Vitamin D Mangel versteift die Blutgefäße

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...
Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Langanhaltender Vitamin D Mangel beeinflusst die Steifigkeit der Blutgefäße negativ. Das erhöft die Blutdruckamplitude und verändert Herzstruktur sowie Herzfunktion.

Unter dem Strich können die dunklen Wintermonate mit zu wenig Sonne zu einem Vitamin D Mangel führen. Dabei kann Vitamin D Mangel wiederum verschiedene Krankheiten verursachen. Allerdings waren lange Zeit die zusammenhängenden, biologischen beziehungsweise molekularen Mechanismen unklar. Schließlich reguliert das Vitamin D auch die Elastizität der Blutgefäße sowie dadurch auch die Blutdruckamplitude.

 

Vitamin D Mangel begünstigt zahlreiche Krankheiten

Im Grunde genommen gilt die UV-B Strahlung im Sonnenlicht als der wichtigste Faktor bei der Herstellung von Vitamin D im Körper. Deshalb tritt im Winter bei vielen Menschen ein Vitamin D Mangel auf. Wenngleich auch bestimmte Nahrungsmittel Vitamin D enthalten, so sind diese für eine ausreichende Versorgung im Körper in der Regel nicht ausreichend. Weiters weisen viele klinische Studien darauf hin, dass Vitamin D Mangel beziehungsweise ein zu niedriger Vitamin D Spiegel mit zahlreichen Erkrankungen begünstigt. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen sowie Krebs.

 

Steifigkeit der Blutgefäße

Im Grunde genommen kann Vitamin D indirekt auch den Blutdruck beeinflussen. Unlängst haben Forscher entdeckt, dass ein langanhaltender Vitamin D Mangel auch die Steifigkeit der Blutgefäße erhöht. Ein gutes Beispiel ist die Aorta, die ein sehr elastisches Blutgefäß ist, das sich bei jeder Pulswelle dehnt und wieder verengt. Hierbei zeigt sich sehr gut der negative Einfluss eines Vitamin D Mangels auf die Flexibilität des Gefäßes. Wobei die Steifigkeit der Blutgefäße auch mit dem Alter zunimmt. Deshalb steigt auch die Blutdruckamplitude im Laufe des Lebens an und führt zu strukturellen Veränderungen in der Aorta. Die Elastizität verschlechtert sich. Ein langanhaltender Vitamin D Mangel kann diesen Prozess beschleunigen.

Denn Vitamin D verstärkt die Herstellung des Enzyms eNOS (endotheliale Stickstoffmonoxid-Synthase), das in der innersten Schicht der Blutgefäße, dem Endothel, vorkommt. Dies ist sehr wichtig für die Regulation des Blutdrucks. Grundsätzlich produziert das Enzym Stickstoffmonoxid (NO), das ein wichtiger Faktor für die Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen ist. Denn wenn zu wenig NO gebildet wird, verlieren die Gefäße an Flexibilität. Infolge entstehen Bluthochdruck und anderen Kreislauferkrankungen.

 

Einfluss von Vitamin D im Mausmodell analysiert

Unlängst führten Forscher der Vetuni Wien Untersuchungen an genetisch veränderten Mäusen durch. Durch veränderte Vitamin D Rezeptoren der Tiere war Signalübertragung von Vitamin D nicht mehr möglich. Da Vitamin D auch den Kalzium- und Phosphathaushalt reguliert, erhielten die Nager eine Spezialdiät mit ausreichend Kalzium und Phosphor. Das Fehlen von Vitamin D war dabei der wesentliche Mangel, der die Physiologie der Tiere beeinflusste.

Nach etwa einem Jahr ohne Vitamin D Signalübertragung zeigten die Mäuse eine erhöhte Blutdruckamplitude. Die Forscherinnen führten eine Reihe von Untersuchungen an verschiedenen Geweben der Tiere durch. Um zu verstehen, was genau hinter der erhöhten Blutdruckamplitude steckt, analysierten sie die Aorta im Detail und fanden eine verminderte Expression von eNOS, sowie vermehrte Einlagerung von Kollagen und geringere Mengen elastischer Fasern. Die Blutgefäße wurden also im Laufe der Zeit steifer und konnten sich weniger flexibel dem Blutstrom anpassen. Die Folge war eine erhöhte Blutdruckamplitude und Veränderungen in Herzstruktur und Herzfunktion.

Literatur:

Andrukhova et al. Vitamin D Is a Regulator of Endothelial Nitric Oxide Synthase and Arterial Stiffness in MiceMolecular Endocrinology, Volume 28, Issue 1, 1 January 2014, Pages 53–64. https://doi.org/10.1210/me.2013-1252


Quelle: http://www.vetmeduni.ac.at/

Latest News

Fettreiche Ernährung in der Schwangerschaft schadet dem Ungeborenen

Eine fettreiche Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft schadet dem Gehirn des Ungeborenen Kindes und kann lebenslange Störungen verursachen. Ein...

Wiener Praxisplan mit aktualisiertem Design und erweiterten Features

Wiener Praxisplan mit aktualisiertem Design und erweiterten Features bietet noch mehr Service für die Patienten. Wobei man täglich aktualisiert und ergänzt. Ab sofort ist die wichtigste Arztsuche...

Ausreichend Vitamin D, Bewegung und REHA kann die COPD stoppen

Ausreichend Vitamin D, Bewegung und Rehabilitation können das Fortschreiten der COPD aufhalten sowie Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen deutlich erhöhen. Vitamin D, Bewegung sowie eine...

Tipps zur richtigen Ernährung für eine gesunde Leber

Gegen die häufigste Lebererkrankung Fettleber und allgemein für eine gesunde Leber helfen diese wertvolle Tipps zur richtigen, genussvollen Ernährung. Unter dem Strich sind Übergewicht und...

Unzureichende Therapie bei Migräne trotz frei zugänglicher Leitlinien

Obwohl es frei verfügbare Leitlinien zu Migräne gibt, kommt es dennoch noch zu unnötigen Untersuchungen und oft auch zu einer nicht angemessenen Therapie. Unter dem Strich...

More Articles Like This