Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Rasche Hilfe ist wichtig, wenn Fingerschmerzen auftreten. Damit lassen ich meistens langfrisitige Beschwerden verhindern. © PVStocker / shutterstock.com

Wenn Finger schmerzen, sollte der Arzt rasch die Ursache entdecken. Denn die frühzeitige Therapie ist wichtig, damit Fingerschmerzen nicht chronisch werden.

Wir sind es gewohnt all unsere Bewegungen und Tätigkeiten ohne Schmerzen auszuführen. Wir spüren unsere täglich tausende Handgriffe nicht. Unsere Gelenke sind für uns wie unsichtbar. Wehe aber, wenn plötzlich die Finger schmerzen beziehungsweise bei jeder kleinsten Bewegung weh tun. Dann wird das Leben zur Qual. Fast jeder wird im Lauf seines Lebens damit konfrontiert, dass seine Finger schmerzen. Bei vielen Menschen entwickelt sich daraus ein chronisches Leiden beziehungsweise Arthrosen. Damit man nicht dauerhaft an Fingerschmerzen leiden muss, sollte man dementsprechende Beschwerden immer schnell abklären lassen. Denn hinter jedem Schmerz steckt eine Ursache. Und diese gilt es rasch zu behandeln.


Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen an den Fingern.


Dazu zählen Arthrosen, Gelenkentzündungen, Karpaltunnelsyndrom, Raynaud-Syndrom, Morbus Dupuytren sowie Morbus Sudeck.


Weiter zeigt der Artikel erste Maßnahmen bei Verletzungen sowie verschiedene Möglichkeiten für eine effektive Behandlung auf, wenn ihre Finger schmerzen.


 

Arthrosen: wenn durch Abnützungen der Fingergelenke die Finger schmerzen

Die Arthrose – auch als Osteoarthritis bezeichnet – ist eine häufig vorkommende Erkrankung. Die Patienten mit Hand-Arthrosen leiden häufig an Schmerzen. Die führen dann dazu, dass man die Hand nicht voll funktionsfähig einsetzen kann. Die Ausübung alltäglicher Aktivitäten wird zur Qual.

Arthrosen sind ein typisch rheumatisches Leiden. Und sie nehmen mit steigendem Alter leider rapid zu. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen. In einem Alter über 75 Jahre weisen etwa 50% aller Frauen knotige Veränderungen der Fingergelenke auf. Allerdings sind auch Männer von den Abnützungen nicht verschont. Und sie leiden oft an besonders aggressiven Formen.

Bei den Händen sind in erster Linie die Fingerendgelenke und Fingermittelgelenke betroffen. Die Arthrose des Daumensattelgelenks (= Rhiz-Arthrose) macht große Schwierigkeiten beim Greifen.

Die ersten Verschleißerscheinungen an den Gelenken treten bereits in jungen Jahren auf, weshalb der Früherkennung und der rechtzeitigen Behandlung große Bedeutung zukommt.


Anmerkung der Redaktion: Jüngste Studien konzentrieren sich auch auf die Rolle von Fettleibigkeit und metabolischem Syndrom bei der Auslösung oder Verschlechterung von Gelenkschäden bei Patienten mit Arthrose in der Hand. Dazu zeigt sich auch, dass ein Ungleichgewicht des Darmmikrobioms sowohl ein metabolisches Syndrom als auch leicht entzündliche Erkrankungen begünstigt. Beides sind wichtige Risikofaktoren im Zusammenhang mit Hand-Arthrosen.


Folgende Beschwerden sind typisch für eine Gelenkabnützung:

Gelenksteifheit: besonders nach Ruhephasen sind die Gelenke für Minuten bis Stunden steif. Am Morgen ist es meist am Schlimmsten. Dann ist ein komplettes Schließen der Hand schlecht möglich, man kann keine Faust machen. Außerdem schmerzen beim Halten und Greifen von Gegenständen die Finger, die sehr unbeweglich sind. Zudem knacksen die Gelenke.

Zu Knotenbildungen kommt es an den Seiten der Gelenke, die dann oft schmerzhaft und gerötet sind.

Durch die Kraftlosigkeit lässt man beispielsweise Gläser und Kaffeetassen aus der Hand fallen. Und zudem hat man Probleme damit, Flaschen und Dosen und andere Behälter zu öffnen.

„Begrüßungsschmerz“: ein kräftiger Händedruck verursacht fast immer starke Schmerzen.

