Tipps zur Vermeidung von Radunfällen

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Radfahrer sind oft selbst für Unfälle verantwortlich. Vor allem Ältere verunglücken häufig schwer. Deswegen sollte man wichtige Tipps zur Vermeidung von Radunfällen beachten.

Die Zahl an Radunfällen nimmt seit Jahren zu. Durch die steigende Anzahl von E-Bikes im Straßenverkehr wird eine weitere Zunahme vermutet. Anders als in der Öffentlichkeit wahrgenommen, sind nicht in erster Linie Kinder betroffen: Jeder zweite tödlich verunglückte Radfahrer ist 65 Jahre oder älter.

Durch mehr E-Bikes: Senioren verunglücken immer häufiger

Unfallexperten sehen bei Radunfällen häufig eine Mitverantwortung der Senioren. Das Mitführen einer Tasche am Lenker, das Hängenbleiben an einer Bordsteinkante, aber auch ein nicht eingeschaltetes Hörgerät sind häufige Begleitumstände von Radunfällen. Senioren, die häufiger rote Ampeln überfahren, verunglücken ebenfalls häufiger. Die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung kann auch bei älteren Radfahrern schweren Unfällen vorbeugen.

Eine sehr einfache und wenig kostenintensive Maßnahme ist die Anschaffung von Fahrradtaschen. Das Einschalten des Hörgeräts sollte ebenfalls nicht vergessen werden. Radfahren sollte nur, wer neben ausreichend Kraft auch über die notwendige Koordination verfügt, so der Experte. Nach den Statistiken verunglücken Senioren, die Schwierigkeiten beim Auf- und Absteigen haben, häufiger als andere. Da E-Bikes für ältere Menschen mit Schwierigkeiten in der Koordination attraktiv sein könnten, befürchten Verkehrsexperten, dass es hier in Zukunft zu einer Zunahme kommen könnte.

Ein weiterer vermeidbarer Risikofaktor ist Alkohol. Während bei Autofahrern der Anteil Alkoholisierter an Unfällen in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist, hat sich bei Radunfällen nichts verändert. Mehr als die Hälfte der alkoholisierten Radler hatte bei einer Untersuchung nach dem Unfall mehr als 1,7 Promille Alkohol im Blut, bei einem Viertel wurden sogar 2,0 bis 2,5 Promille gemessen. Ab einem Wert von 1,6 Promille liegt auch bei Radfahrern eine absolute Fahruntüchtigkeit und damit eine Straftat vor. Unter Alkoholeinfluss sollte sich, egal ob jung oder alt, niemand auf ein Fahrrad setzen.

Tragen eines Fahrradhelms reduziert das Risiko einer schweren, oder sogar tödlichen Kopfverletzung bei Radunfällen um ein Vielfaches. Deswegen fordern viele Experten eine Helmpflicht.

Viele tödliche Verletzungen ließen sich durch das Tragen eines Fahrradhelms vermeiden. Ohne Radhelm-Nutzung gibt es dreimal mehr Schädelfrakturen, fünfmal mehr schwere Hirnverletzungen und mehr als doppelt so viele Schädelbasisfrakturen. Auch hier sind Senioren besonders gefährdet. Ab dem 50. Lebensjahr steigt der Anteil der Unfälle mit schweren Hirnverletzungen deutlich an. Leider verzichten noch immer sehr viele Radfahrer auf das Tragen eines Fahrradhelms. Während der Anteil bei Kindern bereits bei 53 Prozent liegt, sind es bei Erwachsenen nur drei Prozent. Mit der von Unfallforschern seit Jahren geforderten Helmpflicht für Fahrradfahrer ist nach Einschätzung von Experten in absehbarer Zeit jedoch nicht zu rechnen.

Quelle: H. Zwipp et al.: Prävention von Fahrradfahrerunfällen, Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie 2015; 153 (2); S.177–186

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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