Fäkale Bakterien-Profile zeigen, welche Reizdarm-Patienten von der low-FODMAP-Diät profitieren

Eine low-FODMAP-Diät eignet sich für viele Reizdarmpatienten, aber nicht für alle. © Rimma Bondarenko / shutterstock.com

Mittels Fäkaler Bakterien-Profile kann man bei Reizdarm vorhersagen, ob die Patienten auf die herausfordernde low-FODMAP-Diät überhaupt ansprechen.

Wissenschaftler haben unlängst zeigen können, dass fäkale Bakterien-Profile bei Patienten mit Reizdarm, die auf eine low-FODMAP-Diät ansprechen, sich von denen unterscheiden, die nicht darauf ansprechen. Dadurch können Ärzte vorhersagen, welche Patienten von der Einhaltung der Diät profitieren werden. Anstatt Patienten für eine low-FODMAP-Ernährung zu animieren, dass sie den herausfordernden Diätplan ausprobieren.

 

FODMAP-Diät zur Behandlung für Reizdarmsyndrom-Patienten: etabliert, umstritten und schwer einzuhalten

Die low-FODMAP-Diät ist inzwischen eine etablierte Behandlung für an Reizdarmsyndrom erkrankte Menschen, Doch die Diät ist umstritten und schwer einzuhalten. Außerdem profitieren nicht alle Reizdarmsyndrom-Patienten vorteilhaft auf die Behandlung.

IBS Infographic (PRNewsFoto/UEG)

Rezente Ergebnisse zeigten unlängst, dass bei den richtigen Personen eine low-FODMAP-Diät eine hocheffiziente Wirkung haben kann. Allerdings konnte man bisher nicht herausfinden, auf wen dies zutrifft.

Beispielsweise hat neue Studie gezeigt, dass eine low-FODMAP-Diät die Symptome des Reizdarmsyndroms bei der Hälfte der Personen reduzierte. Allerdings handelt es sich hierbei um eine sehr anspruchsvolle Diät, die vorsieht, dass eine gesamte Lebensmittelgruppe ausgeschlossen wird. Daher haben die Forscher versucht, herauszufinden, wer die größten Vorteile durch die Diät haben wird.

 

Bakterien-Profil identifiziert die für eine low-FODMAP-Diät geeigneten Reizdarm-Patienten

Die Studie enthielt die Analyse von 61 Patienten mit moderaten bis schweren Reizdarmsyndrom-Symptomen, die an einer vorherigen klinischen Studie teilnahmen. Bei dieser Studie hielten die Reizdarm-Patienten für 4 Wochen eine »traditionelle« beziehungsweise eine low-FODMAP-Diät ein, wobei Stuhlproben vor und nach den Ernährungsinterventionen zur Bestimmung des Bakterien-Profils genommen wurden.

Das Bakterien-Profil der Proben zeigte, wie unterschiedlich die Diäten auf die Zusammensetzung der Darmbakterien wirkten. Darüber hinaus wurde auch gezeigt, dass sich die fäkalen Bakterien-Profile unter den Patienten, die auf die low-FODMAP-Diät ansprachen und die nicht darauf ansprachen, unterschieden.

Patienten, die nicht auf die low-FODMAP-Diät reagierten, wiesen vor dem Beginn der Diät mehr Abnormalitäten in ihrem Darmbakterienprofilen auf als diese, die positiv auf die Diät ansprachen. Es macht daher durchaus Sinn, ein fäkales Bakterien-Profil zu bestimmen, bevor Reizdarm-Patienten eine FODMAP basierte Ernährungsinterventionen beginnen.

Denn wenn beispielsweise die Analyse des Bakterien-Profils ergibt, dass jemand mit Reizdarm gar nicht oder nur wenig wahrscheinlich auf die low-FODMAP-Diät anspricht, dann könnten eher andere Therapien in Erwägung gezogen werden. Dementsprechend bleibt der betroffenen Person dann auch die sehr anspruchsvolle Diät erspart, denn die könnte möglicherweise keinen Effekt haben oder die Reizdamr-Symptome sogar noch verschlimmern.


Literatur:

Bennet SMP, Böhn L, Störsrud S, et al. Multivariate modelling of faecal bacterial profiles of patients with IBS predicts responsiveness to a diet low in FODMAPs. Gut. 2018;67(5):872-881. doi:10.1136/gutjnl-2016-313128

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