Schwellungen: die betroffenen Gelenke sind oft geschwollen, rot und heiß.


Die Finger schmerzen zuerst meist nur bei Belastung und Bewegung. Später treten sie dann aber auch bei Wetterumschwüngen und nachts auf. Schließlich treten Dauerschmerzen auf. Die Knotenbildungen führen zunehmend zum Funktionsverlust der betroffenen Gelenke sowie letztlich zur Versteifung.

Doch das alles kann durch eine rechtzeitige Therapie verhindert werden. Moderne Therapien, neue Medikamente und die Kombination diverser Behandlungen haben die Erfolgsrate bei der Arthrose-Behandlung deutlich verbessert. Der frühe Einsatz aller Therapien wirkt sich dabei besonders günstig aus.

Knorpelschutzpräparate wie Chondroitin- und Glucosaminsulfat sowie Diacerein regen das Knorpelwachstum an. Sie sollen den weiteren Knorpelabbau stoppen oder zumindest verzögern.

Knorpelschutzpräparate wie Chondroitin- und Glucosaminsulfat sowie Diacerein werden kurmäßig über mindestens drei Monate eingenommen. Die Arthrose des Daumensattelgelenks wird in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit Hyaluronsäure behandelt. Die künstliche Gelenkschmiere wird mit einer ganz dünnen Nadel direkt in das Gelenk appliziert.

Wenn die Gelenke stark entzündet und geschwollen sind, dann bewähren sich Injektionen mit geringen Kortisonmengen. Zusätzlich kommen, wenn die Finger schmerzen, diverse Schmerzmittel (Antirheumatika, NSAR) zum Einsatz. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd und stehen in Form von Tabletten oder lokal als Salbe oder Gel zur Verfügung.

Auch physikalische Therapien wie Elektrotherapie, Ultraschall, Magnetfeldtherapie und Wärmeanwendungen (Packungen, Bäder) helfen. Kälte und kaltes Wasser werden generell schlecht vertragen und verstärken oft die Schmerzen.

 

Gelenkentzündungen können ebenfalls Schuld daran sein, dass die Finger schmerzen

Eine der gefährlichsten Erkrankungen für unsere Finger ist die rheumatoide Arthritis. Vor allem früher nannte man sie auch chronische Polyarthritis. Die Erkrankung ist deshalb gefährlich, weil die starke Entzündung die Gelenke rasch zerstört. Und die werden dann steif werden und sind nicht mehr beweglich.

Im Gegensatz zu den Arthrosen sind hier die Handgelenke sowie die Grund- und Mittelgelenke der Finger betroffen. Im Grunde genommen kann das Leiden in jedem Alter auftreten. Auch hier sind die Frauen häufiger betroffen.

Die rheumatoide Arthritis ist durch geschwollene, gerötete, heiße und äußerst schmerzhafte Gelenke gekennzeichnet. Die Gelenke sind oft spindelförmig aufgetrieben und prall elastisch geschwollen. Und können dann sowohl in Ruhe als auch bei Belastung schmerzen. Manchmal ist ein ganzer Finger wie eine Wurst verdickt oder die ganze Hand verschwollen.

Typisch sind eine ausgeprägte Morgensteifheit, die Stunden andauern kann, sowie eine extreme Kraftlosigkeit. Aber es entsteht auch ein allgemeines Krankheitsgefühl. Symptome sind dann Fieber, Schwitzen, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme sowie Muskel- und Sehnenschmerzen am ganzen Körper.

 

Diagnostik und rasche Diagnose erforderlich

Wenn Sie daher plötzlich ohne Grund auch nur ein geschwollenes und schmerzendes Gelenk haben, dann sollten sie schleunigst zum Rheumaspezialisten. Mithilfe neuer Bluttests mit Bestimmung von Rheumafaktoren, Röntgenuntersuchungen und dem frühen Einsatz von Gelenkultraschall und Magnetresonanztomographie wird rasch die Diagnose bestätigt und mit der Behandlung begonnen.

Quelle: Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com
Damit nicht dauerhaft die Finger schmerzen, sollte man die Ursache rasch finden und behandeln. © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Die Ursache solcher Gelenkentzündungen ist eine Störung unseres Immunsystems. Das gerät dann nämlich außer Kontrolle und ist überaktiv. Und schließlich attackiert es unseren eigenen Körper. Über eine Aktivierung diverser Zellen und Botenstoffe des Immunsystems kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, wobei neben Gelenken, Wirbelsäule und Muskeln auch innere Organe wie Niere, Lunge, Herz oder Leber betroffen sein können. Für die Behandlung dieser Entzündungen muss man daher das Immunsystem korrigieren. Sogenannte Basismittel kommen zum Einsatz.

