Diagnose und typische Symptome der allergischen Rhinitis

Die Allergische Rhinitis sollte vor allem mit Allergenvermeidung behandelt werden. © jovan-vitanovski / shutterstock

Die Diagnose Allergische Rhinitis wird häufig vom HNO-Arzt gestellt, auch wenn bei Allergien zuerst oft an andere Fachrichtungen gedacht wird.

HNO-Ärzte stellen die Differentialdiagnose bei Allergien. Auch wenn bei Allergien oft an andere medizinische Fachrichtungen zuerst gedacht wird, geschieht häufig die Diagnose allergische Rhinitis sowie die Erstbehandlung durch den HNO-Arzt.

Die Allergie ist immer eine Möglichkeit bei Patienten mit Nasensymptomen, aber nur durch den HNO-Arzt ist eine Abgrenzung gegen andere Nasenerkrankungen möglich. Unterschiedlichste Differentialdiagnosen wie Polypen, Septumdeviation (Nasenscheidewandverkrümmung), chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Infektionen und Adenoide (Kinderpolypen) müssen vom Facharzt ausgeschlossen werden.

 

Allergische Rhinitis behandeln

Der erste Schritt in der Behandlung der allergischen Rhinitis ist immer die Allergenvermeidung, wobei diese aber nur bei Tierhaar- und Hausstaubmilbenallergie gut umsetzbar ist. Der zweite Ansatz ist eine medikamentöse Therapie und als dritte Möglichkeit steht die Allergen-Immuntherapie (früher: Desensibilisierung, Hyposensibilisierung, spezifische Immuntherapie) zur Verfügung.

Die Vorteile der Allergen-Immuntherapie liegen darin, dass das Fortschreiten zu Asthma verhindert werden kann und sie zeitlich über die Behandlung hinausgehende Wirksamkeit zeigt, da direkt die immunologische Ursache behandelt wird. Leider wird die Allergen-Immuntherapie in unseren Breiten immer noch viel zu selten verordnet. Nur ein kleiner Teil der Patienten, für die sie in Frage kommt, erhält sie. Wenn man die allergische Rhinitis nach der Diagnose nicht adäquat behandelt, dann kann sich die Erkrankung eventuell zu Asthma entwickeln.

 

Die klassischen Symptome der allergischen Rhinitis zur Diagnose

Für die Diagnose der allergischen Rhinitis sind die Symptome behinderte Nasenatmung, Niesen, Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut des Auges), Müdigkeit und Schlafstörungen typisch. Diese Symptome behindern die Patienten auch in der Arbeit, der Schule und der Freizeit. Zudem beeinträchtigen die Beschwerden nachhaltig die Lebensqualität der Betroffenen. Die Folgen sind bei Erwachsenen eine erhöhte Anzahl von Krankenstandstagen, und bei Kindern schlechtere Schulnoten.

 

Häufigkeit von Allergien: Von fast null auf 25 Prozent in 90 Jahren

Die Zunahme der Erkrankungshäufigkeit ist im letzten Jahrhundert eklatant. Um 1900 geht man von einer Allergiehäufigkeit von unter einem Prozent aus. In den 1990er Jahren von zirka 25 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Die Ursachen für diesen Anstieg sind noch nicht völlig geklärt. Jedenfalls bleibt der Anteil seit den Neunzigerjahren stabil. Bei der Volksbefragung in den Jahren 2006 und 2007 gaben 639.000 Frauen und 456.000 Männer in Österreich an, an einer Allergie zu leiden.

 

Was im Kuhstall vor Allergien schützt

Studien aus dem Raum Österreich und Bayern haben gezeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, wesentlich seltener Allergien haben. Die Ursache dafür war lange nicht bekannt. Kürzlich wurde in der renommierten Zeitschrift Science eine Erklärung publiziert: Oberflächliche Schleimhautzellen des Atmungstraktes können entzündungsfördernde Stoffe ausschütten, die direkt das Immunsystem aktivieren können. In Bakterien des Stallmistes sind Lipopolysaccharide enthalten, die diese Ausschüttung hemmen. Diese Studie zeigt wie wichtig die Schleimhaut für die Allergieentstehung ist.

 

Die Bedeutung der Schleimhaut in der Prävention und Therapie von Allergien

Es gibt seit mehreren Jahren ein HNO-Forschungsprojekt, an dem österreichische Institute beteiligt sind, das sich gezielt dem Thema Schleimhaut und Entzündung widmet. Dabei wird untersucht welche Stoffe den Durchtritt von Allergenen durch die Nasenschleimhaut fördern oder hemmen. Es wurde gezeigt, dass Zigarettenrauch, Rhinovirus-Infektionen und bestimmte Entzündungsstoffe den Durchtritt von Allergenen durch die Schleimhaut fördern. Derzeit wird nach den Stoffen gesucht, die die Schleimhaut schützen können. Ziel ist die Entwicklung von Lokaltherapien.


Literatur:

Schuijs MJ et al., Farm dust and endotoxin protect against allergy through A20 induction in lung epithelial cells. Science. 2015; 349(6252):1106-10. doi: 10.1126/science.aac6623


Quelle:

Statement Ao. Univ.-Prof. Dr. Verena Niederberger-Leppin Oberärztin, Univ.-HNO-Klinik, Medizinische Universität Wien

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