Treppenlift im Elternhaus: Was sollte man beachten?

Viele ältere Menschen wollen im eigenen Heim und der vertrauten Umgebung mit maximal möglicher Mobilität alt werden. © Ingo Bartussek / shutterstock.com

Viele ältere Menschen wollen im eigenen Heim und der vertrauten Umgebung mit maximal möglicher Mobilität alt werden. © Ingo Bartussek / shutterstock.com

Ein Treppenlift kann im Alter die Mobilität Zuhause fördern und die Lebensqualität im Alter steigern. Vor der Anschaffung sollte man aber einiges zu beachten.

Lebensqualität im Alter bedeutet vor allem, sich weiterhin in der gewohnten Umgebung wohlzufühlen und in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Birgt das geliebte Eigenheim oder die Wohnung allerdings irgendwann Risiken und werden Treppen zu unüberwindbaren Hindernissen, ist es an der Zeit, sich um die Mobilität im eigenen Zuhause zu kümmern – mit einem Treppenlift. Aber vor einem Kauf gibt es zahlreiche Dinge zu beachten.

Als Angehöriger möchte man seinen Eltern oder Großeltern gerne den Wunsch erfüllen, im eigenen Heim und der vertrauten Umgebung alt zu werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Treppen im Haus oder in der Wohnung sicher und zuverlässig bewältigt werden können. Wer jedoch selbst zeitlich eingespannt ist, durch den Job und/oder die eigene Familie, oder in einer anderen Stadt lebt, dem sind oft die Hände gebunden, weil er seine Lieben nicht jederzeit selbst unterstützen kann. Das schlechte Gewissen setzt ein und man ärgert sich – schließlich sollen doch zumindest die eigenen Eltern oder Großeltern im Alter Selbstständigkeit und Komfort genießen können. Die Lösung ist in den meisten Fällen ein Treppenlift. Doch worauf sollte man achten? Beratung bekommt man bei einem professionellen Treppenlift-Service. Zum Glück gibt es finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige.

 

Treppenlift kaufen oder mieten?

Die Vorteile eines Kaufs liegen auf der Hand: Das Gerät ist unbenutzt und hat noch Garantie, nicht nur vom Hersteller, sondern auch vom Verkäufer. Hat man spezielle Wünsche an den Treppenlift, wie zum Beispiel gewisse Farben, Materialien oder besondere Ausstattungsmerkmale, ist der Kauf eines gebrauchten Modells vermutlich hinfällig. Nachteil sind natürlich die hohen Kosten.

Bevor man beim erstbesten Angebot zuschlägt und sich einen Treppenlift zulegt, sollte man eventuell erwägen, ob nicht auch eine Miete in Frage kommt. Die Höhe der monatlichen Mietzahlungen hängt von verschiedenen Parametern ab, wie etwa Treppenverlauf, Ausstattung und Sitzliftmodell. Außerdem kann etwa je nach geplanter Nutzungsdauer ein Kauf günstiger werden. Es gibt mögliche Zuschüsse für Treppenlifte und Fördermittel, die man beantragen und somit die Anschaffungskosten reduzieren kann.

Beim Kauf von Privatpersonen ist Vorsicht geboten: Zwar fallen die Angebote in vielen Fällen sehr günstig aus (es gibt oft Treppenlifte für weniger als 1.000 Euro), dabei weiß man aber nicht, ob die Demontage sachgerecht durchgeführt wurde bzw. muss man diese gegebenenfalls selbst durchführen. Außerdem muss man im Anschluss selbst für die Prüfung des Lifts durch einen Fachmann sorgen und aufkommen. Es gibt keine Garantie- und Gewährleistungsansprüche und der Treppenlift muss selbst im Treppenhaus eingebaut werden. Die meisten Argumente sprechen demnach gegen einen Kauf eines gebrauchten Treppenlifts von Privatpersonen, da er einfach zu viele Risiken birgt.

 

Eigentum oder Mietwohnung?

Für den Einbau eines Treppenlifts im Eigenheim bedarf es keinerlei Erlaubnis. Das gilt nicht nur für einen Sitzlift im Innern, sondern auch für die Installation eines Außenlifts auf dem eigenen Grundstück. Bei einer Eigentums- oder Mietwohnung in einem Mehrparteienwohnhaus ist es anders: In dem Fall ist das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft beziehungsweise des Vermieters erforderlich. Um die Einhaltung der Baubestimmungen – dabei müssen etwa Fluchtwege und Brandschutz eingehalten werden, kümmert sich im Idealfall der Treppenlift-Service, für den man sich entschieden hat.

