Blick durchs Mikroskop von Paul Ehrlich

Paul Ehrlich (erste Reihe, Mitte) und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. © Paul-Ehrlich-Institut

Paul Ehrlich (erste Reihe, Mitte) und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. © Paul-Ehrlich-Institut

Am 20. August 1915 verstarb Nobelpreisträger Paul Ehrlich im Alter von 61 Jahren. Er war leidenschaftlicher Forscher, führte die Qualitätsprüfung für Antikörperpräparate ein und begründete die Chemotherapie.

Er war Gründer, erster Direktor und Namensgeber des heutigen Paul-Ehrlich-Instituts, das bis heute seine Arbeit in Forschung, Zulassung und Prüfung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln fortführt. Die Wissenschaft verdankt Paul Ehrlich grundlegende Modelle zur Funktion des Immunsystems, wofür er 1908 den Nobelpreis in Medizin erhielt. 100 Jahre nach seinem Tod erinnern ein Festakt in der Paulskirche, ein wissenschaftliches Symposium und eine Ausstellung an den Forscher.



Paul Ehrlich – ein Lebenswissenschaftler par Excellence

Paul Ehrlich war ein herausragender Forscher, der seine Erkenntnisse mit dem Blick auf das Wohl der Menschen in die Praxis umsetzte. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) führt als Bundesinstitut im Ressort des Bundesministeriums für Gesundheit diese Tradition erfolgreich weiter.

Das PEI verbindet – wie bereits Paul Ehrlich – die Forschung mit der Zulassung und Prüfung von biomedizinischen Arzneimitteln. Das macht es zum erfolgreichen Akteur auch im internationalen Umfeld.

 

Interdisziplinäre Forschung

Paul Ehrlichs interdisziplinäre Forschung berührte Aspekte der Histologie und Farbenchemie, Pharmakologie, Immunologie und Krebsforschung. Seit frühester Jugend schlug sein Herz für die Forschung.

Er färbte Krankheitserreger und Zellen, um sie im Mikroskop sichtbar zu machen und um das Wechselspiel zwischen Infektion und Immunsystem zu erforschen. Während des Studiums führte das zum neckenden Ausspruch seiner Kommilitonen: Ehrlich färbt am längsten.

Er hatte Erfolg, konnte eine Methode zur Färbung von Mastzellen etablieren und verhalf Robert Koch, der die Erreger der Tuberkulose, die Tuberkelbazillen, entdeckt hatte, zu einem verbesserten Färbenachweis.

Mit seiner Seitenkettentheorie legte Paul Ehrlich den Grundstein zu unserem heutigen Verständnis des Immunsystems und erhielt dafür 1908 den Nobelpreis.

Die Entdeckung des Salvarsans gegen Syphilis 1909 markiert einen weiteren Meilenstein. Das „Heilarsen“ war das erste systematisch entwickelte und spezifisch wirkende Therapeutikum.

Damit legte Paul Ehrlich den Grundstein für eine Pharmakotherapie, bei der gezielt Angriffspunkte für eine Therapie ausgemacht und Wirkstoffe entwickelt werden.

 

Erste staatliche Arzneimittel- und Chargenprüfung

Paul Ehrlich legte auch die Grundlage für die Zulassung und Prüfung von biomedizinischen Arzneimitteln. So begründete er die heutige Chargenprüfung, indem er eine Wirkstoffprüfung jeder Antikörper-Charge gegen Diphterie vor der Anwendung an Kranken einführte.

Damit ermöglichte er, dass dieses wichtige Arzneimittel, das Emil von Behring entdeckt hatte, in gleichbleibender Qualität hergestellt werden konnte und so dem „Würgeengel der Kinder“ den Schrecken nahm.




Weitere Informationen:

http://www.pei.de/DE/infos/presse/pressemitteilungen/2015/14-unsichtbares-sichtb…
http://www.pei.de/paul-ehrlich-2015

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