Triptane bei Migräneattacken aktuell bewertet

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Die Triptane sind die Behandlung der ersten Wahl bei mittelschweren und schweren Migräneattacken, bei denen Analgetika oder NSAR nicht ausreichen.

Triptane – oder auch als Serotonin-5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten bezeichnet – sind spezifische Migränemedikamente, die zu jedem Zeitpunkt innerhalb von Migräneattacken wirken können. Dementsprechend bedeutet das, dass die betroffenen Patienten diese Schmerzmittel nicht unbedingt sofort bei Beginn der Schmerzphase einsetzen werden.

Allerdings zeigen Triptane eine umso besser Wirksamkeit, je früher sie bei Migräneattacken angewandt werden. Jedoch sollten Ärzte eine frühe Einnahme nur dann empfehlen, wenn die Migräneattacken nicht zu häufig vorkommen, also weniger als 10-mal pro Monat. Außerdem sollten Patienten mit Kopfschmerzen ihre Migräneattacken eindeutig identifizieren können.

Denn bei unzulässigen Gebrauch kann sich auch ein sogenannter Medikamenten-induzierter Kopfschmerz entwickeln, der sich durch Übergebrauch von Medikamenten entwickelt. Schließlich können Patienten, die das klar einschätzen können, ihre Triptane aber auch einnehmen, wenn der Kopfschmerz noch leicht ist.

 

Wirksamkeit der Triptane

Die Wirkstoffe Almotriptan und Eletriptan, Frovatriptan und Naratriptan, Rizatriptan und Sumatriptan sowie Zolmitriptan sind jene Triptane, die bei akut-auftretenden Migräneattacken am effektivsten sind. Wobei alle Triptane in großen placebokontrollierten Studien ihre Wirkung nachweisen konnten.

Prinzipiell sollten jene Patienten diese Wirkstoffe bei starken Kopfschmerzen sowie bei Migräneattacken einsetzen, sofern andere Analgetika oder NSAR nicht ausreicht wirken.

Grundsätzlich gilt derzeit subkutan appliziertes Sumatriptan in einer Dosierung von 6 mg als die wirksamste medikamentöse Behandlung von akuten Migräneattacken. Bei den oralen Triptanen sind laut Meta-Analysen
die Substanzen Eletriptan und Rizatriptan am wirksamsten, wobei Almotriptan und Eletriptan wiederum die besten Sicherheitsdaten zeigten. Das Zolmitriptan konnte als Nasenspray in placebokontrollierten Studien ebenfalls seine Wirksamkeit belegen. Schließlich wirken das Naratriptan und das Frovatriptan am längsten.

Übrigens sind Triptane in Kombination mit Naproxen wirksamer. Allerdings ist die zusätzliche Wirkung nicht wirklich groß und unerwünschte Wirkungen treten bei der Kombinationstherapie öfter auf.

 

Einschränkungen der Triptane

Bekanntermaßen kann vor allem bei lange andauernden Migräneattacken nach Ende der medikamentösen
Wirkung erneut ein Migränekopfschmerz auftreten. Man spricht von Wiederkehrkopfschmerz, wenn sich in einem Zeitraum von 2 bis 24 Stunden nach der ersten wirksamen Medikamenteneinnahme die Migräneschmerzen von Kopfschmerzfreiheit oder leichtem Kopfschmerz zu mittelschweren oder schweren Kopfschmerzen werden. Leider ist dieses Problem bei Triptanen häufiger als bei anderen Analgetika. Hier zeigen die Triptane mit einer längeren Halbwertszeit Vorteile wie Frovatriptan und Naratriptan, die eine etwas geringere Wiederkehrkopfschmerz-Raten haben.

Grundsätzlich gilt, dass wenn die erste Triptananwendung unwirksam ist, auch eine zweite Dosis
keine Wirkung bringt. Nur wenn die erste Dosis erbrochen wurde, muss das nicht stimmen. Prinzipiell sollten Patienten aber bei ausbleibender Triptan-Wirksamkeit ein Nicht-Opioid-Analgetikum einnehmen.

Schwerwiegende kardiovaskuläre Krankheiten wie Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, transienter ischämischer Attacke (TIA), Schlaganfall sowie fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) gelten als Kontraindikationen. Solche Patienten sollten Triptane nicht anwenden.

Quelle:

Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-057l_S1_Migraene-Therapie_2018-04_1.pdf

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