Hausmittel, Medikamente sowie Verhaltensregeln gegen Halsschmerzen

Halsschmerzen können effektiv behandlet werden und sind meist harmlos. © decade3d-anatomy-online / shutterstock.com

Halsschmerzen können effektiv behandlet werden und sind meist harmlos. © decade3d-anatomy-online / shutterstock.com

In 9 von 10 Fällen verursachen Viren Halsschmerzen, dann können wichtige Verhaltensregeln sowie Hausmittel und Medikamente helfen, dass man schnell wieder gesund wird.

Nicht nur während der kalten Jahreszeit haben viele Menschen mit Halsschmerzen zu kämpfen. Die sind zwar meistens harmlos sind und klingen recht rasch ab. Doch sie können auch Anzeichen einer beginnenden Erkältung sein, oder eventuell sogar der Coronavirus-Erkrankung Covid 19 sein. Wobei eine breite Palette rezeptfreier Medikamente sowie Hausmittel zur Verfügung stehen, die gegen Halsschmerzen gute Wirkungen zeigen.

Empfehlenswert ist auch immer das Trinken von entsprechenden Tees mit Heilpflanzen gegen aufkommende Halsschmerzen. Außerdem können Vitamine und Mineralstoffe den Körper unterstützen. Beliebt und zu empfehlen sind auch Inhalationen gegen die Beschwerden. Das gilt auch zu den Verhaltensmaßnahmen, um Halsschmerzen noch vermeiden zu können.


Hausmittel Zwiebelwickel gegen Halsschmerzen

Zwiebelsäckchen, Zwiebelwickel, Zwiebelsocken und Zwiebel-Hustensaft: Zwieble altbewährt gegen Erkältungssymptome. © Isuhi / shutterstock.com

Hilfreich kann auch ein Zwiebelwickel um den Hals sein. Dazu schneidet man eine Zwiebel in Scheiben und wickelt diese mit einem Tuch um den Hals. Das Hausmittel Zwiebelwickel sollte dann 1 bis 2 Stunden gegen die Halsschmerzen einwirken. Alternativ zum Zwiebelwickel kann man auch Zwiebelsäckchen am Hals fixieren. Genaueres dazu findet man hier.


Viele Menschen, die häufig an Halsschmerzen erkranken, entwickeln auch persönliche Verhaltensregeln, um die Beschwerden zu vermeiden. Dazu zählen im Grunde genommen auch das ruhiger Treten im Alltag, Stress vermeiden. Beziehungsweise auch die körperliche Schonung.

In der Corona-Pandemie zeigte eine rezente italienische Studie zu den Symptomen von ambulanten Patienten mit Covid-19 unter Quarantäne, dass Halsschmerzen neben Schnupfen, Husten, und Tinnitus die häufigsten Beschwerden waren. Häufiger als Müdigkeit, Angstzustände, Depressionen und Stress.

 

Diese Verhaltensregeln sollten Sie bei Halsschmerzen einhalten!

Bei Halsschmerzen viel Flüssigkeit aufnehmen

Es ist sehr bekannt, wie wichtig es ist, dass man ausreichend genug Flüssigkeit aufnimmt. Denn die Schleimhäute im Rachen sollten gut befeuchtet sein, damit das Immunsystem die Viren gut bekämpfen kann. Viel Trinken beschleunigt auch den Abtransport der Erreger.

Lutschbonbons und Lutschtabletten halten die Schleimhäute ebenfalls feucht. Das Trinken warmer Getränke lindert die Halsschmerzen. Wie das die berühmte heiße Zitrone oder spezielle Hals- und Rachen-Teemischungen machen. Wobei auch kalte Flüssigkeiten auf der gereizten Rachenschleimhaut angenehm sein können.

Warme Flüssigkeiten fördern auch die Durchblutung der Schleimhäute. Und sie aktivieren so die lokale Abwehr. In diesem Zusammenhang haben auch warme Halswickel ihren Stellenwert (wie beim Zwiebelwickel). Eine gute Befeuchtung erzielt ebenso das Gurgeln mit Salzwasser oder pflanzliche Aufgüsse. Um das Salzwasser richtig zu machen, nimmt man etwa ein Viertel Teelöffel Salz auf ein Glas Wasser.

 

Auf frische Raumluft achten

Überheizte Räume mit trockener Luft beeinträchtigen ebenfalls die Abwehrfunktion der Schleimhäute. Deswegen ist es sinnvoll, wenn man einen Luftbefeuchter mit einem Hygrometer verwendet. Damit kann man dann auch die Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Auch der Aufenthalt in der frischen Luft ist empfehlenswert. Dabei sollte man den Hals aber mit einem Schal gegen die Kälte schützen.

 

Stimme schonen und mit normaler Lautstärke sprechen!

Die Heiserkeit nimmt der Stimme die Kraft. Dann kann das Anheben der Stimmlautstärke Beschwerden hervorrufen. Wer in so einer Situation dennoch sprechen muss, der sollte nicht schreien oder angestrengt flüstern. Sondern man sollte trotzdem so normal wie möglich reden.

Denn auch das Flüstern kann der Stimme schaden. Weil man dabei die Stimmbänder stark aneinanderpresst, was man eben vermeiden sollte. Denn dadurch kommt es zu einer höheren Belastung. Wer heiser ist, sollte sich auch nicht räuspern. Denn dabei schlagen die Stimmbänder mit starker Wucht aneinander.

 

Geeignete Lösungen gurgeln

Das Gurgeln ermöglicht es, dass man desinfizierende und schmerzstillende Arzneistoffe sehr effektiv auf die entzündeten Schleimhäute bringt. Es gibt aber auch Nachteile vom Gurgeln. Beispielsweise gibt es Menschen, die nicht gurgeln können, weil das bei ihnen einen Würgereiz auslöst.

