Wie gesund ist Grüner Tee?

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Grazer Experten haben sich der Frage » Wie gesund ist Grüner Tee? « angenommen und den Grund für die stark antioxidative Wirkung von Grünem Tee belegt.

Antioxidantien machen freie Radikale im Körper unschädlich und sind vor allem in Zusammenhang mit Anti Aging in aller Munde. Schon lange bekannt ist, das Grüner Tee Polyphenole enthält, die effiziente Antioxidantien sind. Doch wie gesund ist Grüner Tee wirklich? Chemiker der TU Graz konnten unlängst mittels eines speziellen Verfahrens die Polyphenole von Grünem Tee auf molekularer Ebene untersuchen und den Grund für die stark antioxidative Wirkung belegen: Die Moleküle der untersuchten Polyphenole besitzen mehrere aktive Zentren, was bedeutet, dass ein Antioxidans an mehreren Stellen gleichzeitig wirkt.

Freie Radikale entstehen stoffwechselbedingt in jeder Körperzelle und sind vereinfacht gesagt Moleküle, denen ein Elektron fehlt und die außerordentlich reaktiv sind. Um die fehlende Stelle in ihrer chemischen Struktur wieder zu besetzen, bedienen sie sich bei anderen Molekülen – die nun ihrerseits zum freien Radikal werden. Sie greifen zum Beispiel Proteine oder die DNA an und können irreversible Schäden verursachen.

Dagegen wirken sogenannte Antioxidantien. Das können körpereigene Enzyme, aber auch zugeführte Vitamine und pflanzliche Stoffe sein. Polyphenole, die beispielsweise in hoher Konzentration im Grünen Tee vorkommen, besitzen nachweislich solche antioxidativen Eigenschaften.

 

Wie gesund ist Grüner Tee, wie ist seine antioxidative Wirkung zu bewerten?

„Bislang wurde die antioxidative Wirkung von Grünem Tee vor allem quantitativ bewertet – mit Messungen im Minutenbereich. Die wirklich entscheidenden Prozesse passieren aber in viel kürzeren Zeitskalen auf der molekularen Ebene“, erklärt Georg Gescheidt-Demner vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der TU Graz.

Mittels einer sogenannten zeitauflösenden EPR-Spektroskopie haben die Forscher die Polyphenole von Grünem Tee untersucht und festgestellt, das Grüner Tee und seine Polyphenole nicht wie bislang angenommen nur ein, sondern gleich mehrere Zentren besitzen. Diese übertragen unabhängig voneinander Wasserstoffatome auf freie Radikale und wandeln die schädlichen freien Radikale in harmlose Moleküle um.

Diese grundlegende Erkenntnis kann die Entwicklung aktiver Substanzen für Antioxidantien anregen, auch beispielsweise das in Rotwein vorkommende Resveratrol wird von den TU-Chemikern genauer unter die Lupe genommen.

Originalpublikation:
D. Neshchadin, S. Batchelor, I. Bilkis, G- Gescheidt: Kurzlebige Phenoxylradikale aus Polyphenolen des Grünen Tees und hochreaktive Sauerstoffspezies: Detektion mittels zeitauflösender EPR-Spektroskopie.
Angewandte Chemie 2014, Vol. 126, Issue 48. Pages 13504–13508. DOI: 10.1002/ange.201407995

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