Ursache für Leukämie bei Kindern

Diese Studie wirft ein völlig neues Licht auf die Mechanismen der Entstehung von Leukämie bei Kindern. © Creative Commons / wikimedia

Infektiöse Ursachen könnten eine neue Erklärung der Entstehung von Leukämie bei Kindern bieten. Neue Daten werfen ein neues Licht auf die zugrundeliegenden Mechanismen.

Obwohl die Heilungschancen mit modernen Chemotherapieregimen bei Akuter Lymphoblastischer Leukämie bei Kindern (ALL) generell gut sind, erschüttert die Diagnose die betroffenen Kinder und ihre Familien sehr. Denn häufig bleiben schwerwiegende Spätfolgen der Krebstherapie nicht aus. Die Prävention der Leukämie bei Kindern wäre also sicher besser als jedigliche Optimierung einer Therapie. Die unlängst publizierte Studie einer deutsch-spanischen Forschergruppe ging davon aus, dass Leukämie bei Kindern auf Grund eines komplexen Zusammenspiels von genetischer Disposition und Umweltfaktoren, sprich Infektionen, in der frühen Kindheit entsteht.

 

Infektiöse Trigger

Die Hypothese, dass Leukämie bei Kindern durch infektiöse Trigger mitbeeinflusst werden könnte, hatte bereits 1917 der britische Militärarzt Dr. Gordon Ward erstmals formuliert. Jedoch war bis dato nicht bekannt, wie genau solche externen Faktoren das Immunsystem beeinflussen und dies dann bei genetisch suszeptiblen (disponierten) Kindern zur Leukämieentstehung führt. In aufwändigen Untersuchungen konnte nun gezeigt werden, dass Leukämie-suszeptible Mäuse nur dann eine Leukämie entwickeln, wenn sie nach der Geburt herkömmlichen Infektionserregern (Umwelt-Pathogenen) ausgesetzt sind. In Gegensatz dazu bleiben Leukämie-suszeptible Tiere, die in keimfreien Käfigen untergebracht sind, lebenslang gesund.

 

Neue Mechanismen der Entstehung von Leukämie bei Kindern

Die zitierte deutsch-spanische Studie wirft ein völlig neues Licht auf die Mechanismen der Entstehung von Leukämie bei Kindern. Zum einen zeigten die Wissenschaftler, dass erbliche Leukämiesuszeptibilität nicht automatisch in allen Tieren eine Leukämie auslöst. Zum andern identifizierten die Forscher eine präleukämische Zellpopulation, die weitere genetische Veränderungen bzw. Mutationen benötigt, um sich zu einer klinisch manifesten Leukämiepopulation zu entwickeln.

Diese präleukämischen Zellen scheinen zudem besonders anfällig für solche zusätzlichen genetischen Veränderungen zu sein. Mit Hilfe der Next Generation DNA-Sequenzierung und Maus-zu Maus Transplantationen gelang der Nachweis aktivierender Mutationen in bereits identifizierten, gut bekannten Onkogenen, die bei Mensch und Maus gleich sind.

Zum ersten Mal rekapituliert dieses neuartige in vivo Modell damit die Situation bei Kindern, die an einer ALL erkrankt sind und deren Immunsystem ebenfalls mit einer Reihe von infektiösen Erregern gefordert wird –  besonders in der präleukämischen Phase, bevor die klinische Diagnose gestellt werden kann.

Quellen:

http://www.med.uni-duesseldorf.de

Infection exposure is a causal factor in B-precursor acute lymphoblastic leukemia as a result of Pax5 inherited susceptibility

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