Trockene Augen – das Sicca-Syndrom

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Das Sicca-Syndrom – einer sehr häufigen Erkrankung des Auges – bezeichnet trockene Augen, bei denen die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist.

Sicca-Syndrom-Patienten leiden unter einem Fremdkörpergefühl sowie an Rötungen und Brennen in den Augen. Dabei tragen Arbeiten am Computerbildschirm und klimatisierte Räume für seine Entstehung bei. Wobei Frauen  wesentlich häufiger unter einem trockenen Auge leiden als Männer. Bei ihnen treten meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr erstmals auf. Deswegen wird die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, die zu einer Veränderung des schützenden Tränenfilms führt, mit einer Sicca-Syndrom-Entwicklung assoziiert. Symptomatisch hilft der Einsatz von Tränenersatzmitteln.

 

Tränenfilm – Schutz und Schmiermittel

Der Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff sowie Nährstoffen. Zusätzlich wirkt er bakterizid und fungiert als »Schmiermittel«. Dadurch schwemmt er Fremdkörper aus dem Auge und sorgt für eine glatte optische Fläche.

Aufgebaut ist der Tränenfilm aus drei Schichten: der Lipidschicht, einer wässrigen Schicht und der Muzinschicht. Bestünden die Tränen nur aus Wasser, würden sie sofort verdampfen. Andererseits muss der Tränenfilm dünn sein.

Die aus der Tränendrüse ausgeschiedene wässrige Lösung ist ein Blutderivat, das neben Tränenwasser ca. 0,9% Salz und verschiedene, für die Ernährung und den Schutz der durchsichtigen Hornhaut nötigen Substanzen enthält. Durch das völlige Schließen der Lider beim Lidschlag, werden die ­kleinen Öltröpfchen gleichmäßig über die Lidränder verteilt und über die wässrige Phase des Tränenfilmes gespannt. Die Muzinschicht verbindet die Hornhautoberfläche mit der ­wässrigen Schicht und gleicht Unebenheiten aus. Weiters ist sie für die Stabilität und Viskosität des Tränenfilms verantwortlich.

 

Ursachen

Trockene Augen können mannigfaltige, oft einfache Ursachen haben. Dazu zählen die Heizungsluft, ­das Lesen sowie die Konzentration auf den Bildschirm. Weiters gehören Tätigkeiten dazu, die zwar viel »Sehen« verlangen, aber ihren Fokus auf statische, kleinflächige Ziele beziehen. Denn diese führen zu einer ­reduzierten Blinkfrequenz.

Tatsächlich sollte die Blink­­frequenz sollte mindestens 6 bis 10 Lidschläge pro Minute betragen. Zusätzlich sollte ein Lidschlag pro Blickbewegung und einer pro Kopfbewegung erfolgen. Wenn die Blinkfrequenz sinkt, so wird die Tränendrüse seltener ­entleert. Dementsprechend ist ein Trockenheitsgefühl die ­Folge und der Lidschlag verursacht ein unbequemes Gefühl. Erhöhen wir unsere Blinkfrequenz dann nicht willentlich, kann ein Teufelskreis entstehen. Am wichtigsten ist die Stimulation der ­Tränendrüse.

Tipps bei Sicca-Syndrom

  • Blinken Sie bewusst und drücken Sie die Augenlieder so oft sie daran denken zusammen.
  • Sorgen Sie für Reichlich Flüssigkeitszufuhr in den Körper.
  • Bei Bildschirmarbeit sollten Sie öfter pausieren.
  • Einen guten Teil der Freizeit sollten Sie in die Natur verbringen.
  • Vermeiden Sie Tabakrauch.
  • Die Ernährung ist langfristig für die Zusammensetzung des Tränenfilms verantwortlich. Dementsprechend reguliert mediterrane Diät sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Omega 3 Fettsäuren den Lipidanteil. Zudem können Patienten »künstliche Tränen« in Form von Tropfen oder Gelen aus der Apotheke verwenden.

 

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About Author

Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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