Übergewichtige Kinder und die Rolle der Eltern

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Ann-Marie Nüsslein
Ann-Marie Nüssleinhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Übergewichtige Kinder werden in den letzten Jahrzehnten zu einem immer größeren Problem. Die Rolle der Eltern spielt eine entscheidende Rolle.

Übergewicht und Fettleibigkeit bei Erwachsenen und bei Kindern steigt deutlich an. Gleichzeitig werden neben diesem deutlichen Anstieg auch wesentlich höhere Erkrankungszahlen an mit der Adipositas oft einhergehenden Diabetes Typ 2 bei Jugendlichen verzeichnet. Übergewichtige Kinder und Jugendlichen sind auch bereits mit starken negativen Auswirkungen auf ihr Herz-Kreislauf-Risiko konfrontiert. Deswegen ist Vorbeugung und Behandlung von kindlichem Übergewicht von großer Bedeutung. Das muss nicht aufwändig sein, einfache Maßnahmen zeigen da schon eine große Wirkung.

 

Zusammenhang: Übergewichtige Kinder und übergewichtige Eltern

Übergewichtige Eltern haben häufiger übergewichtige Kinder als normalgewichtige Eltern; der Zusammenhang erklärt sich aus einer erblicher Vorbelastung und Einflüssen, denen das Kind in seinem sozialen und kulturellen Umfeld ausgesetzt ist.

Säuglinge haben eine angeborene Vorliebe für die Grundgeschmacksqualitäten süß und salzig, wobei die Vorliebe für Süßes während der gesamten Kindheit, in abgeschwächter Form häufig auch im späteren Leben bestehen bleibt. Ein Zusammenhang zwischen »süß« und Übergewicht lässt sich nicht erkennen.

 

Neophobie

Epidemiologische Studien zeigen eher eine Korrelation zur Aufnahme von Fett und Protein, auch bei Kindern. Die in der 2. Hälfte des 2. Lebensjahres ausgeprägte Neophobie (Ablehnung unbekannter Lebensmittel) ist im Wesentlichen ebenfalls genetisch determiniert.

Kinder, die frühzeitig mit unterschiedlichen Geschmackserlebnissen in Berührung kommen, auch über die Muttermilch, in die Geschmacksstoffe aus der mütterlichen Nahrung übergehen, überwinden diese Neophobie-Phase rascher als Kinder, die nur ihre gewohnte Nahrung kennen.

Ein erster Schritt ist das Beobachten, wie Personen aus dem nahen Umfeld – Mutter, Vater, später auch Geschwister und Freunde – Lebensmittel mit Genuss verzehren, die das Kind ablehnt. Nach mehrmaligem Zusehen kommt in der Regel der Wunsch auf, das Neue zu probieren; Zwang fördert die Ablehnung. Ein positives Umfeld hingegen fördert die Esslust des Kindes.

 

Übergewichtige Kinder sollten mit energiearmen Nahrungsmitteln konfrontiert werden

Kleine Kinder nehmen instinktiv von der angebotenen Nahrung so viel auf, wie sie zur Deckung des momentanen Energiebedarfs benötigen. Sie kompensieren eine verringerte Energiedichte (z.B. bei Ersatz von Fett) durch Mehraufnahme, unabhängig von der Nährstoffrelation. Durch »Lern­effekte« kann diese Fähigkeit verloren gehen.

Eltern sollten den Schwerpunkt auf energiearme Nahrungsmittel legen – vor allem Obst und Gemüse aber auch Balaststoffreiche Kohlenhydrate. Dabei wird von zahlreichen Experten auch empfohlen, dass man frisches Obst und Gemüse gemeinsam mit den Kindern auch roh verzehrt. Denn so nimmt unser Organismus Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe sehr gut auf. Eine Portion Rohkost vor dem Essen bringt eine gute Sättigung, sodass man bei der eigentlichen Mahlzeit nicht mehr so viele energiereiche Lebensmittel verzehrt.

Wenn nicht genügend energiearme Nahrungsmittel zum Ausgleich für Speisen mit hoher Energiedichte angeboten werden, wird die Vorliebe für energiereiche Nahrung wie Fast Food gefestigt; es besteht die Gefahr der Überernährung vor allem für bereits übergewichtige Kinder. Entscheidend ist auch hier bei kleinen Kindern das Vorbild der Eltern.

 

Fast-Food weitgehend vermeiden

Die Veränderung in den letzten Jahrzehnten, weg von traditionellen Familienmahlzeiten, hin zum Außer-Haus-Verzehr mit hohem Anteil an Fast Food, verringert den Einfluss der Eltern als Vorbilder für eine gesunde Ernährung. In den USA lässt sich für Jugendliche eine Abhängigkeit zwischen dem Besuch von Fast-Food-Restaurants und einer erhöhten Energie- und Fettaufnahme sowie eines geringeren Verzehrs von Obst und Gemüse erkennen.

Gleichzeitig steigt die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körpergewicht; mehr als die Hälfte der weiblichen Teenager und bereits 40% der 9-Jährigen geben nach Studien in Großbritannien und den USA an, abnehmen zu wollen. Übrigens: Jugendliche, die schon frühzeitig ermuntert wurden, ihre Nahrung selbst auszuwählen und auf die Sättigungssignale des Körpers zu achten, haben eine schlankere Figur.

Quelle: Übergewichtige Kinder als steigendes Problem. MEDMIX 3/2005.

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