Weihrauch bei MS – bei schubförmiger Multiple-Sklerose

Weihrauch – luftgetrocknetes Gummiharz – wird aus dem Weihrauchbaum gewonnen. © Vladimir Melnik / shutterstock.com

Weihrauch – luftgetrocknetes Gummiharz – wird aus dem Weihrauchbaum gewonnen. © Vladimir Melnik / shutterstock.com

Die Wirkung von Weihrauch bei MS wurde mit einem standarisierten Weihrauchextrakt bei schubförmiger Multiple-Sklerose untersucht.

Neurodegenerative Erkrankungen sind durch fortschreitenden Verlust von Neuronen gekennzeichnet. Die Inhaltsstoffe von Weihrauch, Boswellia, werden traditionell zur Behandlung von chronischen Entzündungskrankheiten, Hirnödemen, chronischem Schmerzsyndrom, Magen-Darm-Erkrankungen, Tumoren sowie zur Verbesserung der Intelligenz eingesetzt werden. Viele Studien wurden durchgeführt, um die therapeutische Wirkung von Weihrauch für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Huntington, Multiple Sklerose und Amyotrophe Lateralsklerose, Schlaganfall und damit einhergehende kognitive Defizite zu zeigen.

Die Wirkung von Weihrauch bei MS wurde in der SABA-Studie unter der Leitung von Dr. Klarissa Stürner (leitende Studienärztin), UKSH, mit standarisiertem Weihrauchextrakt bei schubförmiger Multiple-Sklerose untersucht. Überraschenderweise konnte in der mehrjährigen Phase-II-Studie mit insgesamt 28 teilnehmenden Patienten gezeigt werden, dass ein dreimal täglich über einen Zeitraum von acht Monaten als Kapseln eingenommener Weihrauchextrakt die entzündliche Krankheitsaktivität der Multiplen Sklerose in der Magnetresonanztomographie signifikant senkt.

 

Die SABA-Studie zu Weihrauch bei MS, Multiple Sklerose

In der SABA-Studie zeigte ein standardisierter Weihrauchextraktes als Therapie bei schubförmiger Multipler Sklerose überraschende Effekte. Die insgesamt 28 teilnehmenden Patienten profitierten von der Behandlung mit Weihrauch bei MS, wobei dreimal täglich über einen Zeitraum von acht Monaten als Kapseln eingenommener Weihrauchextrakt die entzündliche Krankheitsaktivität der Multiplen Sklerose in der Magnetresonanztomographie (MRT) signifikant senken konnte.

„Die Studienergebnisse haben unsere Erwartungen insbesondere in der Zusammenschau der positiven Effekte der Weihraucheinnahme auf bildgebende, klinische und immunologische Messwerte übertroffen“, sagten die verantwortlichen Studienleiter „sie sind jedoch vor allem als Aufforderung für die Durchführung einer kontrollierten Phase-II- oder -III-Studie anzusehen.“

Weihrauch bei MS könnte durch seine Wirkung aufgrund der geringen Nebenwirkungen insbesondere für weniger betroffene und erst kurz erkrankte Multiple-Sklerose-Patienten eine vielversprechende Behandlungsoption darstellen. Von der eigenständigen Einnahme von frei verkäuflich erhältlichen Weihrauchpräparaten raten die Forscher allerdings ab.

 

Alternative Verfahren begleitenden Behandlung bei Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) – die Erkrankung mit tausend Gesichtern – ist eine entzündlich-entmarkende Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS) und nach der Epilepsie die zweit­häufigste chronisch neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters. Dabei zeigen sich mannigfaltige neuroimmunologischen Vorgänge die zu verschiedenen Entmarkungsmustern der Läsionen in der weissen Substanz des Gehirns und Rückenmarkes führen.

Hauptsymptome, ebenso wie der Verlauf, sind von Patient zu Patient vollkommen unterschiedlich. Rein MS-spezifische Symptome können nicht definiert werden, obwohl einzelne Beschwerden durchaus typisch sind. Andere Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen.

Es gibt verschiedene alternative Verfahren, die meistens als zur begleitende Therapie von Multiple Sklerose zur Anwendung kommen. Allerdings sind diese Behandlungen zumeist wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht worden. Deswegen ist es schwer, darüber verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit machen zu können.

 

Gute individuelle Wirkung

Doch wenn Betroffene daran glauben, dann können individuelle Anwendungen durchaus gute Wirkung zeigen. Wichtig ist aber jedenfalls, dass Patienten die Erprobung solcher alternativen Behandlungsformen beim jeweils eigenen Krankheitsverlauf eng mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten abstimmt.

Dazu zählen jedenfalls Ernährungs- und Stoffwechsel-Therapien wie die nach Evers benannte MS-Diät. Auch die positive Wirkung von Vitamin D wird seit langem diskutiert. Hierzu spielt auch die Wirkung von Weihrauch bei MS eine wichtige Rolle. Wobei viele Mittel vor allem gegen Nebenwirkungen zur Anwendung kommen. Dazu gehören Cannabis, hömöopathische Therapien sowie zahlreiche pflanzliche Heilmittel.


Literatur:

Rajabian A, Sadeghnia H, Fanoudi S, Hosseini A. Genus Boswellia as a new candidate for neurodegenerative disorders. Iran J Basic Med Sci. 2020;23(3):277-286. doi:10.22038/IJBMS.2020.35288.8419

Mojaverrostami S, Bojnordi MN, Ghasemi-Kasman M, Ebrahimzadeh MA, Hamidabadi HG. A Review of Herbal Therapy in Multiple Sclerosis. Adv Pharm Bull. 2018 Nov;8(4):575-590. doi: 10.15171/apb.2018.066. Epub 2018 Nov 29. PMID: 30607330; PMCID: PMC6311642.

Stürner KH, Stellmann J, Dörr J, et al. A standardised frankincense extract reduces disease activity in relapsing-remitting multiple sclerosis (the SABA phase IIa trial). Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry 2018;89:330-338.

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