Erste Hilfe: Richtig Verletzungen und Wunden behandeln

Erste Hilfe beim Behandeln von Verletzungen und Wunden ist kompliziert, die verschiedenen unterschiedlichen Materialien machen die Auswahl kompliziert.

Unter dem Strich leisten beim Behandeln von akuten Wunden und Verletzungen meistens die Lebenspartner, Eltern und Kindern, Freunden sowie auch Berufskollegen Erste Hilfe. Wer in diesem Sinne in professionellen Kursen gelernt hat, wie man im Notfall effektiv Verletzungen und Wunden behandeln kann, der weiss sehr genau, dass das Leisten von Erster Hilfe niemals falsch sein kann. In jedem Fall muss man helfen.

Wichtig ist es auch, dass im Haushalt, am Arbeitsplatz oder im Auto etc. stets geeignetes Verbandsmaterial vorhanden ist, um Verletzungen und Wunden behandeln zu können. Mit unterschiedlichen Materialien kann man heute Verletzungen und Wunden behandeln, das macht die Produkteauswahl im Vorfeld im Sinne der Organisation von Verbandskasten und Hausapotheke bzw. am Arbeitsplatz komplexer. Auch auf Einmalhandschuhe für den Eigenschutz sollten nicht vergessen werden.



Richtig Wunden behandeln

Wunden zerstören jedenfalls die Hautschicht. Dementsprechend können Erreger von Eiter, Tetanus und Tollwut in den Körper eindringen. Weiter können darunter liegende größere Blutgefäße, Nerven, Muskeln, Knochen oder Organe betroffen sein. Es ist es wichtig, zwischen Wunden für die Selbstversorgung und solchen, die unbedingt einer ärztlichen Behandlung unterzogen werden müssen, zu differenzieren.

Die wichtigsten Anforderungen an einen Wundverband für einen akuten Notfall sind keimfreie Wundauflage, Polsterschicht und Befestigung. Die keimfreie Wundauflage hilft bei der Blutstillung und schirmt die Wunde vor weiteren Verunreinigungen ab. Sie muss größer als die Wunde gewählt werden.

Nach dem Entfernen der keimfreien Verpackung wird die Wundauflage am Rand angefasst und rasch auf die Wunde gelegt. Keinesfalls darf sie eingesetzt werden, wenn sie beispielsweise zu Boden fällt oder durch eine andere Situation verschmutzt sein könnte. Eine Oberflächenbeschaffenheit, damit der Wundverband nicht mit der Wunde verkleben kann, ist auch von Vorteil.

Wunden die unmittelbar nach der Erstversorgung durch den Laien vom Arzt versorgt werden, benötigen übrigens keine Wund­reinigung und müssen nicht desinfiziert werden. Dadurch wird eine unnötige Mehrfachdesinfektion der Wunde mit unterschiedlichen Antiseptika vermieden. Bei Verätzungen und Verbrennungen sollten die Wunden durch Ausspülen mit sauberem Wasser jedoch gereinigt werden. bevor der Arzt aufgesucht wird. Darüber hinaus sind stark blutende Wunden auf Grund ihrer Blutung meist ohnehin sauber.

Harmlose, oberflächliche Wunden wie Schürfwunden und kleine Schnittwunden können man mit sauberem, handwarmem Wasser, mit einer sterilen Kochsalzlösung oder Ringerlösung gereinigt werden. Ein Antiseptikum sollte für die speziellen Wunden gemacht sein.

 

Versorgung bei Nasenbluten

Die oberflächlichen Blutgefäße in unserer Nasenscheidewand können bei Gewalteinwirkung, aber auch ohne erkennbare Ursache platzen. © Photographee / shutterstock.com
Die oberflächlichen Blutgefäße in unserer Nasenscheidewand können bei Gewalteinwirkung, aber auch ohne erkennbare Ursache platzen. © Photographee / shutterstock.com

Nasenbluten entsteht durch Platzen der oberflächlichen Blutgefäße in der Scheidewand der Nasen. Menschen mit Störungen der Blutgerinnung sind aber sehr gefährdet. Betroffene sollten sich hinzusetzen, den Kopf nach vorne beugen, den Nasenflügel auf der blutenden Seite an die Nasenscheidewand pressen und durch den Mund atmen. Kalte Nackenumschläge helfen, die Blutung zu stillen. Ist das Nasenbluten sehr stark und nicht zu stoppen, so muss der Patient zum Arzt oder ins Krankenhaus.

