Viel zu wenige Migränepatienten bekommen eine optimale Behandlung

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Bei vielen Migränepatienten könnte man die Behandlung verbessern. Zwei Drittel der Migränepatienten waren sogar noch nie deswegen beim Arzt.

Im Grunde genommen ist Migräne weit verbreitet. In unseren Breiten ist etwa jeder zehnte Erwachsene betroffen. Allerdings waren mehr als zwei Drittel der Betroffenen noch nie deswegen zu Abklärung der Kopfschmerzen beim Arzt. Und nicht einmal jede fünfte Person ist in neurologischer Behandlung. Mit der Folge, dass Migräne häufig nicht diagnostiziert und nicht entsprechend behandelt wird. Daher profitieren viel zu wenige Migränepatienten von einer effektiven Behandlung sowie von neuen Therapiemöglichkeiten.

 

Zahlreiche Belastungen durch Migräne

Viele Migränepatienten unterschätzen und vernachlässigen ihre Kopfschmerzerkrankung. Und das, obwohl die Migräne zu zahlreichen Einschränkungen im Alltag und zu einer deutlich verringerten Lebensqualität führt.  Wie groß die Belastung für Migränepatienten ist, zeigt eine Umfrage unter Betroffenen in Österreich mit mindestens 4 Migräne-Tagen pro Monat.

  • Beispielsweise gaben 3 von 4 Befragten an, dass sie unter Schlafprobleme leiden.
  • Weiter verebringen 4 von 5 Befragten viel Zeit abgeschottet in Dunkelheit. Wobei das durchschnittlich fast 16 Stunden pro Monat sind.
  • Schließlich beeinflusst bei rund 2 von 3 Befragten die Migräne auch die Partnerschaft und das Familienleben negativ. Und dasselbe gilt auch für das Berufsleben.

 

Migränepatienten über eine vorbeugende Behandlung informieren

Unter dem Strich suchen viel zu wenige Betroffene professionelle Hilfe. Beispielsweise sind 67,3 % der Migränepatienten laut einer aktuellen Eurolight-Befragung noch nie zum Arzt gegangen, um die Erkrankung beziehungsweise die Kopfschmerzen abklären zu lassen. Nur 17,5 % der befragten Personen befanden sich in neurologischer Behandlung.

Vor allem eine vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) kommt noch zu wenigen Migränepatienten zugute. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Migräneprophylaxe. Schließlich ist hierzu die neueste Entwicklung der Einsatz von monoklonalen anti-CGRP-Antikörper.

Literatur:

Lampl C et al. One-year prevalence of migraine in Austria: a nation-wide survey. Cephalagia 2003; 23:280–286. DOI:10.1046/j.1468-2982.2003.00509.x

Katsarava Z et al. Poor medical care for people with migraine in Europe – evidence from the Eurolight study.  J Headache Pain. 2018; 19(1): 10. Published online 2018 Feb 1. doi: 10.1186/s10194-018-0839-1

»My Migraine Voice Survey«, Umfrageergebnisse für Österreich, April 2018

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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