Verteporfin gegen altersbedingte Makuladegeneration

Verteporfin © Fvasconcellos / shutterstock.com

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Die photodynamische Behandlung mit Verteporfin hat vor etwa zwanzig Jahren die Behandlung der feuchten Makuladegeneration revolutioniert.

Verteporfin kommt für die Behandlung von Erwachsenen mit exudativer, feuchter, altersbedingter Makuladegeneration (AMD) mit vorwiegend klassischen subfovealen chorioidalen Neovaskularisationen (CNV), sowie für Erwachsenen mit subfovealen chorioidalen Neovaskularisationen infolge pathologischer Myopie zum Einsatz. Der auch als Benzoporphyrin-Derivat-Monosäure bekannte Wirkstoff sollte nur von Experten verabreicht werden, die in der Therapie von Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration oder krankhafter Myopie besitzen.

 

Altersbedingte Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht bei Millionen Menschen schwere Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung. Über 50-Jährige erkranken daran. Mögliche Anzeichen für eine altersbedingte Makuladegeneration sind:

Die trockene senile Makuladegeneration tritt in 85% der Fälle auf und verläuft sehr langsam. Der Sehverlust entsteht durch eine Ansammlung von gelben, fetthaltigen Ablagerungen, die als Drusen bezeichnet werden.

Die feuchte senile Makuladegeneration ist die zweite Form, die in 15% der Fälle vorkommt und fast allen Fällen innerhalb von 2 Jahren zu einer Fast-Erblindung führt. Die Bezeichnung feuchte Form resultiert vom wuchernden Einwachsen neuer, nicht genügend dichter Blutgefäße in Bereiche der Netzhaut (Fovea centralis), die das fokussierte Sehen ermöglichen. Durch Lecks treten Blut und darin enthaltene Bestandteile aus und verursachen Narbenschäden in diesem Teil der Retina. Ein dunkler Fleck beeinträchtigt den zentralen Teil des Gesichtsfeldes.

 

Verteporfin – die Benzoporphyrin-Derivat-Monosäuren

Verteporfin ist eine sehr komplexe semisynthetische Porphyrin-Mischung, die aus zwei regioisomeren Benzporphyrin-Derivat-Monosäuren bestehend, die ihrerseits als Racemat-Mischung vorliegen.

Verteporfin ist kaum wasserlöslich und wird als steriles, lipidhältiges liposomales System – angereichert mit Antioxidantien versehen, parenteral angewendet.

Die Porphyrin-Mischung absorbiert, entsprechend seiner chemischen Struktur, Licht und überträgt die aufgenommene Energie im zweiten Schritt auf Sauerstoff. Der entstehende hoch reaktive, kurzlebige Singulett-O2 schädigt dann innerhalb seiner Reichweite biologische Strukturen. Es kommt zu lokalen Gefäßverschlüssen, zu Zellschäden bis hin zum Zelltod.

 

Unerwünschte Wirkung

Eine Verteporfin-Infusion verursacht häufig Beschwerden an der Injektionsstelle. Dazu zählen Schmerzen, Ödem, Blutung und Entzündungen. Auch Sehstörungen wie verschwommenes Sehen und Sehverschlechterung sowie Gesichtsfelddefekte können auftreten. Bei 1% bis 4% der behandelten Patienten kann innerhalb von sieben Tagen nach der Infusion ein starker Sehverlust die Folge sein.

Vorsichtsmaßnahmen

Verteporfin bildet nach der Aktivierung mit Licht und in Gegenwart von Sauerstoff bildet zytotoxische Produkte. Patienten sollten nach der Infusion für 48 Stunden direktes Sonnenlicht oder helles Halogenlicht meiden. Haut und Augen sind mit Kleidung und Sonnenbrille zu schützen, die Gefahr für einen Sonnenbrand ist groß. Die Anwendung ist bei Patienten mit Porphyrie und bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert.

Keine Gefahr stellt die normale Innenbeleuchtung  dar, deswegen sollten sich Patienten nicht im
Dunkeln aufhalten, sondern normale Innenraumbeleuchtung nutzen, damit der Abbau von
Verteporfin beschleunigt wird.

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