Vitamin D ist wegen der positiven Wirkung für Diabetiker wichtig

Diabetiker © Khongtham / shutterstock.com

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Vitamin D nicht nur den Knochen hilft. Experten weisen darauf hin, dass die positive Wirkung von Vitamin D auch für Diabetiker wichtig ist.

Im Grunde genommen war das Sonnenvitamin lange Zeit nur für seine positiven Wirkungen auf das Skelett und den Kalzium-Haushalt bekannt. So wurde beispielsweise vor etwa 100 Jahren das Vitamin D als Heilmittel gegen die schweren Skelettdeformationen der Rachitis entdeckt. Mittlerweile kennt die Wissenschaft jedoch viele weitere positive Eigenschaften des Vitamins. So greift es regulierend in Immunprozesse ein. Weiter steuert es das Zellwachstum sowie die Zelldifferenzierung. Allerdings beeinflusst es auch den Zuckerhaushalt. Deswegen scheint nun auch für Diabetiker endgültig bestätigt zu sein, dass das Vitamin D zudem in der Therapie des Diabetes wichtig ist.

 

Den Körper mit Vitamin D versorgen

Unter dem Strich kann man im Gegensatz zu anderen Mikronährstoffen das Vitamin D nicht hauptsächlich mit der Nahrung aufnehmen. Denn der Mensch kann beziehungsweise muss es auch selbst produzieren. Dies geschieht dann mithilfe des UV-Lichts der Sonne. Und zwar kann die Haut unter Einfluss der Sonne das wertvolle Sonnenvitamin herstellen.

Allerdings reicht in den Wintermonaten die Sonneneinstrahlung häufig nicht aus. Zudem gehen auch im Sommer viele Menschen nicht genug ins Freie. Manchmal schirmen sie zudem das UV-Licht durch Kleidung und Sonnenschutz fast vollständig ab. Daher leiden viele Menschen unter einem Vitamin D-Mangel, ohne es überhaupt zu bemerken.

Besonders kann der Mangel an Vitamin D gravierend für Diabetiker sein. Denn bei einem Diabetiker läuft der Abbau der Knochenmasse, der jeden Menschen ab dem frühen Erwachsenenalter betrifft, deutlich schneller ab. Ein ausreichender Vitamin D-Spiegel kann dem entgegenwirken. Denn damit lässt sich die Gefahr von Osteoporose und Knochenbrüchen senken.

Vitamin D kann außerdem die Produktion und Sekretion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse verbessern. Zudem kann es die Wirkung des Hormons an den Muskeln erhöhen. Damit trägt das Vitamin D unmittelbar zur Regulation des Blutzuckerspiegels bei.

 

Rezeptoren für Vitamin D finden sich in fast allen Zellen des menschlichen Körpers

Aus wissenschaftlichen Studien ist inzwischen bekannt, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D auch für andere Körperfunktionen wichtig ist. Beispielsweise verringert ein guter Vitamin D-Spiegel die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Weiter soll es gegen das das Sturzrisiko. Schließlich verringert es auch das Risiko für psychische Störungen wie Angstzustände oder eine Depression.

 

Optimale Werte zwischen 30 und 50 ng/ml. Oder höher?

Die Erkenntnis, dass Vitamin D ein physiologisches Multitalent ist, hat auch dazu geführt, dass die Wissenschaft die Empfehlungen für eine ausreichende Versorgung neu überdacht hat. Lange Zeit galt erst ein Serumspiegel von unter 10 ng/ml als Vitamin D-Mangel und Werte über 20 ng/ml als ausreichend. Heute nimmt man an, dass optimale Werte zwischen 30 und 50 ng/ml liegen. Diesen Serumspiegel zu erreichen, ist zumindest in den Wintermonaten schwierig. Hierzu müsste man große Mengen fetthaltigen Fisch, Rinderleber, Eigelb oder Pilze zu sich nehmen.

Menschen, die ein Risiko für einen Vitamin D-Mangel tragen, sollten jedenfalls mit ihrem Arzt über die Einnahme eines Präparates mit Vitamin D sprechen. Gefährdet sind beispielsweise chronisch Kranke, Ältere sowie allgemein Menschen, die zu wenig in der Sonne sind. Oder solche mit mit Malabsorption oder einem Risiko für Osteoporose.


Literatur:

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Quelle und Informationen:

Professor Dr. Klaus Badenhoop. Über die Rolle von Vitamin D für Diabetiker. 123. Internistenkongress.
www.dgim.de

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