Wirkung von Antidepressiva durch Fischkonsum verstärkt

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Die Wirkung von Antidepressiva sowie die Ansprechrate auf bestimmte Antidepressiva kann durch regelmäßigen Fischkonsum verstärkt werden.

Patienten die unter schweren Depressionen leiden, werden in der Regel mit so genannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern behandelt. Diese entfalten ihre Wirkung direkt am Serotonin-Transporter und erhöhen die Serotonin-Konzentration in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns. Problematisch ist jedoch, dass etwa die Hälfte der von Depressionen betroffenen Patienten auf genau diese Behandlung nicht oder nicht ausreichend ansprechen. Der Konsum von fettreichem Fisch kann bei der Wirkung von Antidepressiva helfen. Dies behaupteten niederländische Wissenschafter im Zuge einer unlängst veröffentlichen Studie.

Veränderungen des Fettsäurestoffwechsels bei Depressionen

Die Wissenschafter untersuchten den Zusammenhang zwischen Depressionen und der im Blut vorhandenen Fettsäuren und Stresshormone, darunter auch das bekannte Stresshormon Kortisol. Ziel der Studie war es, biologische Vorgänge zu identifizieren, die mit Depressionen bzw. mit der Reaktion auf Antidepressiva zusammenhängen. Dabei kombinierten die Forscher zwei augenscheinlich nicht miteinander in Verbindung stehende Parameter: den Fettsäurestoffwechsel und die Regulierung von Stresshormonen.

Bemerkenswerterweise stellten wir bei depressiven Probanden Veränderungen des Fettsäurestoffwechsels fest. Diese veränderten metabolischen Vorgänge standen wiederrum unter dem Einfluss der Stresshormone.

Im Zuge der Studie verglichen die Wissenschafter weiters den Fettsäure- und Kortisolspiegel von 70 Patienten mit und 51 ohne Depressionen. Die unter Depression leidenden Probanden erhielten 6 x wöchentlich 20 mg eines Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers. Wenn ein Patient auf diese Behandlung keine Reaktion zeigte, wurde die Dosis sukzessive auf bis zu 50 mg/Tag erhöht.

Wirkung von Antidepressiva durch Abnormitäten des Fettstoffwechsels beeinträchtigt

Die Untersuchungen ergaben, dass Patienten, die unter schweren Depressionen litten und nicht auf den verabreichten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer reagierten, auch in Bezug auf den Fettsäurestoffwechsel Abnormitäten aufwiesen. Aufgrund dieser Beobachtung, wurde auch das Ernährungsverhalten der einzelnen Probanden untersucht. Da fettreiche Fische über einen hohen Fettsäuregehalt verfügen, war besonders der Fischkonsum der einzelnen Probanden von großer Bedeutung.

Je nach Ausmaß des Fischkonsums, wurden die Probanden in 4 Gruppen aufgeteilt. Interessant war, dass Probanden mit dem geringsten Fischkonsum am wenigsten auf Antidepressiva ansprachen, während Probanden mit dem höchstem Konsum die beste Reaktion auf die Medikation zeigten. Teilnehmer, die zumindest einmal pro Woche Fisch zu sich nahmen, verfügten eine 75 prozentige Chance auf Antidepressiva anzusprechen. Bei Probanden die jedoch nie Fisch konsumierten, lag diese Zahl bei 23 Prozent.

Zusammenhang zwischen Fettsäuren im Blut und Wirkung von Antidepressiva

Die aktuellen Ergebnisse ermöglichen es, einen Zusammenhang zwischen Fettsäuren im Blut und der Reaktion auf Antidepressiva herzustellen. Von einem kausalen Zusammenhang kann man jedoch bis dato nicht sprechen. Es gilt nun herauszufinden, inwiefern die von uns beobachteten Veränderungen des Fettsäurestoffwechsels und der Hormonaktivität spezifisch für Depressionen sind. Daher werden die Messungen nun bei Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung und Schizophrenie wiederholt.

„Warum bestimmte Patienten nur schlecht oder gar nicht auf Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer ansprechen, ist nach wie vor unbekannt. Der Zusammenhang zwischen fettreichem Fisch und bestimmten Gesundheitsparametern ist jedoch seit langem ein interessanter Aspekt. Die aktuelle Studie lässt vermuten, dass dies auch in Bezug auf Depressionen relevant sein könnte, und Fisch die Wirkung von Antidepressiva tatsächlich verstärken kann, “ so Professor Guy Goodwin von der Universität Oxford. „Weitere Studien sind definitiv von großem Interesse.“

Quelle: http://www.ecnp.eu/

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