Koloskopie zukünftig mit angenehmerer Vorbereitung

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Die Koloskopie ist nach wie vor eine der effektivsten Methoden, Darmkrebs möglichst früh zu erkennen, und sollte ab 50 alle 10 Jahre durchgeführt werden.

 

Der American Cancer Society zufolge, werden alleine dieses Jahr 132.700 neue Fälle von Darmkrebs erwartet. Nach dem heutigen Stand, gilt die Erkrankung als die zweithäufigste Todesursache, sowohl bei Männern als auch Frauen.

Die Koloskopie ist nach wie vor eine der effektivsten Methoden, diese Krebsform möglichst früh zu erkennen. Aus diesem Grund empfehlen Experten sich ab dem 50. Lebensjahr, im Abstand von 10 Jahren, einer Koloskopie zu unterziehen. Leider hält sich nur ein Teil der Bevölkerung an diese Empfehlung.

 

Unangenehme Vorbereitung auf die Koloskopie bald Vergangenheit?

Ein gewichtiger Grund dafür ist die unangenehme Vorbereitung auf die Untersuchung. Eine Woche vor einer geplanten Untersuchung sollte die Kost möglichst ballaststofffrei sein. Eine solche Diät vermindert Ballaststoffe, die der Dickdarmwand anhaften und erleichtert so die nachfolgende Darmspülung. In der Regel bekommen die Patienten am Tag vor der Untersuchung eine PEG-Lösung (Polyethylenglykol), von der sie innerhalb weniger Stunden drei bis fünf Liter zu sich nehmen müssen. Es werden jedoch auch andere Substanzen eingesetzt. Auch die Untersuchung, die mittels Endoskop durchgeführt wird, wirkt auf viele Menschen abschreckend.

Die unangenehme Vorbereitung auf die Untersuchung könnte jedoch schon bald um eine westliches angenehmer werden, berichten Wissenschafter im Zuge einer Pilotstudie, die sie während der diesjährigen Digestive Disease Week verlautbarten. Die Autoren stellten fest, dass durch kleine Abänderungen der bestehenden Formulierung, Speisen mit denselben Medikamenten zur Darmentleerung bzw. -reinigung produziert werden könnten.

 

Essbare Abführmittel vor der Koloskopie

In Zusammenarbeit mit Lebensmittelwissenschaftern entwickelten die Autoren essbare Abführmittel, indem sie Lebensmittel und Getränke mit den notwendigen Laxantien und Elektrolyten versetzten, um den Darm zu reinigen und eine Dehydrierung zu verhindern.

Ursprünglich planten die Autoren ihre Präparationen an etwa 30 Koloskopie-Patienten auf dessen Wirksamkeit zu untersuchen, doch bereits nach dem zehnten Patient war der Erfolg der Neuentwicklung eindeutig. Bei allen Patienten kam es zu einer für die Untersuchung ausreichenden Darmreinigung. Patienten äußerten zudem keine Beschwerden über die ihnen verabreichten Mahlzeiten. Alle 10 Patienten aßen mindesten 95 Prozent der jeweiligen Mahlzeiten und äußerten ihre Bereitschaft, dies bei Bedarf auch zu wiederholen. Dies sei bei der aktuell verfügbaren Formulierungen nicht der Fall – 5 bis 15 Prozent aller Patienten sind nicht der Lage die Flüssigkeiten vollständig zu sich zu nehmen, wodurch die Koloskopie an Effektivität verliert. Die Autoren arbeiten momentan an der Entwicklung weiterer Mahlzeiten, beispielsweise in Form von Pasta oder Müsli.

Sollte dies ebenfalls erfolgreich sein, könnte die neue „Koloskopie Cuisine“ bereits 2017 verfügbar sein und die Vorbereitung auf die Koloskopie wesentlich erleichtern.

 

Quellen: Levy L, Greene J, Toor A, et al. Cleansing for Colonoscopy: A Pilot Study of an Edible Colon Preparation. Gastrointestinal Endoscopy. 2015

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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