Warum wir vor Spinnen und Schlangen Angst haben

Die Angst vor Spinnen und Schlangen ist im Menschen tief verwurzelt. © reptiles4all / shutterstock.com

Laut Expertenmeinung ist unsere Angst vor Spinnen und Schlangen mehrere Millionen Jahre alt und im Gehirn der Menschen tief verwurzelt.

Mehrere Millionen Jahre alt soll Angst des Menschen vor Spinnen und Schlangen sein. Diese natürliche Furcht vor Spinnen und Schlangen soll entstanden sein, als der Mensch in kleinen Gruppen den afrikanischen Kontinent durchstreift hatte und durch giftige Spinnen und Schlangen gefährdet gewesen war – so eine entwicklungsgeschichtliche Erklärung.

 

Sinnvolle Angst

Die Furcht vor Spinnen und Schlangen war eine sehr sinnvolle Angst. Denn wer sich davor nicht fürchtete, wurde gebissen, starb und konnte sich folglich nicht mehr fortpflanzen. Nur die, die vorsichtig waren, überlebten und gaben ihr Furchtverhalten an ihre Nachkommen weiter.

 

Warum Kleinkinder vor Spinnen und Schlangen keine Angst haben

Kleinkinder sollen laut Untersuchungen bis zum Alter von zwei Jahren überhaupt keine Angst vor Spinnen und Schlangen haben. Sie nehmen die Tiere völlig angstfrei in die Hand oder essen sie sogar.

Dieses Verhalten ändert sich aber mit Beginn des dritten Lebensjahres, was für Experten ebenfalls entwicklungsgeschichtlich erklärt wird. Denn bis zum zweiten Lebensjahr wurden die Kinder auf dem Arm oder dem Rücken getragen und kamen nicht direkt in Kontakt mit Krabbeltieren. Das änderte sich dann, als die Kinder eigenständig auf dem Boden laufen mussten.

 

Angst vor Spinnen oder Schlangen unterschiedlich ausgeprägt

Die Angst vor Spinnen oder Schlangen ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und wird durch Erziehung und Medien beeinflusst. In unseren Breiten ist diese Angst allerdings objektiv unbegründet. Das giftigste Tier ist die Kreuzotter, und an deren Biss ist in Deutschland oder Österreich seit über 120 Jahren niemand mehr gestorben.

Auch die Gefahr durch Spinnen ist nicht gegeben. Denn maximal könnte eine kräftige ausgewachsene Dornfinger-Spinne an ­einer weichen Stelle die Haut durchbeißen. Das passiert aber äußerst selten und schmerzt dann lediglich wie ein Wespenstich.

Unterscheiden muss man zwischen der natürlichen und der krankhaften Angst – der Arachnaphobie. Wenn sich Menschen etwa den ganzen Tag nicht aus der Wohnung trauen, weil eine Spinne auf der Türschwelle sitzt, dann ist beispielsweise eine Psychotherapie – beispielsweise in Form einer Expositionstherapie – geboten.


Literatur:

Hoffman YSG, Pitcho-Prelorentzos S, Ring L, Ben-Ezra M. „Spidey Can“: Preliminary Evidence Showing Arachnophobia Symptom Reduction Due to Superhero Movie Exposure. Front Psychiatry. 2019 Jun 7;10:354. doi: 10.3389/fpsyt.2019.00354. PMID: 31231249; PMCID: PMC6565891.

Smith S. Arachnophobia: a practical management device. Br J Psychiatry. 2000 Oct;177:372. doi: 10.1192/bjp.177.4.372-a. PMID: 11116787.

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