Tollwutimfung vor Reise in Tollwut-Verbreitungsgebiete

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Aufgrund aktueller Tollwut-Infektionen in Südafrika und Thailand wird die vollständigen Tollwutimfung vor Reise in Tollwut-Verbreitungsgebiete dringend empfohlen.

Nach Angaben der World Health Organisation (WHO) sterben weltweit jedes Jahr fast 60.000 Menschen an Tollwut. Unter den Tollwut-Opfern sind 40 Prozent Kinder aus Asien oder Afrika, wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist, endet sie stets tödlich. Wenngleich in unseren Breiten die klassische Wildtollwut nicht mehr vorkommt, so können sich Reisende in Risikogebieten – vor allem nach Afrika und Asien – weiterhin anstecken. Deswegen wird den Menschen, die in solche Regionen reisen, dringend vor der Reise eine Tollwutimfung empfohlen.

Jedenfalls verursacht die Tollwut eine virale Enzephalitis, die über tierischen Speichel auf den Menschen übertragen wird. Übrigens ist die Tollwut eine der ältesten bekannten Krankheiten in der Geschichte des Menschen. Mit dokumentierten Fällen, die über 4.000 Jahre zurückreichen.

 

Vor allem Bisse oder Kratzer von Hunden sind für die Übertragung des Tollwut-Virus verantwortlich

Unter dem Strich sind weltweit laut WHO in 99 Prozent der Fälle aller Tollwutinfektionen Bisse oder Kratzer von Hunden für die Übertragung des Tollwut-Virus auf den Menschen verantwortlich. Und zwar in der Regel über den Speichel. Allerdings können auch Affen, Katzen sowie Fledermäuse die Erkrankung verbreiten.

Dabei ist nicht einmal ein Biss nötig. Es reicht, dass der Speichel von infizierten Tieren in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen kommt. Denn dann können die Tollwutvirenso bereits in den menschlichen Organismus gelangen.

Übrigens gibt es kein Heilmittel gegen die Tollwut. Die Krankheit bricht zwar nicht bei jedem aus, der sich infiziert hat. Aber jeder, der erkrankt, stirbt an der Tollwut. Wobei in der Regel die Inkubationszeit drei bis acht Wochen beträgt. Jedoch kann es in Einzelfällen sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht.

 

Tollwutimfung empfohlen

Im Grunde genommen sollten sich Touristen, die in Tollwut-Verbreitungsgebiete wie Asien, Afrika oder auch Lateinamerika reisen, unbedingt vorbeugend impfen lassen. Das sollte vor der Reise am besten mit einem modernen Zellkulturimpfstoff geschehen.

Für den vollständigen Schutz erfolgt die Tollwutimpfung in drei Dosen innerhalb von mehreren Wochen. Diesen Impfschutz sollte man dann bei Bedarf im Abstand von drei bis fünf Jahren auffrischen lassen.

Weiter gibt es noch die Möglichkeit einer schnellen Imfpung. Die kann man auch innerhalb von einer Woche anwenden. Allerdings sollte sie nach dem Kontakt mit einem Tollwut verdächtigen Tier sicherheitshalber unbedingt nochmals gemacht werden.

Übrigens wurden kürzlich in den Vereinigten Staaten die Empfehlungen aktualisiert, dass jede Person, die aus dem Schlaf erwacht und eine Fledermaus im Zimmer findet, dringend geimpft werden sollte. Denn Fledermäuse sind dort die häufigsten Übertrager der Krankheit.

 

Zero by 30

Es gibt keine wirksame Behandlung für die Tollwut. Deswegen ist die Vorbeugung entscheidend. Und zwar gehören dazu die Tollwutimpfung, Aufklärung sowie die Überwachung von Haustieren. Die WHO hat dazu den Plan „Zero by 30“ verabschiedet. Dabei hat man sich das Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2030 alle durch Hunde übertragene Tollwutinfektionen auszurotten. Denn die Tollwut-Virus-Infektionen lassen sich zu 100 Prozent durch die Tollwutimfung vermeiden, so die WHO. Dennoch stirbt alle neun Minuten ein Mensch daran. .

Literatur:

Ron Koury; Steven J. Warrington. Rabies. StatPearls [Internet]. Last Update: November 18, 2018.


Quellen:

CRM Centrum für Reisemedizin

WHO –Weltgesundheitsorganisation
http://www.who.int/rabies/news/RUA-Rabies-launch-plan-achieve-zero-rabies-human-deaths-2030/en/;
http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/rabies

Robert Koch Institut
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2011/Ausgaben/08_11.pdf?__blob=publicationFile

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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