 

Biologika in der Therapie von Rheuma

Den wirklichen Durchbruch in der Rheumatherapie hat die Entwicklung von neuen Medikamenten gebracht, welche direkt jene überaktiven Zellen und Botenstoffe unseres Immunsystems bremsen, die die Gelenkentzündungen hervorrufen.

Diese neuen Präparate werden Biologika genannt. Biologika wirken nicht nur auf die Symptome des Rheumaleidens, sondern beeinflussen vor allem den Verlauf der Krankheit und sollen diese komplett stoppen. Biologika werden entweder als Infusion verabreicht oder vom Patienten selbst subcutan, also unter die Haut, gespritzt.

 

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS)

Quelle: SPUI / wikimedia
Eine Schiene kann beim Karpaltunnelsyndrom sehr hilfreich sein. © SPUI / wikimedia

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Nerveneinklemmung im Bereich des Handgelenks. Dadurch können dann Schmerzen in den Fingern auftreten. Frauen sind etwa dreimal häufiger als Männer davon betroffen. Beim KTS wird der Nervus Medianus im Bereich der Handwurzel eingeengt, was Beschwerden verursacht.

Unter dem Karpaltunnel kann man sich eine tunnelförmige Röhre vorstellen, in der Nerven, Sehnen und Blutgefäße vom Unterarm zur Hand laufen. Wenn der Kanal durch Verletzungen, Entzündungen, Infektionen oder durch laufende Überbelastung geschädigt wird und verengt, dann kommt es zu den typischen Symptomen. Die Hände oder einzelne Finger schmerzen und schlafen ein.

Am Stärksten spürt man das Einschlafen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Wird gleichzeitig auch ein zweiter im Karpaltunnel laufender Nerv, der Nervus Ulnaris eingeengt, dann finden sich die Gefühlstörungen und Schmerzen vor allem im Ringfinger und im kleinen Finger. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit bestätigt die Diagnose.

Zusätzlich stellen sich ein Gefühl des „Ameisenlaufens“ und ein Kribbeln ein. Finger schmerzen zuerst vorwiegend nachts und bei Belastung – und strahlen auch in den Unterarm aus. Später kommt es zu einem sichtbaren Muskelschwund im Bereich des Daumenballens, zu Störungen der Feinmotorik und einer Schwäche in der Hand. Feine genaue Arbeiten und ein festes Zupacken und Greifen sind nicht mehr möglich. Es kann dann oft den ganzen Tag andauern, dass die Finger schmerzen.

 

Behandlung beim Karpaltunnelsyndrom

Wenn nur leichte Beschwerden auftreten, sollte man anfangs immer konservativ behandeln. Hierzu helfen nächtliche Schienen für das Handgelenk sowie spezielle Stützverbände beim Arbeiten.

Zudem helfen physikalische Therapien wie Elektrobehandlungen, Zellbäder und Ultraschall für das Handgelenk genauso wie heilgymnastische Übungen. Eine Stoßwellentherapie ist beispielsweise ebenfalls vorteilhaft zur Linderung der Beschwerden und zur Verbesserung der Handfunktion.

Zusätzlich gibt man lokale Injektionen von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten direkt in den Karpaltunnel. Das führt zum Abschwellen und legt den Nerv wieder frei.

Es kann sein, dass nichtoperative Strategien fehlschlagen und alle konservativen Behandlungen kein ausreichenden Erfolg erzielt. Dann kann die Engstelle im Karpaltunnel, die den Nerv drückt, mit einer Operation gelöst werden. Die Operation bringt für die meisten Patienten gute Ergebnisse und eine hohe Zufriedenheit. Sie Die Operation besteht darin, das feste Band über den Karpaltunnel (das Dach des Tunnels) durchzutrennen, wobei am Nerv bei korrekter Operationstechnik nur ein minimaler Eingriff erfolgt.

 

Raynaud-Syndrom

Beim Raynaud-Syndrom handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der sich die Finger anfallsartig zuerst blass oder weiß verfärben. Danach folgt eine Blauverfärbung, die von einer starken Rötung abgelöst wird. Dazu kommt, dass die Finger schmerzen und eine Gefühllosigkeit auftritt.

