Ungesunde Ernährung – größtes Krankheitsrisiko weltweit

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Nicht Hunger und Mangelernährung: ungesunde Ernährung und Übergewicht gehören zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod.

Ungesunde Ernährung und dementsprechend zu hohes Körpergewicht stellen rund um den Globus ein enormes Krankheitsrisiko dar. Eine Analyse der Global Burden of Disease Study nennt neben einer Gruppe von vierzehn Ernährungsfehlern einen zu hohen Body-Mass-Index (BMI). Zu den Folgen zählt auch ein weltweiter Anstieg der Diabetes-Erkrankungen. Die Gesundheitspolitik in den einzelnen statten sollte gegen ungesunde Ernährung und für einen gesunden Lebensstil geeignete Maßnahmen einleiten.

 

Ungesunde Ernährung und Überfluss an kalorienreichen Nahrungsmitteln

Die Situation der Welternährung hat sich seit 1990 stark gewandelt. Es gibt einerseits immer noch Krisenregionen, wo es zu wenig zu essen gibt und Kinder an Unterernährung sterben. Andererseits ist in vielen Ländern der Nahrungsmangel einem Überfluss an ungesunden und kalorienreichen Nahrungsmitteln gewichen. Selbst in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen ist die Ernährung heute durch einen Mangel an gesundem Obst und Gemüse und dem zunehmenden Verzehr von dickmachendem Fastfood sowie Süßgetränken gekennzeichnet.

Chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes nehmen deshalb zu. Nach einer unlängst im Lancet veröffentlichten Aktualisierung der Global Burden of Disease Study 2013 waren vierzehn Ernährungsrisiken für insgesamt 11,3 Millionen Todesfälle und 241,4 Millionen verlorene Lebensjahre in Gesundheit (DALY) verantwortlich.1 Ein zu hoher BMI ist Grund für 4,4 Millionen Todesfälle und 134 Millionen DALYs. Zum Vergleich: Die Mangelernährung von Müttern und Kindern führte „nur“ noch zu 1,7 Millionen Todesfällen sowie 176,9 Millionen DALYs.

 

Welche Folgen ungesunde Ernährung weltweit verursachen

Die Folgen sind in vielen Ländern nicht mehr zu übersehen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren beispielsweise 2014 mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene übergewichtig, davon 600 Millionen sogar fettleibig. Auch die Anzahl der Diabetes-Patienten steigt rasant an. Weltweit sind derzeit 382 Millionen Menschen betroffen, bis 2035 wird die Zahl voraussichtlich auf 592 Millionen steigen.

Besonders dramatisch ist die Situation derzeit in Lateinamerika. Laut eines Berichtes der WHO-Lateinamerika (Pan American Health Organization) ist dort der Pro-Kopf-Verzehr von Fastfood-Produkten seit 2000 um mehr als ein Viertel gestiegen. Dabei erklären die WHO-Experten in diesem Zusammenhang, dass sich Lateinamerika innerhalb kürzester Zeit nach Nordamerika, Australien, Asien sowie Westeuropa zum viertgrößten Absatzmarkt für Fastfood und Süßgetränke entwickelt hat. Durch die eingesetzte starke Adipositas-Welle ist mit einer starken Zunahme von Diabetes-Erkrankungen zu rechnen.

Quellen:

GBD 2013 Risk Factors Collaboration. Global, regional, and national comparative risk assessment of 79 behavioural, environmental and occupational, and metabolic risks or clusters of risks in 188 countries, 1990-2013: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2013. Lancet. 2015; doi: 10.1016/S0140-6736(15)00128-2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26364544

PAHO zu Ernährungstrends in Südamerika http://www.paho.org/hq/index.php?option=com_docman&task=doc_view&Itemid=270&gid=27544&lang=en

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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