Auch beim Einbau gibt es Einiges zu beachten: Handelt es sich etwa um einen geraden oder kurvigen Treppenlift? Findet die Montage an der Wand oder an den Treppenstufen statt? Gerade Treppenlifte mit einer Länge von bis zu fünf Metern lassen sich häufig problemlos gebraucht von einer Wohnung in eine andere montieren, da Motor, Sitz und Schiene komplett übernommen werden können. Auch bei längeren Treppenlift-Modellen ist das meist ohne Probleme möglich. Bei kurvigen Schienen ist das schon komplizierter, weil die Schiene stets eine individuelle Einzelanfertigung ist und somit nur in das ursprüngliche Treppenhaus passt. Wenn zum Beispiel der gebrauchte Treppenlift von seinem Vorbesitzer nicht pfleglich behandelt oder das Modell für den Wiederverkauf nicht fachgerecht aufbereitet wurde, können im schlimmsten Fall weitere Kosten entstehen. Eine Einsparung von bis zu 50 Prozent ist bei ganz geraden Treppen über eine Etage möglich, da man nur in diesem Fall auch die Schienen gebraucht kaufen kann. Schienen für kurvige und winkelige Treppenhäuser werden stets maßgefertigt und kommen deshalb für eine Zweitverwertung normalerweise nicht in Frage.

 

Worauf sollte man beim Lift achten?

Der ideale Sitz- oder Außenlift soll möglichst vielen Ansprüchen entsprechen: Funktional, komfortabel und ästhetisch soll er sein, aber in jedem Fall sicher. Zwar sind Lifte generell ein sehr sicheres Beförderungsmittel, für einen 100-prozentigen, risikolosen Betrieb ist ein sensibler Umgang mit dem Thema aber ratsam. Moderne Treppenlifte verfügen über zahlreiche Sicherheitsmerkmale. Allerdings sind die Sicherheitsmerkmale von Anbieter zu Anbieter sowie von Modell zu Modell unterschiedlich. Man sollte sich also gründlich über die wichtigsten Sicherheitsmerkmale informieren. Beispielsweise stellt der Antrieb des Liftes über einen Akku die permanente Betriebsbereitschaft des Gerätes sicher – auch im Falle eines Stromausfalles. Zudem lädt der Akku während der Fahrtpausen automatisch auf. Die CE-Kennzeichnung sollte man ebenfalls im Blick haben. Sie gibt die Herstellung des Produktes nach europäischen Sicherheitsbestimmungen an. Entspricht ein Treppenlift der ISO-Norm, galten beim Herstellungsprozess bestimmte Qualitäts- und somit Sicherheitsanforderungen.

 

Kosten – Zuschüsse und steuerlich absetzbar

Mehrere Tausend Euro sind in jedem Fall für einen Treppenlift zu investieren, bei komplizierten Treppenverläufen oder besonderen Modellen kann die Summe auch schnell 10.000 Euro und mehr betragen. Kann man das nicht selbst zahlen, muss man dennoch nicht auf die wichtige Mobilitätshilfe verzichten. Zahlreiche Träger gewähren Zuschüsse für Treppenlifte, wobei die Höhe von verschiedenen Faktoren abhängt. Es müssen stets bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, um überhaupt eine Förderung zu erhalten. Es kann sein, dass man bei mehreren Trägern förderungsberechtigt ist und von diesen finanzielle Unterstützung beantragen kann. Zu den Trägern gehören Berufsgenossenschaft, Pflegeversicherung, die Förderbank KfW, die Agentur für Arbeit, das Sozialamt, das Integrationsamt sowie die Deutsche Rentenversicherung. Für gebrauchte Treppenlifte gewährt die Pflegekasse ebenfalls einen Zuschuss für Wohnraumanpassungen von bis zu 4.000 Euro. Der/die Betroffene muss dafür einen Pflegegrad und den Antrag auf den Zuschuss vor dem Erwerb eingereicht haben.

Die Kosten für einen Treppenlift kann man von der Steuer absetzen, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Man muss beim Finanzamt nachweisen, dass sich die Treppenliftanschaffung als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 EStG darstellt. Als außergewöhnliche Belastungen gelten Ausgaben, die zwangsläufig wegen besonderer Umstände anfallen. Dazu gehören auch Ausgaben durch Behinderung oder Krankheit, die nicht von anderer Stelle erstattet werden.

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