Wie gut Dermatologen Depressionen bei Psoriasis erkennen

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Eine Studie untersuchte in ganz Europa, wie gut Dermatologen Angstgefühle und Depressionen bei Psoriasis-Patienten erkennen können.

Psychischer Stress oder depressive Symptome können Beschwerden einer Psoriasis verschlimmern, Schübe auslösen oder die Entstehung einer Psoriasis-Arthritis begünstigen. Andererseits verursacht die chronische Psoriasis sozialen und psychischen Druck. Die Entzündungsreaktionen im Körper können darüber hinaus direkten Einfluss auf Prozesse im Körper nehmen und eine Depression möglicherweise begünstigen. Den psychischen Aspekten der Erkrankung sollte daher eine große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine europäische Studie hat jetzt untersucht wie gut Dermatologen Angstgefühle und Depressionen bei Psoriasis-Patienten erkennen können.

Stress und seelische Belastung können Angstgefühle auslösen. Angstgefühle und Depression gehen häufig Hand in Hand. Die Depression ist eine ernste psychische Störung bei der es zu gedrückter Stimmung, fehlendem Antrieb, Verlust der Leistungsfähigkeit, des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität sowie zu Schafstörungen kommt. Daneben können auch körperliche Beschwerden auftreten. Die Auswirkungen der Depression auf das Leben des Betroffenen werden häufig unterschätzt. Dabei erkranken etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann einmal im Leben an einer Depression. Als Auslöser für eine Depression kommen neben sozialer und psychischer Belastung auch genetische Faktoren, biochemische Änderungen im Gehirn oder Medikamente in Frage. Auch Angststörungen sind eine häufige psychische Störung. Zu den Angststörungen werden Phobien, Panikstörungen und die generalisierte Angststörung gezählt.

 

Angstgefühle und Depressionen bei Psoriasis

Die Studie untersuchte jetzt in Praxen in ganz Europa wie gut Dermatologen auf die psychische Belastung ihrer Psoriasis-Patienten eingestellt sind. Sie werteten die Ergebnisse von 3635 Behandlungen aus. Die Patienten bewerten ihre Angstgefühle und depressiven Symptome selbst anhand des HADS-Fragebogens (Hospital Anxiety and Depression Scale). In je 7 Fragen werden hier Angst und Depression bewertet. Bei einem Wert über 11 liegt eine depressive Erkrankung beziehungsweise Angststörung vor. Die Übereinstimmung zwischen Ergebnissen des Fragebogens und der klinischen Einschätzung des Arztes waren schlecht bis mittelmäßig. Nur 44 % der Dermatologen erkannten eine Depression und nur 35,6 % eine Angststörung.

Die Ergebnisse deuten daher an, dass viele Dermatologen psychische Störungen nicht erkennen. Eine Behandlung von depressiven Symptomen oder Angstgefühlen kann aber durchaus sinnvoll sein und die Lebensqualität verbessern.

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MEDMIX Online-Redaktion

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