Hand einer Frau mit Raynauld-Syndrom. © Amanda Uhlin / shutterstock.com

Die eigentliche Ursache ist eine Störung des inneren, also autonomen Nervensystems. Und das steuert alle lebenswichtigen Funktionen wie auch die Durchblutung. Im Körper treten Fehlinformationen auf und dadurch kommt es zu Krämpfen in den Blutgefäßen mit einer Verengung.

Dies löst die scheinbaren Durchblutungsstörungen in den Fingern aus. Unterschieden werden das primäre Raynaud-Syndrom, das rein nervlich verursacht ist, vom sekundären, welches in Folge anderer Leiden wie Autoimmunerkrankungen auftritt und dann echte Gefäßverschlüsse auslöst.

In der Behandlung des Raynaud-Syndroms steht das Vermeiden von Kälte an oberster Stelle. Betroffene Menschen sollten Handschuhe im Winter sowie bei der Gartenarbeit wegen der feuchten Erde! machen. Zudem sollten sie den Kontakt mit kaltem Wasser und Wind auch im Sommer vermeiden.

Hilfreich sind auch Entspannungsübungen und autogenes Training. Denn sie helfen dabei, dass man Stress abbauen kann. Und fördern auch die Durchblutung. Zusätzlich stehen beim Raynaud-Syndrom für schwere Formen durchblutungsfördernde Medikamente zum Schlucken oder als Infusion zur Verfügung.

 

Der Morbus Dupuytren

Hinter dem schwierigen Wort Morbus Dupuytren verbirgt sich eine Erkrankung der Sehnen an der Handinnenseite. Die Erkrankung kommt vor allem bei Männern im mittleren bis höheren Lebensalter vor.

Bei Morbus Dupuytren bilden sich Knoten, Verhärtungen und Stränge im Bereich der Sehnen an den Handflächen. Mit zunehmender Verhärtung ziehen sich die Finger ein. Und sie können nicht mehr ausgestreckt werden. Die Hand ist dann in der Funktion schwer eingeschränkt. Wobei die Ursache dieser Bindegewebserkrankung bis heute unbekannt ist.

In frühen Stadien des Morbus Dupuytren kann man durch Massagen, physikalische Behandlungen sowie Heilgymnastik verhindern, dass die Krankheit weiter fortschreitet. Bei Schmerzen und einer deutlichen Streckhemmung empfehlen Ärzte die Operation. Alternativ dazu gibt es seit einigen Jahren eine neue Substanz. Und zwar injiziert man die dann direkt in die Sehnenverhärtungen, um die narbigen Stränge aufzulösen.

 

Der Morbus Sudeck

Der Begriff Morbus Sudeck bezeichnet ein umfassendes Schmerzsyndrom. Dabei treten unter anderem Schmerzen an den Händen und Fingerschmerzen meist nach Verletzungen oder Operationen auf. Und dabei können eine Vielzahl von Symptomen auftreten. Dazu gehören Durchblutungsstörungen, Hautveränderungen, Schmerzen sowie Schwellungen, was natürlich auch die Funktionen der Hand und der Finger stark einschränkt. Besonders häufig tritt dieses Leiden nach Unterarmbrüchen auf.

Die Ursache konnte man allerdings bis heute nicht ausreichend aufklären. Wobei vermutlich eine gemeinsame Schädigung von Nerven und Blutgefäßen durch Verletzungen den Morbus Sudeck auslösen dürften. Bei längerem Bestehen kommt es zu vermindertem Nagelwachstum. Dann wird auch die Haut dünn und die Muskeln schwinden. Im Röntgen ist eine deutliche Osteoporose zu sehen.

Die Behandlung des Morbus Sudeck erfolgt bislang rein symptomatisch. Hierzu sollen Schmerzmittel, Antirheumatika, durchblutungsfördernde Medikamente sowie Mittel gegen Osteoporose die Beschwerden lindern. Zudem helfen auch physikalische Therapien mit Gymnastik sowie Bewegungstherapien für die Finger, um die Schmerzen zu lindern. Zudem verhindert man dadurch die Versteifung der Hände. Schließlich zeigen jüngste Untersuchungen Vorteile einer Lichttherapie, wenn sie mit konservativen Maßnahmen kombiniert wird. Die Behandlung beschleunigte Genesung und half bei der Linderung der Schmerzen.