Zum Gurgeln eignen sich verschiedene natürliche Zubereitungen. Und zwar sind solche beispielsweise ein lauwarmer Salbeitee oder verdünnte Lösungen mit Salbei. Außerdem hilft der Thymian, aber auch andere ätherische Öle. Es hat sich auch eine verdünnte Tinktur aus Kamille bewährt.

Die Heilmittel mit synthetischen Stoffen enthalten oft desinfizierende Substanzen. Die kann man eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Wirkstoffen einsetzen.

 

Rachen-Sprays

Alternativ zum Gurgeln gibt es auch Rachen-Sprays, die ähnlich wie Gurgellösungen zusammengesetzt sind. Sie enthalten Kamille und desinfizierende Substanzen, eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Stoffen.

Wichtig: Allgemein ist für die Übertragung von Bakterien und Viren eine Tröpfcheninfektion verantwortlich. Daher ist die Hygiene der Hände die beste Vorbeugung gegen Infektionen aller Art in der kalten Jahreszeit.


Antibiotika meist unnötig

Quelle: Image Point Fr / shutterstock.com

Der Einsatz von (lokalen) Antibiotika ist meist nicht angebracht, da in über 8 von 10 Fällen eine Virusinfektion die Beschwerden auslösen und hier Antibiotika bekanntlich wirkungslos sind.


In den meisten Fällen sind Viren Schuld an den Halsschmerzen

Eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt sind die häufigsten Ursachen für Halsschmerzen. Dabei dringen mittels Tröpfcheninfektion die Viren – allen voran Rhino- und Coronaviren – in die oberen Atemwege ein. Die Nasenschleimhäute schwellen an und verursachen eine gesteigerte Produktion von Nasensekret.

Durch das Abrinnen des Sekretes in den Nasenrachenraum können sich die Viren in den Rachen ausbreiten. Das begünstigen auch geschädigte Schleimhäute sowie schlechte Abwehrkräfte. Denn dadurch können mit der Luft alle möglichen Krankheitserreger und Schadstoffe in Mund- und Rachenraum ungefiltert einströmen.

Übrigens ist die Pharyngitis durch Streptokokken die häufigste bakterielle Ursache für Halsschmerzen bei Kindern. Allerdings sind auch hier in der großen Mehrzahl der Fälle eben Viren dafür verantwortlich. Leider kommt es immer wieder zu einem unangemessenen Einsatz von Antibiotika bei Kindern.

Eine völlige andere Ursache für Halsschmerzen ist übrigens die Vollnarkose im Krankenhaus. Denn in über 60% der Fällen kommt es dann zu postoperativen Halsschmerzen. Hier ist die Expertise des Arztes gefragt.

Wenn man Sprays anwendet, dann sollte das beim Einsprühen gemeinsam mit einem lauten Aaaaaaaaah geschehen. Denn dadurch hebt sich das hintere Gaumensegel an. Das wiederum verhindert, dass man den gesprühten Wirkstoff einatmet.

 

Spül- und Gurgellösungen, Lutschpastillen und mehr

Bei Halsschmerzen und Entzündungen in Mund- und Rachenraum sind Spül- und Gurgellösungen in ihrer Wirkung oft nicht sehr effektiv. Die Wirkstoffe erreichen zwar die Schleimhaut im Mund. Sie schaffen es aber oft nicht bis zu den Gaumenmandeln, bis zur Hinterwand am Rachen oder in den Schlund. Hier ist auf die geeignete Darreichungsform zu achten.

Man sollte langsam lösliche Lutschpastillen (-bonbons) oder Lutschtabletten mit Antiseptika gleichmäßig über den Tag verteilt nach den Mahlzeiten einnehmen. Wenn man es dennoch vor der Mahlzeit getan hat, dann sollte man mindestes 30 Minuten lang bis zum Essen warten. Damit hat der eingesetzte Wirkstoff genug Zeit, möglichst lange im Mund- und Rachenraum wirken zu können.

Wenn man zum Inhalieren einen Inhalator einsetzt, bringt das einen wichtigen Vorteil. Denn dann kann der Wirkstoff über den Rachen hinaus bis in den Kehlkopfbereich vordringen.

Alternativ oder auch in Kombination kann man Schmerzmittel einnehmen, um die Halsschmerzen für mehrere Stunden zu lindern.

 

Hausmittel, pflanzliche Arzneimittel und Homöopathie bei Halsschmerzen

Hausmittel, pflanzliche Arzneimittel sowie homöopathische Mittel kommen oft ergänzend aber auch alleine zum Einsatz gegen Halsschmerzen. Bonbons und Halspastillen befeuchten die Schleimhäute über die Stimulation der Bildung von Speichel. Und sie lösen die Produktion von bestimmten effektiven Abwehrstoffen im Körper aus.

Kräuterzusätze aus Salbei, Eukalyptus, oder Latschenkiefer wirken auch ein wenig desinfizierend. Salzhaltige Lutschtabletten beruhen ebenfalls auf Befeuchtung und Abschwellung der Rachenschleimhaut. Isländisch Moos soll auf der Schleimhaut einen auskleidenden Schutzfilm entwickeln und so die Halsschmerzen lindern.

 

Hausmittel: Propolis gegen Halsschmerzen

Das alt bewährte Hausmittel Bienen-Propolis, insbesondere der euroasiatische Pappel-Propolis, gehört zu den bekanntesten Naturprodukten, die traditionell bei Halsschmerzen sehr gut wirken. Beispielsweise konnte sich Pappel-Propolis im Vergleich mit Flurbiprofen in einer rezenten Untersuchung bewähren. Das Bienenharz zeigte dabei, dass er gegen Bakterien und gegen Viren wirksam ist.


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