Überflüssigen Antibiotikaeinsatz vermeiden

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Viele Experten fordern, dass Infektionen sachgerecht behandelt und ein überflüssiger Antibiotikaeinsatz reduziert werden sollten.

Das Vermeiden von überflüssigen Untersuchungen und Behandlungen hat in der Infektionsmedizin eine große Bedeutung. Dennoch ist die Zahl der infrage kommenden Maßnahmen, die in der Infektiologie unterlassen werden sollten, ist hoch. Beispielsweise hat der Antibiotikaeinsatz bei akuten oberen Atemwegsinfektionen keinen Nutzen, da diese überwiegend viral bedingt sind. Auch bei asymptomatischer Bakteriurie sind keine Antibiotika notwendig, da kein Krankheitswert besteht und Antibiotika das Auftreten symptomatischer Harnwegsinfektionen nicht verhindern. Der Antibiotikaeinsatz zur Behandlung einer Bakteriurie bei älteren Menschen sollte vor allem nicht angewendet werden, außer wenn eine spezifische klinische Symptomatik der Harnwege besteht. Häufig wird zwischen einer asymptomatischen Bakterienausscheidung und einem Harnwegsinfekt nicht unterschieden. Patienten werden somit zu häufig und ohne rationale klinische Indikation medikamentös mit Antibiotika behandelt, mit dem Risiko Antibiotika assoziierter Diarrhoen beziehungsweise Resistenzentwicklung.

Der übermäßige Antibiotikaeinsatz ein grundsätzlich ein sehr wichtiges und weltweit diskutiertes Thema, verbunden mit dem Aufruf zu einem vernünftigen Einsatz dieser Therapien. Die WHO zeigt in diesem Zusammenhang seit Jahren die Problematik von Antibiotikaresistenzen für die Volksgesundheit auf.

 

Sorgfältiger Antibiotikaeinsatz

Eine sorgfältige Indikationsstellung für den Antibiotikaeinsatz ist nicht nur von Vorteil für den einzelnen Patienten. Zusätzlich müssen das Risiko der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen und somit die Nachteile für die globale Gemeinschaft bedacht werden.

Antibiotikaeinsatz beliebt in der Bevölkerung

In der Bevölkerung sind Antibiotika nachwievor sehr beliebt, da sie von Bakterien verursachte Infektionen rasch und unkompliziert heilen können. Ein Bewusstsein für die Entwicklung von Resistenzen ist nicht sehr ausgeprägt. Dieses Problem ist aber beträchtlich, denn die Bakterien entwickeln immer bessere Abwehrmechanismen, um sich gegen bestimmte Antibiotika zu schützen. Man vermutet, dass Antibiotikaresistenzen in den kommenden Jahrzehnten mehr Leben kosten als Krebserkrankungen, wenn keine wirksamen Gegenstrategien gefunden werden. Von größter Bedeutung ist hier die Aufklärung und eine noch engere Zusammenarbeit von Ärzten, Pharmazeuten, verschiedenen Experten, der Gesundheitsindustrie und der Forschung.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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