Biotin: Vitamin-H-Mangel-Symptome erkennen und behandeln

Vitamin H (Biotin oder Vitamin B7) – zu den B-Vitaminen gehörig. © concept w / shutterstock.com

Vitamin H (Biotin oder Vitamin B7) – zu den B-Vitaminen gehörig. © concept w / shutterstock.com

Die typischen Mangel an Vitamin-H (Biotin) sind Haut-Beschwerden, Haarausfall und brüchige Nägel sowie Depressionen und Fettstoffwechselstörungen.

Vitamin H bezeichnet man auch als Biotin, als Vitamin B7 oder auch Vitamin I. Im Grunde genommen ist es ein wasserlösliches Vitamin dem B-Komplex zugehörig. Geschichtlich wurde das Vitamin H, Biotin etwa Ende der 1930er Jahre, Anfang der 1940er Jahre als Wachstumsfaktor aus Hefe und Eigelb nachgewiesen und analysiert. Es kommt in vielen Lebensmitteln vor hat viele Aufgaben im Organismus. Bei Vitamin-H-Mangel zeigen sich verschiedenartige Symptome, wobei die allgemeine Versorgungslage in unseren Breiten eigentlich ausreichend ist.

 

Biotin für die Gesundheit

Bezüglich Vitamin H hat die EU-Verordnung 432/2012 verschiedene gesundheitsbezogene
Angaben für Vitamin H definiert. So soll Biotin einen normalen Energiestoffwechsel sowie eine normalen Funktion des Nervensystems unterstützen. Weiter trägt Vitamin H zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Es unterstützt auch unsere normale psychischen Funktion.

Schließlich trägt Vitamin H vor allem auch zur Erhaltung normaler Haare, normaler Schleimhäute sowie einer normalen Haut bei. Bekannt ist das Biotin vor allem auch im Einsatz gegen Haarausfall.

Hochdosiertes Biotin ist eine Therapie bei nicht aktiver progressiver Multipler Sklerose. Wobei seit längerem mehrere Studien darauf hindeuten, dass eine Hoch-Dosis-Vitamin-H-Behandlung mit einem erhöhten Rückfallrisiko verbunden sein könnte. Die Ergebnisse einer aktuellen, großen retrospektiven Studie widersprechen dem allerdings.

B-Vitamine bei Diabetes mellitus in Diskussion

Mangel an Biotin (Vitamin H) ist selten, die Symptome betreffen vor allem Haut, Haare und Nägel

Im Grunde genommen ist Mangel an Biotin selten und hat eine relativ gute Prognose. Bei Vitamin-H-Mangel zeigen sich anfangs eher unspezifische Symptome. Beispielsweise wie Übelkeit, wenig Appetitlosigkeit sowie einem allgemeinen Gefühl der Schwäche. Bei längerem Anhalten zeigen sich dann die typischen, bekannten unspezifische Beschwerden wie Haarausfall und brüchige Nägel sowie entzündliche Reaktionen der Haut (Dermatitis). Klassisch für einen Mangel an Vitamin H sind auch allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit bis hin Depressionen sowie auch Störungen des Fettstoffwechsels.
.
Der angeborene Biotinidase-Mangel ist eine seltene genetische Stoffwechselerkrankung. Wobei er auch einen Sonderfall darstellt. Dabei kann der Körper das in Biocytin enthaltene Vitamin H nicht freisetzen. Außerdem kann er es auch nicht absorbieren. Dies kann dann zu einer gefährlichen Entgleisung des Stoffwechsels führen. Infolgedessen kann ohne eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung die betroffene Person daran sogar sterben. Frühzeitig erkannt kann man mit hoch dosierten Vitamin-H-Gaben mit bis zu 10 mg pro Tag allerdings irreparable Schäden verhindern.

Übrigens sollten Kinderärzte und Dermatologen bei hartnäckiger Dermatitis, gelbem Haar und Alopezie bei Kindern an Biotinidase-Mangel denken.

 

Natürliche Vitamin-H-Vorkommen

Unter dem Strich findet man natürliche Vorkommen Vitamin H, Biotin, sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmittel. Dazu zählen beispielsweise das Eigelb und Hühnerei sowie Lebergerichte aus Kalbsleber und Schweinsleber. Weiter enthalten auch Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Pilze, Champignons sowie Nüsse beträchtliche Mengen an Biotin. Zudem finden sich auch in Getreideprodukten wie Haferflocken nennenswerte Mengen. Schließlich sind Avocado, Fisolen sowie Spinat sind bekannte reichhaltige pflanzliche Vitamin-H-Vorkommen.

Vitamin H als Unterstützung für die Haare und die Nägel


Literatur:

Yang Y, Yang JY, Chen XJ. Biotinidase deficiency characterized by skin and hair findings. Clin Dermatol. 2020 Jul-Aug;38(4):477-483. doi: 10.1016/j.clindermatol.2020.03.004. Epub 2020 Apr 1. PMID: 32972606.

Mathais S, Moisset X, Pereira B, Taithe F, Ciron J, Labauge P, Dulau C, Laplaud D, De Seze J, Pelletier J, Berger E, Lebrun-Frenay C, Castelnovo G, Edan G, Defer G, Vermersch P, Bourre B, Camdessanche JP, Magy L, Guennoc AM, Mathey G, Moreau T, Gout O, Heinzlef O, Maillart E, Vukusic S, Clavelou P; SFSEP and OFSEP investigators. Relapses in Patients Treated with High-Dose Biotin for Progressive Multiple Sclerosis. Neurotherapeutics. 2020 Sep 22. doi: 10.1007/s13311-020-00926-2. Epub ahead of print. PMID: 32964402.

Fatima Saleem; Michael P. Soos. Biotin Deficiency. StatPearls [Internet]. Last Update: April 20, 2020.

Lipner SR, Scher RK. Biotin for the treatment of nail disease: what is the evidence? J Dermatolog Treat. 2018 Jun;29(4):411-414. doi: 10.1080/09546634.2017.1395799. Epub 2017 Nov 9. PMID: 29057689.

Kuroishi T. Regulation of immunological and inflammatory functions by biotin. Can J Physiol Pharmacol. 2015 Dec;93(12):1091-6. doi: 10.1139/cjpp-2014-0460. Epub 2015 Mar 26. PMID: 26168302.

Said HM. Biotin: biochemical, physiological and clinical aspects. Subcell Biochem. 2012;56:1-19. doi: 10.1007/978-94-007-2199-9_1. PMID: 22116691.

Die mobile Version verlassen