Trockene Haut, Sebostase: wenn unser Schutzschild Haut geschwächt ist

Trockene Haut (Sebostase) geht mit einem Fehlen körpereigene Lipide einher, welche bei gesunder Haut die Feuchtigkeit binden und einen Schutzschild gegen Umwelteinflüsse aufbauen. © Alila Medical Media / shutterstock.com

Trockene Haut (Sebostase) geht mit einem Fehlen körpereigene Lipide einher, welche bei gesunder Haut die Feuchtigkeit binden und einen Schutzschild gegen Umwelteinflüsse aufbauen. © Alila Medical Media / shutterstock.com

Trockene Haut, Sebostase, kann durch innere und äußere Einflüsse, Veranlagung, Lebensalter sowie spezifischen Erkrankungen entstehen.

Die gesunde Haut ist glatt und geschmeidig und bietet Schutz vor dem Eindringen von Bakterien, Allergenen oder chemischen Substanzen. Dafür benötigt die Ober­fläche ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Lipiden und Feuchtigkeit. Verantwortlich hierfür sind das so genannte Hydrolipidsystem, ein natürlicher Schutzmantel aus Wasser, Lipide und Feuchtigkeitsbindenden Substanzen. Trockene Haut (Sebostase) hängt mit fehlenden körpereigenen Lipiden zusammen. Denn diese sollen an sich die Feuchtigkeit binden und einen Schutzschild gegen die Umwelteinflüsse aufbauen. Das Erscheinungsbild der trockenen Haut ist matt, stumpf, glanzlos, spröde und sie weist kleine Poren auf. Geringere Elastizität und erhöhte Infektionsgefahr sind die Folge.

Die Betroffenen empfinden häufig ein unangenehmes Spannungsgefühl oder sogar Pruritus, was vor allem nach dem Waschen vorkommt. Dieser Juckreiz verleitet zum Kratzen, sodass die Haut verletzt und in der Folge mit Krankheitserregern infiziert werden kann. Auch Ekzeme können daraus resultieren, weil Menschen mit trockener Haut auf schädigende oder reizende Einflüsse – wie Hitze, Kälte oder Sonnenstrahlen – besonders empfindlich reagieren.

Eine ausreichende Versorgung der Hornhaut mit Feuchtigkeit ist erforderlich, um die Dermis gegen chemische Schädigungen von außen sowie Wasserverlust von innen zu schützen und die Elastizität der Epidermis aufrecht zu erhalten.

 

Was sind die Ursachen, dass sich ­trockene Haut entwickelt?

 

Trockene Haut richtig reinigen und pflegen

Eine gründliche Reinigung morgens und abends ist die Voraussetzung für eine wirksame Hautpflege und zum Entfernen von Schmutz und Schweißresten, Staub, Make-up und kleinen Hautschüppchen.

Man kann folgende Reinigungspräparate die hautneutral, pflegend und hypoallergen sind an den entsprechenden Körperstellen verwenden:

Bei Exsiccose sollte jedoch auf ausgedehnte und besonders heiße Dusch- oder Wannenbäder verzichtet werden, da hierbei die wichtigen Bestandteile des Hydrolipidsystems herausgelöst werden. Gerade trockene Haut sollten nur mit milden, seifenfreien Reinigungsprodukten gepflegt werden, die rückfettende Bestandteile enthalten.

Es ist darauf zu achten, dass die Hautfalten und Zehenzwischenräume nicht vergessen werden. Grundsätzlich ist es anzustreben, dass äußerlich anzuwendende Produkte gemieden werden, die die Haut stark austrocknen – wie z.B. Franzbranntwein oder Arnikatinkturen (so genannte alte Hausmittel).

Weiterhin können Waschmittelreste in Kleidung und Bettwäsche die Haut irritieren, die Wäsche sollte also immer gründlich gespült werden. Wir unterscheiden im Prinzip drei Möglichkeiten, eine trockene Hautbeschaffenheit zu verbessern.

 

Möglichkeiten zur ­Verbesserung der trockenen Hautbeschaffenheit

Pflegende Bäder: Das Bad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern und das Wasser darf nicht zu heiß sein, da es sonst zum Fett- und Feuchtigkeitsverlust sowie zur Störung der Hautbarriere kommt. Die ideale Temperatur zum Waschen und Baden liegt zwischen 32 und 35°C.

