Supplementierung mit Vitamin D bei älteren Frauen verstärken

Stärkere Vitamin-D-Supplementierung gefordert. © Krasimira Nevenova / shutterstock.com

Stärkere Vitamin-D-Supplementierung gefordert. © Krasimira Nevenova / shutterstock.com

Speziell bei älteren Frauen sollte die Supplementierung mit Vitamin D in der kälteren Jahreshälfte stärker ausfallen, als wie bisher empfohlen.

Eine Studie zeigte unlängst, dass vor allem in der kälteren Jahreshälfte die Supplementierung von Vitamin D bei älteren postmenopausalen Frauen Sinn macht. Beispielsweise nimmt gerade bei Frauen nach den Wechseljahren die Knochenmasse vergleichsweise rasch ab. Eine der Ursachen dafür ist, dass in der Menopause die Konzentration von Östrogen abnimmt. Wobei dieses weibliche Hormon in jungen Jahren starke Knochen unterstützt. Mehr als bislang empfohlen sollten daher ältere Frauen im Winterhalbjahr ihre Vitamin-D-Supplementierung erhöhen. Denn Osteoporose ist eine der Hauptursachen dafür, dass bei älteren Menschen Knochen oft schon bei geringer Zusatzbelastung brechen.

Zudem gibt es aber auch Faktoren, die das Immunsystem von Frauen während der Wechseljahre beeinflussen. In Hinblick auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Immunität zeigten rezente Studien, dass komplementäre Behandlungen mit Cholecalciferol (Vitamin D3) positive Auswirkungen auf das Immunsystem bei postmenopausalen Frauen haben. Hierzu sind ebenfalls große multizentrische Studien erforderlich. Damit sollte man die Auswirkungen einer ergänzenden Vitamin-D-Therapie auf die langfristigen klinischen Ergebnisse bei Frauen nach der Menopause zu untersuchen. Keine Vorteile scheint es im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie gegen Krebs zu geben.

 

Bewegung und Vitamin D

Unter dem Strich sind körperliche Aktivität und Vitamin D wichtig, um die Knochenmasse zu erhalten. Wobei der Körper das Vitamin D grösstenteils mithilfe von UVB-Strahlung in der Haut produziert. Jedenfalls verschreiben in der Winterzeit viele Ärzte ihren älteren Patientinnen eine zusätzliche Supplementierung von Vitamin D, um die Knochenmasse zu erhalten. Wie hoch die Dosierung dieser Supplementierung von Vitamin D sein soll, darüber debattieren Fachleute jedoch so intensiv wie bei keinem anderen Vitalstoff.

Einerseits sind manche Experten der Ansicht, dass das Sonnenlicht ausreicht, um die Vitamin-D-Versorgung zu sichern. Dementsprechend sollten nur geringe Zusatzmengen nötig sein. Andererseits betonen Gegenstimmen, das hohe Dosen von zusätzlichem Vitamin D wichtig sind. Und zwar um beispielsweise den Knochenabbau bei älteren Frauen zu verhindern respektive zu verlangsamen.

 

Optimalem Wert auf der Spur

Forschende gingen unlängst dies Frage der optimalen Dosierung auf den Grund. Man wollte herausfinden, wie hoch der Spiegel von Vitamin D im Blut sein sollte, um die Knochenstärke zu erhalten. Die Antwort war überraschend deutlich zugunsten einer höheren Supplementierung von Vitamin D ausgefallen.

Um die Knochengesundheit zu erhalten, sind gerade in der Winterzeit viel höhere Vitamin-D-Dosen nötig als bisher angenommen. In der Studie kommen die Forschenden zum Schluss, dass eine im Blut zirkulierende Vitamin-D-Konzentration von 40 Mikrogramm pro Liter Serum optimal ist, um bei Frauen nach den Wechseljahren den Knochenabbau zu bremsen oder zu stoppen.

 

Verstärkte Kalziumaufnahme und Supplementierung mit Vitamin D

Während neun Monaten erhielten hierzu die Frauen täglich eine Vitamin-D-Supplementierung. Erstens zur Zeit der erwarteten tiefsten Vitamin D-Konzentration im Blut, Anfang Frühling, das erste Mal. Zweitens ein halbes Jahr nach der Kalzium-41-Markierung ihrer Knochen. Alle drei Monate wurde die Dosis stufenweise erhöht. Darüber hinaus modellierten die Wissenschaftler den Weg des Kalziums in verschiedenen Segmenten des Körpers. Dadurch wollte man einen optimalen Wert der Vitamin-D-Versorgung berechnen.

Dank der Supplementierung mit Vitamin D sowie des Sonnenlichts, das im Lauf des Versuchs zunahm und die körpereigene Vitamin-D-Produktion ankurbelte, stieg die durchschnittliche Vitamin-D-Konzentration im Serum der Probandinnen auf über 46 Mikrogramm pro Liter. Zu Beginn des Versuchs wiesen die Probandinnen einen Wert von 16 Mikrogramm Vitamin D pro Liter Serum auf. Dementsprechend hatten sie also bereits einen Mangel.

Bei gesunden Frauen nach den Wechseljahren, die genügend Kalzium aufnehmen und ausreichend körperlich aktiv sind, dürfte jedenfalls laut der Studienergebnisse eine Serumkonzentration von rund 40 Mikrogramm Vitamin D pro Liter Serum einen sehr guten Effekt auf die Kalziumaufnahme in die Knochen haben. Das ist schließlich ein überraschend hoher Wert.

 

Für Knochen und Immunsystem Vitamin-D-Supplementierung verstärken

Im Prinzip bildet der Körper Vitamin D3 in Form von Cholecalciferol in der Haut selbst. Dazu braucht er jedoch ausreichend Sonnenlicht. Im Winterhalbjahr steht die Sonne jenseits des 40. Breitengrades jedoch zu tief, sodass die körpereigene Produktion zu niedrig ist.

Nur sehr wenige Lebensmittel wie Lebertran oder Salzwasserfische enthalten grössere Mengen an natürlichem Vitamin D. Kleinere Mengen kommen in Eiern, Fleisch, Milch und Butter vor. Gemüse, Nüsse oder Früchte enthalten nur sehr wenig bis kein Vitamin D.

Vitamin D ist nicht nur für die optimale Aufnahme von Kalzium in die Knochen zuständig, sondern er steuert unzählige wichtige Zell- und Immunvorgänge. Eine schwere Mangelerscheinung ist beispielsweise die Rachitis, bei der sich das Skelett verformt.


Literatur:

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