Über 150 Bakterien in einer Handfläche

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Mehr als 150 Arten besiedeln eine Handfläche und demonstrieren so die ungeahnte Vielfalt an Bakterien, die wir sozusagen in Händen halten.

In den Händen der Menschen befinden sich weitaus mehr Arten von Bakterien, als es lange Zeit bekannt war. Die Wissenschaft geht heutzutage von über 150 verschiedene Bakterien-­Familien in einer Handfläche aus. Dabei staunten weiland Forscher vor allem über die individuell unterschiedliche Zusammensetzung der Bakterienkolonien.

 

Bakterien-Zusammensetzung auch in den beiden Händen eines einzelnen Menschen sehr unterschiedlich

Bei einer US-Studie vor einigen Jahren fanden die Wissenschaftler auf Abstrichen der Hände der Studienteilnehmer Spuren von insgesamt 4.742 Bakterienarten. Doch lediglich fünf dieser Species kamen bei allen Teilnehmern vor.

Selbst bei ein- und demselben Menschen weisen beide Hände ganz unterschiedliche Keimprofile auf: Im Durchschnitt lebten nur 17 Prozent der bei einem Probanden gefundenen Bakterien auf beiden Händen. Dies rührt vornehmlich daher, dass Menschen Gegenstände mit der dominanten Hand berühren. Schon die schiere Zahl der Bakterienarten, die man auf den Händen der Teilnehmer fand, war für die Forscher eine große Überraschung.

 

Frauen haben größere Keimvielfalt

Zusätzlich entdeckte man, dass die Hände von Frauen eine deutlich größere Keimvielfalt beherbergen als die von Männern. Dies könnte eventuell daran liegen, dass die Haut von Männern einen höheren Säuregrad aufweise. Möglicherweise spielen aber auch hormonelle Faktoren, die Produktion von Schweiß und Talg sowie der Gebrauch von Kosmetika eine Rolle.

 

Hygiene hat nur begrenzten ­Einfluss

Generell fanden die Wissenschafter auf den Händen der Probanden etwa drei Mal mehr Bakterienarten als auf den Unterarmen oder Ellbogen. Die Hygiene hatte übrigens nur begrenzten ­Einfluss auf die Handflora. Das Waschen reduzierte zwar die Zahl mancher Bakteriengruppen, aber andere traten dafür umso zahlreicher auf. Dennoch raten die Forscher aus gesundheitlichen Gründen zur regelmäßigen Händereinigung.

Die überwiegende Mehrzahl der Bakte­rien verursachen aber keine Krankheiten, manche behindern sogar die Ausbreitung von Erregern. Die Bakterienvielfalt auf den Händen, die mindestens ebenso hoch ist wie jene im Mund oder im Darm, ist jedenfalls faszinierend.

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