Vitamin D-Mangel fördert Atemwegserkrankungen, Infektionen der Lunge und grippale Infekte

Österreich, Deutschland und die Schweiz sind Länder mit Vitamin-D Mangel. Gerade im Sinne der Prävention von Erkrankungen ist hier entgegenzuwirken. © uduhunt / shutterstock.com

Österreich, Deutschland und die Schweiz sind Länder mit Vitamin-D Mangel. Gerade im Sinne der Prävention von Erkrankungen ist hier entgegenzuwirken. © uduhunt / shutterstock.com

Vitamin D-Mangel schwächt das Immunsystem und macht uns anfälliger für Atemwegserkrankungen, Infektionen der Lunge und der Atemwege sowie grippale Infekte.

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht immer Plätze an der Sonne. Im Zeitraum von Oktober bis April steht hier auf der Nordhalbkugel die Sonne nicht hoch genug am Himmel, um unsere Haut mit den notwendigen UV-B-Strahlen von 290 bis 315 nm zu versorgen, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion ausreichend anzukurbeln. Vitamin D ist zudem nur begrenzt speicherbar, etwa 4 bis 5 Wochen. Dementsprechend häufig kommt es zu Vitamin D-Mangel, der auch Immunsystem und Atemwege beeinträchtigen beziehungsweise Atemwegserkrankungen, Infektionen der Lunge sowie grippale Infekte fördern kann.

 

Zahlreiche Anwendung von Vitamin D

Jahrhunderte lang hatte Vitamin D in der Medizin seine Bedeutung in der Vorbeugung von Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen.

Verschiedene aktuelle Erkenntnisse der weltweiten Vitamin D-Forschung waren in den letzten Jahren aber spektakulär und ließen das Sonnenvitamin in einem ganz neuen Licht erstrahlen.

Vitamin D wird in unserem Körper nicht nur für den Knochenstoffwechsel, sondern für die reibungslose Funktion fast aller Zellen und Organe benötigt.

Speziell Personen mit Allergien, Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sollten einen Vitamin D-Mangel vermeiden. Denn das Risiko für Atemwegsinfekte durch einen solchen Vitamin D-Mangel bis zum 5-Fachen erhöht ist.

 

Jahr für Jahr sollte deswegen unter anderem in Erinnerung gebracht werden: Vitamin D-Mangel begünstigt auch das Auftreten von Infektionen der oberen Atemwege (z.B. grippaler Infekt) – diese zählen zu den häufigs­ten Erkrankungen überhaupt und verursachen hohe Kosten aufgrund von Arbeitausfällen und Ähnlichem.

Erwachsene sind durchschnittlich 3- bis 4-mal pro Jahr, Kleinkinder sogar bis zu 13-mal von Infektionen betroffen. Lange hat die Wissenschaft gerätselt, warum Grippe- und Erkältungswellen immer in der sonnenarmen Jahreszeit über unser Land schwappen.

Verschiedene Studien in den letzten Jahren lieferten dazu eine „neue“ und durchaus plausible Erklärung. Denn eine immunschwächender Vitamin D-Mangel könnte die Wurzel des Übels sein.

 

Vitamin D-Mangel erhöht erheblich die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege und grippale Infekte

Eine unzureichende Versorgung mit Vit­amin D, ein Vitamin D-Mangel, schwächt das Immunsystem und erhöht im Herbst und Winter bei Alt und Jung erheblich die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege und grippale Infekte. Vitamin D senkt die Infektiosität von Erkältungsviren, indem es die Produktion von körpereigenen Antibiotika steigert.

Auch Entzündungsprozesse werden durch Vit­amin D gedämpft und unser Immunsys­tem auf breiter Ebene gestärkt. Vitamin D steigert bei allergischen Erkrankungen die Produktion von antiallergischen und entzündlichen Botenstoffen der Immunzellen. Darunter die stark entzündungshemmend und antiallergisch wirkenden Substanzen TGF-beta und Interleukin 10. Interleukin 10 gilt derzeit als vielversprechender Kandidat für die Therapie von allergischen Erkrankungen.

Personen mit Allergien, Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sollten vor allem auf eine gute Versorgung mit Vitamin D achten. Denn bei ihnen erhöht ein Vitamin D-Mangel das Risiko für Atemwegsinfekte bis zum 5-Fachen.

 

Die Dosis macht das Gift

Die Toxizität von Vitamin D als fettlösliches Vitamin wird oft stark übertrieben. Das offizielle Upper safe Limit (die unbedenkliche Obergrenze) einer Vitamin D-Zufuhr wurde im ­Juli 2011 von der amerikanischen endokrinologischen Gesellschaft mit 10.000 I.E. Vitamin D pro Tag bei Erwachsenen festgelegt.


Literatur:

Berardi S, Giardullo L, Corrado A, Cantatore FP. Vitamin D and connective tissue diseases [published online ahead of print, 2020 Mar 14]. Inflamm Res. 2020;10.1007/s00011-020-01337-x. doi:10.1007/s00011-020-01337-x

Stuart T. Haines Pharm.D., FCCP Sharon K. Park Pharm.D. Vitamin D Supplementation: What’s Known, What to Do, and What’s Needed. First published: 27 March 2012 https://doi.org/10.1002/phar.1037 Citations: 22

Aranow C. Vitamin D and the immune system. J Investig Med. 2011;59(6):881–886. doi:10.2310/JIM.0b013e31821b8755

Schwalfenberg GK. A review of the critical role of vitamin D in the functioning of the immune system and the clinical implications of vitamin D deficiency. Mol Nutr Food Res. 2011;55(1):96–108. doi:10.1002/mnfr.201000174


Quelle:

http://www.mayoclinic.org/drugs-supplements/vitamin-d/dosing/hrb-20060400

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