Was tun bei Vorhofflimmern bei jungen Patienten?

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Was tun bei Vorhofflimmern bei jungen Patienten? Eine Katheter-Behandlung, eine Katheter-Ablation, könnte die Krankheit beseitigen.

Eine bei jungen Menschen grundsätzlich gut behandelbare Herzrhythmusstörungen könnte Auslöser für Vorhofflimmern (VHF) bei ansonsten gesunden jungen Menschen sein. Diese Supraventrikuläre Tachykardie (SVT) ist mit einem überhöhten Puls von mehr als 100 Schlägen in der Minute und einem Ursprung oberhalb der Herzkammern vergesellschaftet, – vielfach wird dies als „Herzrasen“ oder „Herzjagen“ erlebt.

 

Katheterablation bei Vorhofflimmern

„Wurden junge Patienten mit Vorhofflimmern, die keine Begleiterkrankungen, aber eine SVT aufwiesen, mittels Katheterablation behandelt, traten in der Folge innerhalb des Beobachtungszeitraumes von vier Jahren weder SVT noch VHF erneut auf. Junge Patienten mit VHF könnten von einer frühzeitigen elektrophysiologischen Untersuchung zur Diagnose und gegebenenfalls Ablation einer SVT profitieren“, berichtete Priv.-Doz. Dr. Alexander Wutzler (Charité, Berlin) auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Berlin 2015.

Bei einer Katheterablation wird Gewebe ausgeschaltet, das falsche elektrische Impulse sendet, oder es werden gezielt Narben im Herzen verursacht, die eine Weiterleitung der falschen Impulse unterbrechen.

Was tun bei Vorhofflimmern? Die Katheterablation wird bei grundsätzlich Herzrhythmusstörungen eingesetzt, die sich mit Medikamenten nicht beherrschen lassen.

VHF ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters, in seltenen Fällen kommt es allerdings auch bei jungen Patienten vor. Bei ihnen sind Ursachen und Verlauf von VHF weniger klar, insbesondere für Patienten ohne kardiale oder sonstige Begleiterkrankungen existieren kaum Daten.

Priv.-Doz. Wutzler und sein Team haben 84 VHF-Patienten, die bei der Erstvorstellung 35 Jahre alt oder jünger waren, über vier Jahre nachverfolgt. Bei 34 lagen bei Erstvorstellung kardiale Begleitkrankheiten vor, bei 50 nicht. In der Gruppe ohne Begleiterkrankung lag bei 57 Prozent eine SVT vor. Diese Patienten wurden elektrophysiologisch untersucht und mittels Katheterablation behandelt. In den folgenden vier Jahren kam es bei diesen Patienten weder zu einer SVT noch zu VHF.

 

Optimierungsbedarf bei der Behandlung von Frauen mit Vorhofflimmern

Bei Anwendung und Ergebnis der Katheterablation, einer wichtigen Methode zur Behandlung des Vorhofflimmerns (VHF), gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das zeigen aktuelle Daten aus dem Deutschen Ablationsregister, die auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie präsentiert wurden. Die neue Studie zeigt mögliche Ansätze zu einer Verbesserung der VHF-Behandlung bei Frauen auf.

„Insgesamt stellen Frauen lediglich ein Drittel der mit Katheterablation behandelten Patienten dar, was vorbeschriebene Unterschiede in der klinischen Versorgung bestätigt,“ berichtet Studienautorin Dr. Maura Magdalena Zylla von der am Register beteiligten Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Nach einem Jahr betrug die Erfolgsrate nach Ablation bei Männern 54,6 Prozent, bei Frauen 49,8 Prozent. Bezüglich Mortalität und schweren Komplikationen fand sich kein Unterschied, zur medikamentösen Therapie wurden bei Frauen vermehrt Betablocker (73,8 gegenüber 66,2 Prozent) oder Digitalis (6,8 gegenüber 3,6 Prozent) eingesetzt. Ebenso ergab sich ein Unterschied in der Notwendigkeit einer Schrittmachertherapie mit 3,7 gegenüber 1,2 Prozent.

Dr. Zylla: „Der geringere Erfolg der Ablation konnte durch diese Therapien allerdings im Hinblick auf das klinische Gesamtergebnis nicht kompensiert werden.“ Beobachtet wurde bei Frauen im Vergleich zu Männern auch eine höhere Rate an Blutungskomplikationen.

Die Studie zeige, dass eine Optimierung der Therapie von Frauen mit VHF notwendig ist. Dr. Zylla: „Frauen sollten zukünftig in prospektiven, multizentrischen Studien zur Ablation bei Vorhofflimmern vermehrt im Fokus stehen, damit mögliche Verbesserungsansätze gezielt geprüft und validiert werden können.“

Quellen:

Pressetexte DGK 10/2015

DGK Abstract Wutzler et al:  Where there’s smoke, there’s fire? Significance of atrial fibrillation in young patients

DGK Abstract Zylla et al., Sex-Associated Outcome of Atrial Fibrillation Ablation – Data from the German Ablation Registry

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MEDMIX Online-Redaktion

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