklungsländern vor. Dadurch wird der Körper anfälliger beispielsweise gegenüber von Infektionen, Entzündungen sowie Magen-Darm- und Hautproblemen (Haare, Nägel, Wundheilungsstörungen etc.). Die Behandlung erfolgt mittels zusätzlicher oraler Zinkzufuhr, was normalerweise rasch eine Besserung bringt. Dabei heilen 2 bis 3 mg pro Kilogramm und Tag häufig alle klinischen Manifestationen innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab.

Zu den zinkreichen Lebensmitteln gehören Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Meeresfrüchte, Geflügel, Hülsenfrüchte, Soja sowie rotes Fleisch. Ein übermäßiger Verlust tritt durch Verbrennungen, Hämodialyse, Hämolyse, Durchfall oder Harnverlust durch Alkoholkonsum oder Diuretika auf. Dies kann dann über Monate zu Zinkmangel führen. Wobei der Körper versucht dann kleine Vorräte an Skelettmuskeln, Knochen, Haaren, Leber, Gehirn und Haut nutzt.

 

Vitamin B6-Mangel vermeiden

Wasserlösliches Vitamin B6 ist in vielen Lebensmitteln weit verbreitet, einschließlich Fleisch, Fisch, Nüssen, Bohnen, Getreide, Obst und Gemüse. Darüber hinaus ist B6 in vielen Multivitaminpräparaten für Erwachsene und Kinder enthalten und wird Nahrungsmitteln als Ergänzung zu Frühstücksnahrungsmitteln, Kraftriegeln und Pulvern zugesetzt.

Ein Vitamin B6-Mangel kann bei jungen Menschen zu Krampfanfällen führen. Außerdem sind bei betroffenen Erwachsenen Hautausschlägen und psychische Veränderungen häufig. Weiter kann klinische Vitamin-B6-Mangel eine normozytäre Anämie, unspezifischen Juckreiz, Cheilitis (Lippenentzündung) mit schuppiger Lippenhaut und Rissen im Mundwinkel sowie Glossitis (Zungenentzündung) mit Schwellung der Zunge verursachen. Eine Depression kann ebenfalls mit einem schweren Vitamin B6-Mangel zusammenhängen.

Die Patienten mit einem Vitamin B6-Mangel profitieren allerdings normalerweise sehr rasch von einer Supplementierung.

Literatur:

Luke Maxfield; Jonathan S. Crane. Zinc Deficiency. StatPearls [Internet]. Last Update: March 18, 2019.

Mary J. Brown; Kevin Beier. Vitamin B6 Deficiency (Pyridoxine). StatPearls [Internet]. Last Update: January 26, 2019.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. – https://www.dge.de

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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