Vitamin C-Mangel schwächt Immun- und Zellschutz

Vitamin C © bitt24 / shutterstock.com

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Viele Menschen leiden unter latentem Vitamin C-Mangel, wobei manche Symptome auch durch den beeinträchtigten Immun- und Zellschutz auftreten.

Vitamin C ist als Immunschutz- und Zellschutz-Stimulans beliebt. Man bezeichnet das Vitamin auch als Ascorbinsäure und setzt es vor allem vorbeugend als Zusatztherapie sowie in der Rekonvaleszenzzeit ein. Häufige Anwendungsgebiete für eine Supplementierung sind bestätigter Vitamin C-Mangel, Zahnfleisch- und Bindegewebsprobleme, um verschiedene Symptome bekämpfen zu können. Beispielsweise im Zusammenhang mit der Wundheilung, Chronischen FußgeschwürenArthrosen und im Wachstum befindlichen Kindern und Jugendlichen. Wobei man zahlreiche Ursachen von Vitamin C-Mangel auch vermeiden kann.

 

Ursachen für Vitamin C-Mangel

Ein erhöhter Bedarf oder eine schlechte Nährstoffaufnahme (Malabsorption) kann Vitamin C-Mangel verursachen und droht bei

Auch die Zufuhr zu geringer Ascorbinsäure-Mengen kann für einen Vitamin C-Mangel verantwortlich sein. Dies kann bei Ess-Störungen oder falschen Diäten der Fall sein. Allgemein sind Menschen die kaum Gemüse und Obst konsumieren, ebenfalls gefährdet.

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Symptome für Vitamin C-Mangel

Im Zusammenhang zu Ursachen und Symptomen sowie Vitamin C-Mangel ist vor allem Skorbut zu nennen. Denn Skorbut ist ein berühmtes klinisches Syndrom. Zahlreiche Geschichten von Piraten und britischen Seeleuten machten die Krankheit gerade in der Entdeckerzeit sehr berüchtigt. Wobei Skorbut bereits erstmals 1550 v. Chr. beschrieben wurde.

 

Latenter Vitamin C-Mangel häufiger als vermutet

Als Anti-Skorbut-Vitamin hatte Vitamin C vorwiegend in der Geschichte große Bedeutung, um weiland eben Skorbut zu vermeiden. Die Erkrankung war vor allem auf langen Schiffsüberfahrten berüchtigt. Doch ein latenter Vitamin C-Mangel ist auch heute sehr häufig. Darunter leidet der Zellschutz und Infektabwehr im Körper. Auch Skorbut tritt deswegen immer wieder auf, und ist Gegenstand prominent publizierter Untersuchungen.

Reduzierendes Vitamin C, das auch als Zusatzstoff zur Konservierung eingesetzt wird, hat physiologisch Bedeutung für den Eisen-, Folsäure und Kupferstatus sowie das gesamte antioxidative System. Bei Erkrankungen mit erhöhtem oxidativen Stress – wie Krebs, Infektionen, Rheuma, Atherosklerose, Diabetes, Katarakt, Verbrennungen, Operationen – braucht der Körper mehr an Vitamin C. Deswegen sollte man Vitamin C-Mangel dementsprechend unbedingt vermeiden.

Verschiedene prospektive Studien zeigten in der Vergangenheit ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Katarakt, Mund-, Ösophagus- und Magenkrebs bei einem gutem Vitamin C-Status.

Orthomolekular-medizinisch wird Vitamin C in zahlreichen dieser Bereichen vorbeugend, therapeutisch und als Zusatztherapie eingesetzt. Berichtet wird auch von Versuchen, mit Ascorbinsäure einen Helicobacter Pylori zu eradizieren sowie Bluthochdruck, Blutzucker- und Blutlipiderhöhungen entgegenzusteuern.

 

Vitamin C – starker Radikalfänger

Vitamin C und andere Antioxidantien sollen als Radikalfänger bestimmte Erkrankungsrisiken senken, Spätfolgen und Komplikationen bestehender Erkrankungen vermindern. Bei physischem und psychischem Stress, depressiven Verstimmungen, Müdigkeit, Schwäche, Histaminosen, Allergien, Asthma muss ein Vitamin C-Mangel und gegebenenfalls eine Supplementierung in Erwägung gezogen werden.

Gut verträglich sind sogenannte gepufferte Natrium- und Calcium-Salze, Ester C, natürliches und retardiertes Vitamin C oder auch kleine Dosen des Pulvers über den Tag verteilt. Zur Abrundung der Wirkung empfiehlt sich dazu ein Antioxidanzien-Mix in Form von Kombinationspräparaten oder Gemüsesaft mit reichlich Flavonoide.

