Triggerfaktoren von Migräne

Triggerfaktoren für Migräne. © Arthur-nn / shutterstock.com

Triggerfaktoren für Migräne. © Arthur-nn / shutterstock.com

Drei von vier Patienten, die an Migräne leiden, können Triggerfaktoren benennen, die Auslöser, Trigger, für ihre Kopfschmerzen-Attacken sind.

Verschiedene Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die große Mehrzahl der Migräne-Patienten jene Triggerfaktoren definieren können, die die häufigsten Auslöser, Trigger oder auslösender Impuls, für ihre Kopfschmerzen-Attacken sind. Wobei Stress und Hormonschwankungen bei Migräne Trigger mit einer ganz besonderen Bedeutung sind.

 

Triggerfaktoren wie Stress­situationen, Wetterwechsel oder Alkoholgenuss

Gerade in hektischen Zeiten, in den verschiedenste Erledigungen in kürzester Zeit nahezu gleichzeitig gemacht werden müssen – wie es in den bald wiederkehrenden Festtagen der Fall ist –, kann es passieren, dass eine winzige Kleinigkeit – der berühmte Tropfen – das Fass zum Überlaufen bringen kann und eine Migräne-Attacke auslöst. Migräne-Patienten können solche Situationen vermeiden, wenn sie die Triggerfaktoren, die ihre Migräne-Anfälle auslösen, kennen und dementsprechend entgegenwirken.

Verschiedene Triggerfaktoren können im Einzelfall eine wichtige Rolle spielen. Bei einer großen US-Untersuchung konnten beispielsweise drei Viertel der behandelten Migräne-Patienten durchschnittlich sechs bis sieben Triggerfaktoren benennen (weiland im Fachjournal Cephalalgia publiziert). Dabei werteten die US-Wissenschafter die Daten von 1.750 Migräne-Patienten aus, 84 Prozent davon waren Frauen.

Als Ergebnis kam heraus, dass bei 76 Prozent der Patienten die Kopfschmerzatttacken von bestimmten, benennbaren Triggerfaktoren ausgelöst wurden. Im Detail war das bei 40 Prozent der Migräne-Patienten gelegentlich der Fall, bei 27 Prozent häufig und bei 9 Prozent sehr häufig. Die Mehrzahl der Befragten benannte vier bis neun Auslöser.

 

Meist reicht eine Stress-Situation

Bei manchen Patienten reicht eine Stress-Situation aus, um eine Migräne-Attacke auszulösen, bei anderen kommt diese nur zustande, wenn Änderungen im Schlaf- Wachrhythmus, Alkoholgenuss oder ein Wetterwechsel zusammentreffen. Mit Abstand die häufigsten Migräne-Auslöser sind Stress und – bei Frauen – Hormonschwankungen.

In der Gruppe der Patienten, bei denen die Migräne-Attacken nur gelegentlich getriggert sind, geben 80 Prozent Stress an. Auf Platz 2 landeten mit 65 Prozent die Hormonschwankungen. Gefolgt von Hunger (57 Prozent), Wetterwechsel (53 Prozent) sowie Wechseln des Schlaf- Wachrhythmus (50 Prozent).

Wenn jedenfalls Triggerfaktoren bei Patienten die Migräne-Attacke sehr häufig auslösen, so sind das meist Stress und – bei Frauen – Hormonschwankungen. Ein Drittel aller Patientinnen benannte Hormonschwankungen als Trigger, jeder vierte Patient nannte Stress. Die übrigen Faktoren erreichen kaum über zehn Prozent. Obwohl bei dieser Studie nur Patienten eines speziellen Kopfschmerz­zentrums berücksichtigt wurden, deckt sich die Reihenfolge der Triggerfaktoren weitgehend mit den vorliegenden bevölkerungsbezogenen Daten.

 

Mit Tagebuch Triggerfaktoren identifizieren

Nicht alle Migräne-Patienten kennen ihre Trigger. Eine Studie bestätigte, dass 95 von 100 Migräne-Patienten ihre Trigger als Auslöser ihrer Kopfschmerzatttacken kennen, wenn man ihnen eine dementsprechende vorgegebenen Liste anbietet.

Migräne-Experten empfehlen daher ihren Patienten, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in das sie alle Auffälligkeiten und Hinweise auf mögliche Einflussfaktoren eintragen. Sind die Trigger für Migräne einmal erkannt, können einige vermieden oder verhaltenstherapeutisch angegangen werden.


Literatur:

Andress-Rothrock D1, King W, Rothrock J. An analysis of migraine triggers in a clinic-based population. Headache. 2010 Sep;50(8):1366-70. doi: 10.1111/j.1526-4610.2010.01753.x.

Jeong-Wook Park, Min Kyung Chu, Jae-Moon Kim, Sang-Gue Park, Soo-Jin Cho. Analysis of Trigger Factors in Episodic Migraineurs Using a Smartphone Headache Diary Applications. PLoS One. 2016; 11(2): e0149577. Published online 2016 Feb 22. doi: 10.1371/journal.pone.0149577

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