 

Wenn durch Verletzungen die Finger schmerzen

Die Finger und Hände sind durch die ständige Belastung und beim Sport dauernd der Gefahr von Verletzungen ausgesetzt. Die vielen Einzelknochen der Handwurzel und der Finger ermöglichen uns die große Beweglichkeit. Dabei halten die Knochen zahlreiche Gelenke, Bänder sowie Sehnen zusammen. Sie sind aber auch für Verletzungen anfällig. Dazu gehören Stauchungen, Verrenkungen, Zerrungen, Bandausrisse, knöcherne Absprengungen, Knochenbrüche sowie Gelenksluxationen. All das kann auftreten.

Jede Verletzung gehört unmittelbar untersucht und angemessen behandelt. Wichtig ist dabei die Begutachtung durch den Facharzt, und dann gegebenenfalls Röntgen sowie Magnetresonanz. Als Sofortmaßnahmen helfen Ruhigstellung, lokale Kälteanwendungen wie Eisbeutel oder Coolpack und abschwellende und entzündungshemmende Medikamente.

Wenn man Verletzungen ignoriert, dann können sich frühe Gelenkabnützungen und Fehlstellungen der Finger entwickeln. Das kann dann zu Fingerschmerzen und Funktionsstörungen der Hand sowie der Finger führen.

 

Spätestens nach 3 bis 4 Wochen zum Arzt

Wenn die Finger schmerzen, gehört es jedenfalls zu den wichtigsten Maßnahmen, dass der Arzt die frühzeitige Abklärung vornimmt. Er kann dann schnellst möglich mit der Behandlung beginnen. Das hilft auch im Kampf gegen mögliche chronische Beschwerden. Wer also drei bis vier Wochen an Schmerzen in den Fingern leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

In Fällen von schwerer Arthrose kann auch eine Denervierung der Gelenke eine wirksame Alternative sein, um gelenkbedingte Schmerzen zu lindern. Obwohl die Denervierung ein standardisiertes Verfahren für Arthrose am Handgelenk ist, wird es selten bei Arthrose und Schmerzen in den Fingergelenken eingesetzt.


Anmerkung der Redaktion

Übrigens kann man bei Hand- und Fingerarthrose im Laufe der Zeit eine signifikante radiologische Fortschreiten der Erkrankung beobachten. Dabei zeigt sich in den betroffenen Regionen ein Gelenkerguss mit einer vermehrten Ansammlung von Flüssigkeit im Innern des Gelenks. Das kann dann beispielsweise die Fingerschmerzen verursachen.

Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass obwohl die Fingerschmerzen nach 10 Jahren bei den meisten Patienten ähnlich stark bleiben und nicht schlimmer werden, dennoch die Funktionalität der Gelenke deutlich zurückgeht.

Erosive Gelenkarthrosen in den Fingern und Händen. Erosive Arthrosen in Händen und Fingern verursachen starke Schmerzen und zerstören massiv die Gelenke. Risikofaktoren für diese Sonderformen der Arthrosen sind vor allem Alter, aber auch das Geschlecht, Diabetes sowie Fettleibigkeit. Neueste Untersuchungen zeigen aber auch eine genetische Komponente als Ursache der Gelenkerkrankung.


Literatur:

Leow MQH, Zheng Q, Shi L, Tay SC, Chan ES. Non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) for trigger finger. Cochrane Database Syst Rev. 2021 Apr 14;4:CD012789. doi: 10.1002/14651858.CD012789.pub2. PMID: 33849080.

Clements W, Moriarty HK. A curious case of finger pain. Med J Aust. 2020 Nov;213(10):452-452.e1. doi: 10.5694/mja2.50829. Epub 2020 Oct 22. PMID: 33089884.

Grugan BM, Palter JS, Weber JM. Woman With Finger Pain. Ann Emerg Med. 2020 Jan;75(1):19-56. doi: 10.1016/j.annemergmed.2019.07.013. PMID: 31866027.

Silvestre MP, Rodrigues AM, Canhão H, Marques C, Teixeira D, Calhau C, Branco J. Cross-Talk between Diet-Associated Dysbiosis and Hand Osteoarthritis. Nutrients. 2020 Nov 12;12(11):3469. doi: 10.3390/nu12113469. PMID: 33198220; PMCID: PMC7696908.

Kazmers NH, Meeks HD, Novak KA, Yu Z, Fulde GL, Thomas JL, Barker T, Jurynec MJ. Familial clustering of erosive hand osteoarthritis in a large statewide cohort. Arthritis Rheumatol. 2020 Sep 17. doi: 10.1002/art.41520. Epub ahead of print. PMID: 32940959.