Die Haut nach dem Bad mit dem Handtuch nun trocken tupfen, damit die wertvollen Öle erhalten bleiben. Die regelmäßige Anwendung von medizinischen Badezusätzen garantiert eine ausreichende Versorgung der Haut mit den wichtigen Lipiden und erhöht somit die Barrierefähigkeit der Dermis.

Bei den Ölbädern wird zwischen den so genannten Emulsionsbädern und den Spreitungsbädern unterschieden. Emulsionsbäder lassen sich im Badewasser verteilen und besitzen eine höhere Reinigungskraft. Spreitungsbäder bilden einen Film auf dem Badewasser, der beim Verlassen des Bades auf die Haut aufzieht.

 

Trockene Haut – Pflegemaßnahmen

Tagespflege. Diese Cremen und Emulsionen durchfeuchten und schützten die Epidermis. Sie desinfizieren, beruhigen und pflegen die Haut und verhindern, dass Schmutz, Staub und Make-up in die unteren Hautpartien eindringen. Biostimuline und Hyaluronsäure befeuchten die Haut optimal. Die Vitamine A und E sowie Panthenol sorgen für die Anregung der Hautfunktionen.

Nachtpflege. Wenn Ihr Körper ruht und neue Kräfte sammelt, wirken die Nachtcrèmes beruhigend auf Ihre Haut Biostimulatoren aktivieren die Zelltätigkeit. Es sollte eine aufbauende Nährcreme sein, die eine erhöhte Dosierung an Wirkstoffen, welche die Gewebeerneuerung stimulieren und die Durchblutung fördern, enthält.

Anstatt große Mengen auf einmal aufzutragen, ist es besser das Pflegeprodukt in kleinen Portionen auf die Haut zu bringen. Dabei sollte es nur mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen bis zum weitgehenden Einziehen eingerieben werden.

Ein verbleibender Fettfilm auf der Haut ist – mit Ausnahme bei der Anwendung von Fettsalben und Ölen – ein Zeichen, dass eine zu große Menge aufgetragen wurde. Einen Überschuss kann man problemlos mit einem Zellstofftuch abtupfen.

Die verschiedenen Hautstellen, wie beispielsweise die Haut im Gesicht, sollte man gezielt und bedarfsgerecht pflegen. Das zu erreichende Ziel ist, den Mangel an Feuchtigkeit und Fett jeweils auszugleichen und die Barrierefunktion der Haut bei guter Verträglichkeit der Produkte zu verbessern.

Nach Dusche oder Bad empfiehlt sich deshalb eine Körpermilch zu verwenden. Diese ist feuchtigkeitsspendend, zieht sofort ein, pflegt die Haut und befeuchtet sie nachhaltig. Ein Dusch-Gel sollte rückfettende Substanzen enthalten und alkalifrei. sein. Der pH-Wert ist idealerweise hautneutral.

 

Trockene Haut-Betroffene sollten viel trinken (Wasser, Tee)

Älteren Menschen fällt es oft schwer, die erforderlichen 2 Liter Flüssigkeit pro Tag aufzunehmen. Hierbei kann man sich einiger Tricks bedienen. So kann man den Patienten anhalten, kleine Gefäße mit Tee bzw. Wasser zu füllen und an verschiedenen Stellen der Wohnung oder des Hauses zu deponieren und beim Vorbeikommen daran zu denken diese auszutrinken (funktioniert in der Praxis nach einer gewissen Gewöhnungsphase sehr gut).

Eine regelmäßige Einnahme von Vitaminen in Kapselform (A, C, E), welche freie Radikale abfangen, ist als zusätzliche Maßnahme zu empfehlen. Einige Nahrungsmittel wie zum Beispiel Eidotter, Orangen oder Karotten bewirken ähnliches, weil sie einen hohen Anteil an Betakarotin haben.

Aprikosen, Karotten und Melonen sind auch noch reich an den Vitaminen A und C welche die Haut weich und geschmeidig machen. Alkohol und Koffein sollten wegen des diuretischen Effekts, der den Zellen Flüssigkeit und Mineralstoffe entzieht, nur in Maßen genossen werden.

Verschiedene Erkrankungen, die eine trockene Haut verursachen können, müssen auch vom Facharzt betreut werden. Dieser muss dann in Folge auch mit dem Patienten die notwendigen Pflegemaßnahmen besprechen.


Quellen:

https://www.aad.org/dermatology-a-to-z/health-and-beauty/general-skin-care/dry-skin-tips

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/skinconditions.html

Trockene Haut und ihre Ursachen. Dr. Reinhold Lautner. MEDMIX 4/2009.

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