Vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom mit Celiprolol behandeln

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Ein vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom, einer seltenen, genetisch Bindegewebskrankheit, kann man mit dem Blutdrucksenker Celiprolol wirksam behandeln.

Ein vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom (vEDS) beschreibt eine seltene und genetisch bedingte Bindegewebskrankheit. Dabei besteht ein lebensbedrohliches Risiko, da die Gefahr für ein Reissen der Hauptschlagader (Aorta) groß ist. Nun konnte ein aktuelle Studie im Mausmodell zeigen, dass der Wirkstoff Celiprolol die Aorta stärken kann.

 

Vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom

Im Grunde genommen haben Patienten mit Ehlers-Danlos-Syndrom ein hohes Risiko, dass plötzlich ihre Aorta reissen könnte. Außerdem haben auch ihre Kindern sowie weitere Blutsverwandte ein höheres Risiko. Denn bei dieser Bindegewebskrankheit können die Blutgefässe reissen – ohne kardiologisch erkennbare Erweiterung als Vorwarnung beziehungsweise als Anzeichen für lebensbedrohliche Zwischenfälle. Deswegen sind auch kardiologische Kontrollen des Aortenzustandes nicht ausreichend.

 

Konsequente Bluthochdruck-Behandlung bei Bindegewebskrankheit erforderlich

Unter dem Strich ist es sehr wichtig, dass die Patienten Blutdruckspitzen vermeiden. Dementsprechend spielt die Blutdruckmessung sowie eine konsequente und effektive Behandlung von Bluthochdruck eine entscheidende Rolle. Bei der Aortenkrankheit Marfan Syndrom (MFS) – verwandt mit dem vaskulärem Ehlers-Danlos-Syndrom – half der Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor-Antagonisten Losartan in mehreren klinischen Studien. Dabei konnte er eine Aortenerweiterungen verhindern und stabilisieren.

Nur eine klinische Studie untersuchte bis jetzt die Wirkung eines Blutdrucksenkers beim vaskulären Ehlers-Danlos-Syndrom. Neueste Ergebnisse deuteten nun darauf hin, dass der Beta-Blocker Celiprolol einen schützenden Effekt auf die Wand der Aorta ausübt. Allerdings konnte die Forschung die Mechanismen bezüglich seiner Wirkung nicht ausreichend aufklären.

 

Beta-Blocker Celiprolol derzeit beste Wahl, um ein Vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom medikamentös zu behandeln.

Laut aktueller Studie kann der Beta-Blocker Celiprolol das Risiko für ein lebensbedrohliches Reissen der Hauptschlagader bei Ehlers-Danlos-Syndrom deutlich verringern. Dazu konnte eine neue und innovative Messmethode die Reissfestigkeit der Aorta objektiv messen und so den Einfluss verschiedener Wirkstoffe zeigen. Dabei bestätigte ein Maus-vEDS-Modell die Vermutung, dass die Behandlung mit Celiprolol die Aorta stärkt. Im Gegensatz dazu zeigte das Maus-vEDS-Modell bei Losartan keinen Effekt.

Diese Ergebnisse zeigen auch, dass man je nach Aortenkrankheit unterschiedlich therapieren sollte. Dies ist von Bedeutung, da Ärzte ihren Patienten mit vaskulärem Ehlers-Danlos-Syndrom oft auch Losartan verschreiben. Doch bei dieser seltenen Bindegewebskrankheit scheint das kostengünstige Celiprolol effektiver zu sein.

Literatur:

Dubacher et al. Celiprolol but not losartan improves the biomechanical integrity of the aorta in a mouse model of vascular Ehlers-Danlos syndrome. 2019 Apr 8. pii: cvz095. doi: 10.1093/cvr/cvz095. [Epub ahead of print], www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31056650 oder https://doi.org/10.1093/cvr/cvz095

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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