Damman W, Liu R, Reijnierse M, Rosendaal FR, Bloem JL, Kloppenburg M. Effusion attenuates the effect of synovitis on radiographic progression in patients with hand osteoarthritis. A longitudinal magnetic resonance imaging study [published online ahead of print, 2020 Aug 29]. Clin Rheumatol. 2020;10.1007/s10067-020-05341-8. doi:10.1007/s10067-020-05341-8

Vanhaverbeke T, Pardaens L, Wittoek R. Natural disease progression in finger osteoarthritis: results from a 10 year follow-up cohort [published online ahead of print, 2020 Jul 30]. Scand J Rheumatol. 2020;1-7. doi:10.1080/03009742.2020.1771762

Marshall M, Watt FE, Vincent TL, Dziedzic K. Hand osteoarthritis: clinical phenotypes, molecular mechanisms and disease management. Nat Rev Rheumatol. 2018 Nov;14(11):641-656. doi: 10.1038/s41584-018-0095-4.

Ferro F, Elefante E, Luciano N, Talarico R, Todoerti M. One year in review 2017: novelties in the treatment of rheumatoid arthritis. Clin Exp Rheumatol. 2017 Sep-Oct;35(5):721-734. Epub 2017 Sep 13.

Padua L, Coraci D, Erra C, Pazzaglia C, Paolasso I, Loreti C, Caliandro P, Hobson-Webb LD. Carpal tunnel syndrome: clinical features, diagnosis, and management. Lancet Neurol. 2016 Nov;15(12):1273-1284. doi: 10.1016/S1474-4422(16)30231-9. Epub 2016 Oct 11.

Middleton SD, Anakwe RE. Carpal tunnel syndrome. BMJ. 2014;349:g6437. Published 2014 Nov 6. doi:10.1136/bmj.g6437

Reichert A, Voigtländer D, Daikeler L, Goth D, Baumeister SP. Karpaltunnelsyndrom: Korrelation zwischen der relativen Einengung des N. medianus im Karpalkanal und der distalen motorischen Latenz. [Carpal tunnel syndrome: correlation between median nerve relative constriction in the carpal tunnel and distal motor latency.] Handchir Mikrochir Plast Chir. 2020;52(3):192‐195. doi:10.1055/a-1164-6679

Poredos P, Poredos P. Raynaud’s Syndrome: a neglected disease. Int Angiol. 2016 Apr;35(2):117-21. Epub 2015 Feb 12.

Zlatkovic-Svenda MI, Leitner C, Lazovic B, Petrovic DM. Complex Regional Pain Syndrome (Sudeck Atrophy) Prevention Possibility and Accelerated Recovery in Patients with Distal Radius at the Typical Site Fracture Using Polarized, Polychromatic Light Therapy. Photobiomodul Photomed Laser Surg. 2019 Apr;37(4):233-239. doi: 10.1089/photob.2018.4544. Epub 2019 Feb 21.

Zdilla MJ. The Hand of Sabazios: Evidence of Dupuytren’s Disease in Antiquity and the Origin of the Hand of Benediction. J Hand Surg Asian Pac Vol. 2017 Sep;22(3):403-410. doi: 10.1142/S0218810417970012.

Erickson M, Lawrence M, Jansen CWS, Coker D, Amadio P, Cleary C. Hand Pain and Sensory Deficits: Carpal Tunnel Syndrome. J Orthop Sports Phys Ther. 2019 May;49(5):CPG1-CPG85. doi: 10.2519/jospt.2019.0301

Gandolfi S, Carloni R, Mouton J, Auquit-Auckbur I. Finger joint denervation in hand osteoarthritis: Indications, surgical techniques and outcomes. A systematic review of published cases [published online ahead of print, 2020 Mar 20]. Hand Surg Rehabil. 2020;S2468-1229(20)30061-X. doi:10.1016/j.hansur.2020.02.005

Braillon A. Efficacy and safety of duloxetine in osteoarthritis or chronic low back pain? The tip of an iceberg! [published online ahead of print, 2020 May 21]. Osteoarthritis Cartilage. 2020;S1063-4584(20)31027-X. doi:10.1016/j.joca.2020.04.019

Xie Y, Zhang C, Liang B, et al. Effects of shock wave therapy in patients with carpal tunnel syndrome. A systematic review and meta-analysis [published online ahead of print, 2020 May 18]. Disabil Rehabil. 2020;1‐12. doi:10.1080/09638288.2020.1762769

Die mobile Version verlassen