Viszeralchirurgie bei Krebs und Metastasierung

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Die moderne Viszeralchirurgie hat einen großen Anteil an den verbesserten Behandlungsmöglichkeiten bei metastasierten Tumorerkrankungen.

Darmkrebs steht in unseren Breiten an dritter Stelle der Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr und liegt unter den zehn häufigsten Todesursachen. Bis zu einem Viertel der Patienten haben bei der Diagnosestellung bereits Metastasen in anderen Organen und knapp die Hälfte der Patienten entwickeln Metastasen innerhalb der ersten drei Jahre nach Diagnose. Bevorzugter Ort der Metastasierung ist die Leber, gefolgt von der Lunge, etwa ein Viertel der Patienten mit Metastasen weisen einen Befall von Leber und Lunge auf. Die Chance auf eine Heilung wurde noch vor kurzer Zeit bei einer Metastasierung nahezu ausgeschlossen und die Therapie daher häufig unter palliativen Gesichtspunkten geplant. Hier hat die Viszeralchirurgie mittlerweile auch bei metastasierten Tumorerkrankungen vielversprechende Optionen.

 

Moderne operative Verfahren der Viszeralchirurgie

Die Fortschritte in der Behandlung von Krebs-Erkrankungen in den letzten Jahren haben die Möglichkeiten auch bei metastasierten Tumorerkrankungen jedoch deutlich verändert und verbessert. Die Viszeralchirurgie hat an dieser positiven Entwicklung einen großen Anteil. Moderne operative Verfahren – auch unter Verwendung minimal-invasiver Techniken – die sogenannte „Schlüsselloch-Chirurgie“ – können auch bei Metastasen in mehreren Organen heutzutage eine Heilung herbeiführen.

Neben den rein chirurgischen Verfahren, die aufgrund technischer Weiterentwicklungen ausgedehnter und zugleich schonender durchgeführt werden können, spielen auch Kombinationen unter Einschluss von interventionellen und medikamentösen Therapieformen eine zunehmende Rolle. Die Vielzahl an Verfahren macht es notwendig, dass verschiedene Spezialisten eng zusammenarbeiten und individuell die passende Strategie für den Einzelfall besprochen, geplant und verfolgt werden muss. Die dabei zu bedenkenden Risiken und Probleme sind vielfältig und es erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Expertise von allen beteiligten Fachärzten, um gemeinsam mit dem Patienten einen erfolgversprechenden Therapieplan zu erstellen. Um diesem hohen Anspruch gerecht werden zu können, braucht es einige organisatorische Vorbereitungen und strukturelle Voraussetzungen, damit Betroffene auch sicher sein können, dass alle möglichen Techniken vorgehalten, angeboten und auch diskutiert werden.

Zertifizierungen

Organisatorische Vorbereitungen, strukturelle Voraussetzungen, das Angebot verschiedener Techniken, etc., werden im Rahmen von Zertifizierungen überprüft und bilden eine Grundlage für die Erteilung des Zertifikats „Zentrum“. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat ein umfassendes System zur Zertifizierung von spezialisierten Abteilungen über die Jahre hinweg weiterentwickelt und damit beigetragen zur Verbesserung der Versorgungsstruktur unserer Patienten. Neben der individuellen Expertise der Operateure spielen dabei auch die Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle und sind mit entscheidend für eine erfolgreiche Krebstherapie. Selbst wenn die Heilung des Leidens leider nicht mehr erreicht werden kann, so bieten die verschiedenen Verfahren die Option einer Verbesserung der Lebensqualität und eine Verlängerung der Lebenszeit. Das Ziel dabei ist der Gewinn einer qualitativ hochwertigen und selbstbestimmten Lebensdauer unter gezieltem Einsatz abgestimmter Maßnahmen zur Vermeidung von Schmerzen, Qual und Leid.


Quelle:

Statement » Darmkrebs heilen trotz Metastasen: was moderne Viszeralchirurgie heute möglich macht « von Professor Dr. med. Jörg C. Kalff, Präsident DGAV, Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinik Bonn zum Kongress Viszeralmedizin 2018, September, Berlin

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