 

Verschiedene Materialien zum Wunden behandeln

Aluminium bedampfte Auflagen eignen sich sehr gut für die Behandlung von Verbrennungen und Verätzungen. Um suffizient stark blutende Wunden behandeln zu können, sind hingegen Wundauflagen mit einer dickeren Polsterschicht – wie bei Saugkompressen – angezeigt. Saugkompressen dienen zum Aufsaugen von Wundsekret und Blut. Ist keine derartige Wundauflage griffbereit, so kann auch eine sauberes, saugfähige Textilie – wie das bekannte Dreiecktuch – gute Dienste leisten.

Um den Verband gut fixieren zu können, kommen selbst haftende Fixierbinden, Mullbinden, Dreiecktücher, Schlauchverbände, Heftpflaster etc. zum Einsatz. Um ausreichend schwach blutende Wunden behandeln zu können, reichen meist die bekannten Wundauflage Momentverbände oder Verbandpäckchen aus.




Bei starker Blutung Wunden behandeln

Starke Blutungen muss man jedenfalls rasch und ausreichend versorgen. Solche schlimmen Verletzungen können beispielsweise durch eine Abtrennung von großen Blutgefäßen entstehen. Dann kann der massive Blutverlust zu lebensbedrohlichen Kreislaufveränderungen führen. Wenn man dann die Blutung nicht schnell stillen kann, so kann es zu einem schweren Schockzustand kommen. In weiterer Folge droht Kreislaufversagen und sogar der Tod.

Im Grunde genommen setzt man den Fingerdruck und das Anlegen eines Druckverbandes als Erste Hilfe als wichtige Maßnahme zur Blutstillung und zum Behandeln dementsprechender Wunden und Verletzungen ein. Dazu setzt oder legt man die verletzte Person auf den Boden. Zudem sollte der verletze Körperteil hochgehalten werden. Dann sollte eine keimfreie Wundauflage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes auf die Wunde gepresst.

Übrigens kann man Wunden an Armen oder Beinen mit einem Druckverband versorgen. Dazu wird ein Druckkörper (größer als die Wunde) aus saugfähigem Material aufgelegt und fixiert. Dazu ist allerdings Erfahrung mit Erster Hilfe beim Behandeln von Wunden notwendig.

Abgetrennte Körperteile müssen möglichst gering geschädigt erhalten sein. Denn dann kann man sie mittels Operationen wieder – teilweise funktionserhaltend – anbringen. Der abgetrennte Körperteil sollte keimfrei wundversorgt und beispielsweise in einen Plastiksack aufbewahrt werden. Keinesfalls darf man die abgetrennten Körperteile waschen oder säubern. Aufgrund der Gefahr für eine dürfen sie schließlich auch nicht mit Eis oder Kälte in Berührung kommen.


Erste Hilfe und dann Wunden innerhalb von 6 Stunden mit professioneller Hilfe behandeln

Nachdem Erste Hilfe beim Behandeln von bestehen Wunden und Verletzungen geschehen ist, sollte man rasch – aber zumindest innerhalb der ersten 6 Stunden – professionelle Hilfe beim Arzt oder im Krankenhaus in Anspruch nehmen.

  • Erstens bei große Wunden ab etwa 2 cm Länge und 5 mm Tiefe.
  • Zweitens bei Schuss- und Stichwunden.
  • Drittens bei fehlender Tetanusimpfung in den letzten 10 Jahren.
  • Viertens bei Bisswunden und Gelenk nahen Wunden wegen der Gefahr einer Infektion.
  • Fünftens bei Wunden am Hand- oder am Fußrücken. Denn auch die Sehnen könnten betroffen sein.
  • Sechstens wenn Fremdkörper in der Wunde sind.
  • Weiter bei Augenverletzungen.
  • Zudem bei Insektenstichen im Mund-Rachenbereich oder wenn der Betroffene allergisch reagiert.
  • Schließlich auch bei Wunden im Bereich der Geschlechtsorgane.




Literatur:

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Kiel J, Kaiser K. Stress Reaction and Fractures. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020.

Bakke HK, Steinvik T, Angell J, Wisborg T. A nationwide survey of first aid training and encounters in Norway. BMC Emerg Med. 2017;17(1):6. Published 2017 Feb 23. doi:10.1186/s12873-017-0116-7

Elliott F. First Aid Preparedness. Occup Health Saf. 2017;86(4):28-30.


Quellen:

Dr. Darko Stamenov. Richtig Verletzungen und Wunden behandeln. MEDMIX online 2018.

MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine. https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/woundsandinjuries.html

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