Mit Essigsäure spülen nach Verschlucken einer Batterie

Eine Knopfbatterie, Knopfzellen, stellen nach Verschlucken eine echte Gefahr dar. © iMacron / VAV / shutterstock

Eine Knopfbatterie, Knopfzellen, stellen nach Verschlucken eine echte Gefahr dar. © iMacron / VAV / shutterstock

Nach Verschlucken einer Knopfbatterie sollte man mit Essigsäure spülen, um das Speiseröhren-Gewebe zu schützen sowie spätere Komplikationen zu verhindern.

Unter dem Strich verursachen bei Kindern heutzutage Verletzungen nach Verschlucken einer Knopfbatterie immer schwerwiegendere Beschwerden. Dabei kommt es oft zu verheerenden Verletzungen und manchmal sterben die Kinder sogar daran. Denn Knopfbatterien schädigen das Speiseröhren-Gewebe durch isotherme Hydrolysereaktionen, was zu einer alkalischen Ätzverletzung führt, die zu Gewebenekrose führt. Das sofortige Entfernen des Akkus ist sehr wichtig, um Schäden zu minimieren. Wenn Kinder jedoch eine Batterie verschlucken, kann die Verletzung auch nach dem Entfernen noch das Speiseröhren-Gewebe schädigen, dagegen empfiehlt sich die Verwendung von Essigsäure.

 

Nach dem Verschlucken der Batterie verdünnte Essigsäure beim Entfernen einsetzen

Kürzlich führten nun Chirurgen des Nationwide Children’s Hospital eine Studie zur Speiseröhrenspülung mit 0,25% Essigsäure durch. Und zwar setzten sie verdünnten, sterilen Essig beim Entfernen der Knopfbatterie ein. Dabei zeigte sich, dass sich das Erscheinungsbild der Schleimhaut verbesserte. Übrigens hat Essig zum Kochen im Haushalt normalerweise eine Konzentration von 5%.

Auch nach dem Verschlucken der Knopfbatterie und deren Entfernung kann das Speiseröhren-Gewebe trotzdem durch die Akkuflüssigkeit weiter geschädigt werden“, sagt Dr. Kris Jatana. Sie ist Leiterin der Pädiatrischen HNO-Abteilung bei Nationwide Children’s und Hauptautor der Studienveröffentlichung. „Komplikationen können bei Tracheo-ösophagealen Fisteln um bis zu 9 Tage verzögert auftreten. Und bei Aorto-ösophagealen Fisteln um bis zu 28 Tage.“

Chirurgen spülten nun die Verletzungsstelle nach der Entfernung der Batterie mit steriler 0,25%-iger Essigsäure. Und zwar bei sechs Patienten im Alter von 19 Monaten bis 10 Jahren, bei denen eine 3-V-Lithium-Knopfbatterie 2 bis 18 Stunden in der Speiseröhre steckte. „Als wir das Gewebe im OP betrachteten, konnten wir feststellen, dass es sich nach der Spülung mit Essigsäure optisch verbessert hat“, sagt Dr. Jatana. Auch er ist ebenfalls außerordentlicher Professor an der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie der Ohio State University. „Und bei keinem dieser Patienten traten akute oder verzögerte Komplikationen der Speiseröhre auf.“

 

Spülung mit 0,25% Essigsäure nach Verschlucken einer Batterie empfohlen

Die National Capital Poison Center-Richtlinien für Knopfzellen empfehlen derzeit diese neue Spülung mit 0,25% Essigsäure während des Entfernens der Knopfzellen. Dies ist die erste Fallserie, die bei pädiatrischen Patienten veröffentlicht wurde.

Die Methode sollen Ärzte nun auf der ganzen Welt nach dem Entfernen der Knopfbatterie einsetzen. Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung der schnellen endoskopischen Entfernung. Zudem die Notwendigkeit zusätzlicher Strategien zur Neutralisierung der Akuflüssigkeit am verletzten Gewebe.

„Eine schnelle Neutralisierung des pH-Werts des Ösophagusgewebes so bald wie möglich nach dem Entfernen der Knopfbatterie kann eine fortschreitende Gewebeverletzung, die mit einer längeren alkalischen Umgebung verbunden ist, verhindern. Außerdem verringert das Langzeitkomplikationen „, schließt Dr. Jatana.


Literatur:

Kris R. Jatana Christine L. Barron BA Ian N. Jacobs. Initial clinical application of tissue pH neutralization after esophageal button battery removal in children. The Laryngoscope. First published: 05 March 2019 https://doi.org/10.1002/lary.27904


Quelle: Nationwide Children’s Hospital

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