Umgang mit Forschungsdaten in der Psychologie

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Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat Empfehlungen zum Umgang mit Forschungsdaten in der wissenschaftlichen Psychologie veröffentlicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat Empfehlungen zum Management von Forschungsdaten entwickelt, die eine optimale Nachnutzung von Daten ermöglichen und dem Ideal einer transparenten Wissenschaft verpflichtet sind – ein Ideal, das Kooperation fördert und die Nachprüfbarkeit von Forschungsdaten erleichtert. „Die Empfehlungen zum nachhaltigen Datenmanagement sollen künftig als einer von mehreren Bausteinen zur Qualitätssicherung in der psychologischen Forschung beitragen“ sagt Andrea Abele-Brehm, Sozialpsychologin an der Universität Erlangen-Nürnberg. Als bisherige Präsidentin der DGPs (2014-2016) hat sie die Erarbeitung der Empfehlungen initiiert und begleitet.

Wissenschaftsorganisationen fordern seit langem, dass Daten, die im Rahmen öffentlich geförderter Forschungsprojekte erhoben worden sind, auch öffentlich verfügbar gemacht werden. Im Zuge dieser Forderung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im September 2015 neue Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten herausgegeben und die Fachgesellschaften aufgefordert, diese für ihre jeweilige wissenschaftliche Disziplin zu konkretisieren. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie ist dieser Aufforderung nachgekommen und hat im September 2016 konkrete Empfehlungen zum Umgang mit Forschungsdaten in der Psychologie beschlossen.

 

Leitidee der Empfehlungen: offene und transparente Wissenschaft

Die Empfehlungen sind von der Idee einer offenen und transparenten Wissenschaft getragen, in der veröffentlichte Forschungsbefunde nachvollziehbar sind. Daten, die im Kontext publizierter wissenschaftlicher Arbeiten und drittmittelgeförderter Forschungsprojekte erhoben wurden, sollen anderen Forscherinnen und Forschern zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. „Die Empfehlungen geben konkrete Hinweise für die Speicherung von Daten und definieren Rechte und Pflichten sowohl jener Forscher und Forscherinnen, die Daten bereitstellen als auch solcher, die sie nachnutzen“ erklärt Mario Gollwitzer, Professor für Methodenlehre und Sozialpsychologie an der Philipps-Universität Marburg und Vorstandsmitglied der DGPs.

 

Balance zwischen Rechten und Pflichten

Hierbei verfolgen die Empfehlungen das Ziel, eine Balance zwischen verschiedenen Interessen und Werten zu realisieren. „Das Ziel einer offenen und transparenten Wissenschaft muss beispielsweise immer auch die Datenschutzrechte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an empirischen Studien berücksichtigen“, sagt Felix Schönbrodt von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der sich intensiv an der Erstellung der Empfehlungen beteiligt hat. „Darüber hinaus ist das Ziel einer bestmöglichen Nachnutzung von Daten abzuwägen gegen die berechtigten Interessen derjenigen, die die Daten erhoben haben. Dies betrifft beispielsweise das Recht auf Erstnutzung. Die vorliegenden Empfehlungen geben konkrete Hinweise, wie diese Balance angemessen gewahrt werden kann.“

 

Praktische Einführung überall im Wissenschaftsbereich

Die DGPs regt an, dass alle Drittmittelgeber diese Empfehlungen zum Datenmanagement bei der Vergabe von Forschungsgeldern und bei der Begutachtung von Projektabschlussberichten berücksichtigen. Sie regt an, dass Fachzeitschriften auf die Umsetzung der Empfehlungen achten, insbesondere was die Bereitstellung von Primärdaten bei empirischen Publikationen betrifft. Die DGPs wirkt international darauf hin, eine Diskussion über eine mögliche Harmonisierung unterschiedlicher Leitlinien im hier vorgelegten Sinn anzustoßen. Schließlich empfiehlt sie ihren Mitgliedern, bei der Besetzung von Professuren und der Evaluation der wissenschaftlichen Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber auf die Einhaltung dieser Empfehlungen zu achten. Die Praktikabilität der Empfehlungen soll kontinuierlich beobachtet und nach fünf Jahren evaluiert werden.

Die DGPs-Empfehlungen zum Datenmanagement sind hier abrufbar:
Schönbrodt, F. D., Gollwitzer, M. & Abele-Brehm, A. (2016). Der Umgang mit Forschungsdaten im Fach Psychologie: Konkretisierung der DFG-Leitlinien
Sie liegen ebenfalls in englischer Sprache vor.

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