Psoriasis-Arthropathie, Psoriasisarthritis als spezielle Form der Schuppenflechte

Psoriasis-Arthropathie – Psoriasisarthritis, die Form der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung.

Psoriasis-Arthropathie – Psoriasisarthritis, die Form der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung.

Psoriasis-Arthropathie, Psoriasisarthritis als Form der Schuppenflechte, geht die mit Gelenk- und Kreuzschmerzen, geschwollenen Gelenken sowie Sehnen- und Muskelschmerzen einher.

Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist seit jeher eine gefürchtete Erkrankung. Die roten schuppenden Flecken an der Haut sowie die Kopfschuppen stellen ein massives kosmetisches Problem dar. Betroffene ziehen sich vor anderen Menschen nicht mehr aus, der Besuch eines Bades wird vermieden, weil ihnen die Hautveränderungen peinlich sind. Die Folge ist eine soziale Isolierung. Zusätzlich jucken, beißen und nässen die befallenen Hautstellen. Da häufig der Intimbereich von der Psoriasis betroffen ist, leidet auch das Sexualleben und die Beziehung zum Partner. Die Kombination von Schuppenflechte und Gelenkentzündung nennt man Psoriasis-Arthropathie oder Psoriasisarthritis (PsA).



 

Psoriasis-Arthropathie

Die Psoriasis-Arthropathie – vor 200 Jahren erkannt – betrifft fast die Hälfte aller Psoriasis-Patienten. Besonders häufig sind Gelenkentzündungen bei schweren Hautveränderungen und einem Befall der Finger- und Zehennägel. Die Psoriasis-Arthropathie – Psoriasisarthritis (PsA) – kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, wobei Beschwerden meist zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auftreten.

Die Psoriasis-Arthropathie mit Erkrankung von Haut und Gelenken wird durch ein gestörtes Immunsystem ermöglicht, man spricht von einer Autoimmunkrankheit. Zusätzlich können auch innere Organe wie Darm, Nieren oder Augen von der Entzündung mit betroffen sein.

 

Typischen Symptomen der Psoriasis-Arthropathie

Gelenkentzündungen – meist an den Finger- und Zehenmittel- und Endgelenken – sind charakteristisch für die Psoriasis-Arthropathie. Dabei kann ein ganzer Finger oder eine Zehe wurstförmig verschwollen sein, man spricht medzinisch von Daktylitis. Die großen Gelenke der Beine wie Knie, Hüfte, Sprunggelenke oder Fußwurzelgelenke sind ebenfalls häufig betroffen.

Die entzündeten Gelenke sind geschwollen, gerötet, heiß, druckempfindlich und sehr schmerzhaft. Unbehandelt verformen sich in weiterer Folge die Gelenke und werden steif. Im Unterschied zur rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke häufig asymmetrisch befallen.

Ein weiteres häufiges Symptom ist der Wirbelsäulenbefall durch Psoriasis-Arthropathie. Die einhergehenden entzündlichen Veränderungen an Wirbelsäule und Kreuzdarmbeingelenken äußern sich als tiefsitzende Kreuzschmerzen, Ruheschmerzen beim Liegen und als eine ausgeprägte Morgensteifheit.

Die auftretende Schuppenflechte kann bei Psoriasisarthritis von milden Verläufen mit einzelnen Flecken am Kopf oder Nabel bis hin zu einem Ganzkörperbefall verschiedene Hautsymptome zeigen, wobei die Finger- und die Zehennägel in den meisten Fällen befallen sein.



Auch stecknadelkopfgroße Grübchen, weißlich bis gelblich-braune glänzende Stellen im Nagel (sogenannte Ölflecke) und ein Abheben des Nagels vom Nagelbett sind typisch. Die Hautsymptome gehen der Psoriasis-Arthropathie meist einige Jahre voraus, können manchmal aber sogar erst nach Ausbruch der Gelenkentzündung auftreten.

Weiters sind Weichteilentzündungen mit der Psoriasis-Arthropathie vergesellschaftet. Charakteristisch sind Entzündungen der Sehnenansätze wie z.B. am Fersenbein, an der Achillessehne, am Brustbein, an den Beckenknochen oder am Ohrknorpel. Zahlreiche Psoriasis-Arthropathie-Patienten schildern wandernde Muskel- und Bindegewebsschmerzen am ganzen Körper.