Vitamin C wirkt also als starkes Antioxidans. Dabei schützen wasserlösliche Ascorbate, wie die Salze der Ascorbinsäure (Dehydroascorbat-System) genannt werden, als Radikalfänger die körpereigenen Strukturen direkt vor Angriffen durch Sauerstoffradikale (ROS – Reactive Oxygen Species, Reaktive Sauerstoffspezies).

Dies läuft stets in engem Zusammenspiel mit anderen Antioxidanzien ab. Sogenannte Prooxidative beziehungsweise toxische und chronisch-degenerative Prozesse wie Nitrosamin- und Methämoglobin-Bildung, Protein-Glycosylierungen, atherosklerotische und kataraktogene Vorgänge sollen so vermindert werden.

Der Ascorbinsäure werden antikanzerogene Eigenschaften zugeschrieben, weiters ist sie an der Inaktivierung von Schwermetallen, Arzneimitteln und Xenobiotika beteiligt. Als Reduktionsmittel ermöglicht sie weiters die Resorption von pflanzlichem Nicht-Häm-Eisen, den Eisen-Einbau in Ferritin und die Bereitstellung von aktivem Tetrahydrofolat.

 

Interessante Nahrungsquellen zur Vermeidung

Das wasserlösliche Vitamin C findet sich in frischen, rohen oder schonend gegarten pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Besonders hohe Mengen finden sich in und direkt unterhalb der Schale von Beeren, verschiedenen Gemüsesorten und Früchten (Zitrus-).

Die ergiebigsten Quellen sind neben den exotischen Acerolakirschen die späten Herbstfrüchte wie Hagebutten, Sanddorn, Kornelkirschen etc., gefolgt von schwarzen Johannisbeeren. Frisches, teilweise aber auch Tiefkühl-Gemüse sowie Kräuter, Kartoffeln und Sauerkraut enthalten enthalten oft mehr Vitamin C als beispielsweise Zitrusfrüchte. Innereien, Fleisch und Milch enthalten hingegen nur geringe Mengen.

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Wie der Körper Vitamin C verarbeitet

Ascorbinsäure wird großteils im Dünndarm, zum Teil auch in der Mundhöhle, über einen Natrium-abhängigen, sättigbaren Transport aktiv resorbiert. Höhere Dosen werden durch passive Diffusion aufgenommen, wobei Mengen bis 200 mg fast vollständig und größere Einzeldosen in wesentlich geringerem Ausmaß im Körper gespeichert wird.

Im Blut liegt Vitamin C Albumin gebunden vor, besonders hohe Konzentrationen finden sich in Nebennieren, Hypophyse, Pankreas, Magensaft und Augenlinse. Gesättigte Körperspeicher reichen für mehrere Wochen. Überschüssiges Vitamin C wird unverändert über Stuhl und Urin sowie auch Abbauprodukte (Dehydroascorbinsäure, Diketogulonsäure, Oxalsäure) im Urin ausgeschieden.

 

Vitamin C als essenzieller Co-Faktor

Gemeinsam mit Kupfer und Eisen ist Vitamin C essenzieller Co-Faktor von zahlreichen Hydroxylasen und Monoxygenasen. So ist es Teil der Glucosaminoglycan- und der Kollagen-Biosynthese, indem es dessen Quervernetzung durch Hydroxylierung der Aminosäuren Prolin und Lysin ermöglicht.

Auch bei den Synthesen von zahlreichen Releasing- und NNR-Hormonen[3], 5-OH-Tryptophan und Carnitin, im Tyrosin-Stoffwechsel, beim Abbau von Cholesterol zu Gallensäuren und bei weiteren hepatischen Metabolisierungsreaktionen sind solche Hydroxylasen tätig. Vitamin C ermöglicht und stimuliert auch die humorale und zelluläre Immunantwort.


Literatur:

Gunton JE, Girgis CM, Lau T, Vicaretti M, Begg L, Flood V. Vitamin C Improves Healing of Foot Ulcers; A Randomised, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Br J Nutr. 2020 Sep 28:1-21. doi: 10.1017/S0007114520003815. Epub ahead of print. PMID: 32981536.

Luke Maxfield; Jonathan S. Crane. Vitamin C Deficiency (Scurvy). StatPearls [Internet]. Last Update: July 2, 2020.

Kern M, Gardner JM. Mucocutaneous Manifestations of Scurvy. N Engl J Med. 2020;382(20):e56. doi:10.1056/NEJMicm1911315

Carr AC, Maggini S. Vitamin C and Immune Function. Nutrients. 2017;9(11):1211. Published 2017 Nov 3. doi:10.3390/nu9111211

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