Trockene Augen – das Sicca-Syndrom

Wirksamkeit und Verträglichkeit der verschiedenen Tränenersatzmittel werden bei Sicca Syndrom sehr unterschiedlich empfunden. Daher sollten eventuell mehrere Präparate ausprobiert werden © Anukool Manoton / shutterstock.com

Wirksamkeit und Verträglichkeit der verschiedenen Tränenersatzmittel werden bei Sicca Syndrom sehr unterschiedlich empfunden. Daher sollten eventuell mehrere Präparate ausprobiert werden © Anukool Manoton / shutterstock.com

Das Sicca-Syndrom – einer sehr häufigen Erkrankung des Auges – bezeichnet trockene Augen, bei denen der Tränenfilms beeinträchtigt ist.

Sicca-Syndrom-Patienten haben sehr trockene Augen und leiden unter einem Fremdkörpergefühl. Weiter zeigen sich auch Rötungen und Brennen in den Augen. Wobei Arbeiten am Computerbildschirm und klimatisierte Räume sehr für seine Entstehung beitragen. Wobei Frauen  wesentlich häufiger unter einem trockenen Auge leiden als Männer. Bei ihnen treten meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr erstmals auf. Deswegen wird die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, die den schützenden Tränenfilm verändert, mit der Sicca-Syndrom-Entwicklung in Zusammenhang gesehen. Gegen trocken Augen und anderen Beschwerden durch das Sicca-Syndrom hilft der Einsatz von Tränenersatzmitteln.



 

Tränenfilm – Schutz und Schmiermittel

Der Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff sowie Nährstoffen. Zusätzlich wirkt er bakterizid und fungiert als »Schmiermittel«. Dadurch schwemmt er Fremdkörper aus dem Auge und sorgt für eine glatte optische Fläche.

Aufgebaut ist der Tränenfilm aus drei Schichten: der Lipidschicht, einer wässrigen Schicht und der Muzinschicht. Bestünden die Tränen nur aus Wasser, würden sie sofort verdampfen. Andererseits muss der Tränenfilm dünn sein.

Die aus der Tränendrüse ausgeschiedene wässrige Lösung ist ein Blutderivat, das neben Tränenwasser ca. 0,9% Salz und verschiedene, für die Ernährung und den Schutz der durchsichtigen Hornhaut nötigen Substanzen enthält. Durch das völlige Schließen der Lider beim Lidschlag, werden die ­kleinen Öltröpfchen gleichmäßig über die Lidränder verteilt und über die wässrige Phase des Tränenfilmes gespannt. Die Muzinschicht verbindet die Hornhautoberfläche mit der ­wässrigen Schicht und gleicht Unebenheiten aus. Weiters ist sie für die Stabilität und Viskosität des Tränenfilms verantwortlich.


Tipps bei Sicca-Syndrom


 

Sicca-Syndrom: was trockene Augen verursacht

Trockene Augen können mannigfaltige, oft einfache Ursachen haben. Dazu zählen die Heizungsluft, ­das Lesen sowie die Konzentration auf den Bildschirm. Weiters gehören Tätigkeiten dazu, die zwar viel »Sehen« verlangen, aber ihren Fokus auf statische, kleinflächige Ziele beziehen. Denn diese führen zu einer ­reduzierten Blinkfrequenz.

Tatsächlich sollte die Blink­­frequenz sollte mindestens 6 bis 10 Lidschläge pro Minute betragen. Zusätzlich sollte ein Lidschlag pro Blickbewegung und einer pro Kopfbewegung erfolgen. Wenn die Blinkfrequenz sinkt, so wird die Tränendrüse seltener ­entleert. Dementsprechend ist ein Trockenheitsgefühl die ­Folge und der Lidschlag verursacht ein unbequemes Gefühl. Erhöhen wir unsere Blinkfrequenz dann nicht willentlich, kann ein Teufelskreis entstehen. Am wichtigsten ist die Stimulation der ­Tränendrüse.




Literatur:

Steven E. Carsons; Bhupendra C. Patel. Sjogren Syndrome. StatPearls [Internet]. Last Update: May 14, 2019.

Vivino FB. Sjogren’s syndrome: Clinical aspects. Clin Immunol. 2017 Sep;182:48-54. doi: 10.1016/j.clim.2017.04.005. Epub 2017 Apr 17.

Die mobile Version verlassen