Weitere Symptome der Psoriasis-Arthropathie können Veränderungen an den Augen (Bindehaut- oder Regenbogenhautentzündungen), Entzündungen der Harnwege oder chronische Darmentzündungen sein. Bei Blutuntersuchungen zeigen sich auffällig erhöhte Entzündungswerte (Blutsenkung, CRP), der Rheumafaktor selbst ist meist negativ – ähnlich der rheumatoiden Arthritis.

 

Therapie der Psoriasis-Arthropathie

Wenn Patienten mit Psoriasis-Arthropathie nicht rechtzeitig die richtige Behandlung bekommen, kommt es meist zu starken Gelenkverformungen und Dauerschmerzen. Eine schnelle Diagnose und der sofortige Beginn einer effizienten Therapie sind daher besonders wichtig.

Da die Störung des Immunsystems bei Psoriasis-Arthropathie Entzündungen in den Gelenken und der Wirbelsäule ausgelöst, kann durch die Anwendung sogenannter Basismedikamente das überaktive Immunsystem auf ein normales Niveau gebracht werden.

Es kommt zu einem Stillstand der Entzündung, die entzündlich bedingten Schmerzen, Schwellungen und die Bewegungseinschränkung lassen nach. Seit vielen Jahren stehen als solche Basismedikamente Methotrexat, Sulfasalazin, Leflunomid oder Cyclosporin A zur Verfügung.



 

TNF-Alpha-Blocker, Biologika

Speziell die Entwicklung von neuen Substanzen, die die entzündlichen Botenstoffe unseres Immunsystems direkt blockieren wie die TNF-Alpha-Blocker, hat eine enorme Verbesserung der Behandlung gebracht. Diese neuen Mittel werden mit dem Namen Biologika zusammengefasst.

Biologika können entweder als Infusion oder subcutan, das heißt unter die Haut gespritzt, verabreicht werden. Im Gegensatz zu den bislang zur Verfügung stehenden Therapien führen Biologika meistens zu einem völligen Stillstand der Entzündung und Gelenkzerstörung. Die Patienten sind oft schon nach kurzer Zeit schmerzfrei. Gleichzeitig kommt es auch zu einer wesentlichen Verbesserung oder zum Verschwinden der Schuppenflechte.

Neben den TNF-Blockern ist auch die Blockade anderer Botenstoffe wie Interleukin 17A, 12 und 23 zur Behandlung der Psoriasisarthritis zunehmend interessant.

Darüber hinaus ist eine weitere neue Generation von Rheumamedikamenten verfügbar: die sogenannten Small Molecules. Darunter versteht eine Gruppe neuer Medikamente mit kleiner Molekülmasse, die man oral verabreichen kann.

Im Gegensatz zu den bisher zur Verfügung stehenden Biologika (als Infusion oder subcutan), die nur einzelne Botenstoffe (Zytokine) oder ganze Zellpopulationen des Immunsystems angreifen, um die rheumatischen Entzündungen zu stoppen, greifen die Small Molecules in den Zellen (intrazellulär) verschiedene Informationswege an, sind also breiter aufgestellt. Mit diesen Arzneien können auf einmal sehr viele Zytokine blockiert werden. Im Grunde genommen wählt der Rheumatologe das für den Patienten individuell am besten geeignete Präparat aus.

 

Der richtige Lebensstil der Patienten

Auch der Lebensstil der Patienten trägt wesentlich zum Ausbruch von Gelenkentzündungen wie auch zur Langzeitprognose bei. Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen das Erkrankungsrisiko und können die Wirkung von Medikamenten blockieren.

Eine gesunde kalorienreduzierte Mischkost  mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und Magermilchprodukten sowie regelmäßige Bewegung und gelenkschonende Sportarten fördern dagegen den Behandlungserfolg der Psoriasis-Arthropathie-Patienten.




Literatur:

Vivekanand Tiwari; Lawrence H. Brent. Psoriatic Arthritis. StatPearls [Internet]. Last Update: December 13, 2019.

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