Vorsorge spielt für die Männergesundheit eine entscheidende Rolle

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Männergesundheit und Vorsorge werden immer wichtiger. Im Mittelpunkt stehen dabei geschlechtsspezifische Fragen und Probleme zur Gesundheit des Mannes.

Für die Männergesundheit ist die regelmäßige Vorsorge besonders wichtig. Trotzdem sind Männer verglichen mit Frauen nach wie Gesundheitsmuffel und gehen seltener zum Arzt. Allerdings hat sich auch bei Männern heute das Bewusstsein verändert. Sie sind für das Thema Gesundheit und Vorsorge immer aufgeschlossener. Zudem erkennt heut auch das starke Geschlecht, dass man seinen Körper sorgsam behandeln muss. Das ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Verantwortungsbewusstsein.

 

Zur Männergesundheit sind Prostatauntersuchungen ein wichtiger Teil der Vorsorge

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes über 50 Jahre. Deswegen nimmt er auch eine bedeutende Stelle in der Vorsorgemedizin ein. Das Screening für Prostatakarzinom wird nach wie vor kontrovers diskutiert, obwohl seit der Einführung der PSA-Bestimmung immer mehr Prostatakarzinome im Frühstadium erkannt werden können. Aufgrund des langsamen Wachstums des Prostatakarzinoms und des höheren Alters, in dem es diagnostiziert wird, standen lange statistische Beweise aus, die eine Abnahme der Mortalität zeigen.

Eine im Lancet publiziertes Update der European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) zeigte, dass das Screening mittels Prostata-Spezifischem Antigen (PSA) die Sterblichkeit an Prostatakrebs signifikant senken kann. Bei Männern, bei denen durch Screening ein Prostatakarzinom (PCA) entdeckt wurde, konnte das relative Risiko, am Prostatakarzinom zu sterben, um 27% gesenkt werden. Das beeindruckende Ergebnis zeigte eine höhere Effektivität als das Screening für das Mammakarzinom.

 

Vorsorgemedizin und Herz-Kreislauf

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in den meisten Industrieländern die Todesursache Nummer Eins. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass eine erektile Dysfunktion das erste Symptom einer koronaren Herzkrankheit sein kann. Daher sollte jeder Mann mit erektiler Dysfunktion und einer kardialen Anamnese bzw. beim Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Rauchen, Hypercholesterinämie, metabolischem Syndrom oder Dia­betes mellitus kardiologisch untersucht werden.

Der Lebensstil und gesunde Ernährung spielen in der Prävention urologischer Erkrankungen eine immer größere Rolle. Erwiesen ist, dass regelmäßige körperliche Betätigung und eine gesunde ­Lebensweise vor koronarer Herzkrankheit schützen können. Dies führt auch zu einer Verbesserung der Erektionen.

Leider gibt es für die meisten Substanzen, die als Anti-Aging Produkte angepriesen werden, keine adäquaten Untersuchungen zur objektiven Beurteilung der Wirkung. Trotzdem werden diese Produkte in großer Zahl gekauft. Da auch mit einem 20–50%igen Placeboeffekt zu rechnen ist, ist selbstverständlich, dass viele Konsumenten auf diese Produkte schwören. Es wäre daher wünschenswert, im Rahmen von randomisierten Studien möglichst viele dieser auch im Internet angebotenen Substanzen endlich auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen.

 

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Männer scheinen weniger depressiv und ängstlich als Frauen zu sein. Und mit höherer Wahrscheinlichkeit aggressiver und mit Drogenprobleme belastet. Zumindest legen das bisherige Untersuchungen nahe.

Allerdings gibt es zur Männergesundheit und psychischen Gesundheitsprobleme von Männern wenig Arbeiten. Die spärliche Erforschung der psychischen Gesundheit von Männern konzentrierte sich bislang vor allem auf Drogenmissbrauch und Aggression.

Im Grunde genommen werden Depressionen und Angstzustände bei Männern nur etwas seltener diagnostiziert als bei Frauen. Beide psychischen Störungen können das Wohlbefinden von Männern sehr beeinträchtigen. Deswegen sollte man auch diese Aspekte zur psychischen Männergesundheit und einer möglichen Vorsorge allgemein stärker berücksichtigen.

 

Übergewicht

In letzter Zeit wurde auch immer deutlicher, dass es einen Zusammenhang von Übergewicht und verschiedenen urologischen Erkrankungen gibt. Nachgewiesen ist das bei der Belastungsinkontinenz, Prostataadenomen mit Miktionsbeschwerden, erektile Dysfunktion sowie Fertilitätsproblemen. Zudem besteht ein Zusammenhang bei der Nierensteinbildung sowie bei Nierenerkrankungen. Aber das ist auch bei bösartigen urologischen Tumoren der Fall.

Literatur:

Dena T. Smith, Dawne M. Mouzon, Marta Elliott. Reviewing the Assumptions About Men’s Mental Health. An Exploration of the Gender Binary. Am J Mens Health. 2018 Jan; 12(1): 78–89.
Published online 2016 Feb 10. doi: 10.1177/1557988316630953

Thorpe RJ Jr, Halkitis PN. Biopsychosocial Determinants of the Health of Boys and Men Across the Lifespan. Behav Med. 2016 Jul-Sep;42(3):129-31. doi: 10.1080/08964289.2016.1191231.

Fritz H Schröder, Jonas Hugosson, Monique J Roobol, Teuvo L J Tammela, Marco Zappa, Vera Nelen et al. Screening and prostate cancer mortality. Results of the European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) at 13 years of follow-up. The Lancet. ARTICLES| VOLUME 384, ISSUE 9959, P2027-2035, DECEMBER 06, 2014. Published: August 06, 2014. DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(14)60525-0

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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