Tipps zur richtigen Ernährung für eine gesunde Leber

Ernährungswissenschaftler aber auch Ärzte empfehlen eine mediterrane Ernährung, die reich an Obst und Gemüse sowie Nahrungsmittel mit ungesättigten Fettsäuren ist. © LUISMARTIN / shutterstock.com

Ernährungswissenschaftler aber auch Ärzte empfehlen eine mediterrane Ernährung, die reich an Obst und Gemüse sowie Nahrungsmittel mit ungesättigten Fettsäuren wie Fisch und Meeresfrüchte ist. © LUISMARTIN / shutterstock.com

Gegen die häufigste Lebererkrankung Fettleber und allgemein für eine gesunde Leber helfen diese wertvolle Tipps zur richtigen, genussvollen Ernährung.

Unter dem Strich sind Übergewicht und Adipositas sind in der westlichen Welt weiter rasant auf dem Vormarsch. Dies betrifft auch die daraus entstehenden Folgeerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus Typ 2. Zu den eher wenig beachteten Folgeerkrankungen von Übergewicht zählt die sogenannte nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD). Diese ist mittlerweile in den westlichen Ländern die häufigste Lebererkrankung, die unbehandelt zu einer Leberfibrose fortschreiten kann. Außerdem erhöht sich dadurch das Risiko für Leberkrebs deutlich. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Die Leber hat erstaunliche Regenationsfähigkeiten. Wer es schafft, seine Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen, kann sich eine gesunde Leber erhalten beziehungsweise eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen oft sogar vollständig umkehren.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) weisen auf die Chancen einer Lebensstiländerung für mehr Lebergesundheit hin. Schließlich geben sie Tipps für eine gesunde Leber. Hierzu dennoch bei einer genussvolle Ernährung.

 

Lebererkrankungen

Lange Zeit wurde eine Fettlebererkrankung hauptsächlich mit einem übermäßigen Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Heute jedoch ist meist Übergewicht der Grund, dass das Organ verfettet. Die NAFLD ist mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in den westlichen Ländern. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen ist rund jeder dritte betroffen – oft ohne es zu wissen, denn die Leber schmerzt lange nicht.

Im Grunde genommen Besonders kommt die NAFLD bei Menschen mit Diabetes Typ-2 häufig vor. Unter dem Strich haben sieben von zehn dieser Patienten eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung. Bei rund der Hälfte von ihnen ist zudem die Erkrankung bereits so weit fortgeschritten, dass das Lebergewebe sich narbig verändert. Wobei das Anzeichen einer Leberfibrose sind. Im weiteren Verlauf kann sich daraus eine Zirrhose mit fortschreitendem Funktionsverlust und schließlich ein Leberzellkrebs entwickeln.

In diesen späten Krankheitsstadien ist die Lebertransplantation die einzige mögliche Therapie. In den USA warten mittlerweile mehr NAFLD-Patienten auf ein Spenderorgan als Patienten mit einer chronischen Virushepatitis.

 

Zunahme der NAFLD

Ursache für die Zunahme der NAFLD ist der westliche Lebensstil mit stark kalorienhaltiger Ernährung und geringer körperlicher Aktivität. Um die Leber zu entlasten, gelten daher die gleichen Empfehlungen wie bei anderen Wohlstandskrankheiten. Und zwar sich mehr zu bewegen sowie weniger und gesünder zu essen. Das effektivste Mittel, um das Voranschreiten der NAFLD aufzuhalten oder gar umzukehren, ist eine Gewichtsreduktion.

Schon bei einem Gewichtsverlust von fünf Prozent verbesserten sich die Laborwerte und der Gewebebefund, bei 10 Prozent Gewichtsverlust könne sich eine Fettleber binnen eines Jahres fast vollständig erholen. Selbst fibrotische Veränderungen könnten sich dann teilweise zurückbilden. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass eine NAFLD frühzeitig erkannt, der Lebensstil konsequent umgestellt und eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreicht werde.

Um sich langfristig motivieren zu können, sollten die Maßnahmen nicht zu ambitioniert, sondern vor allem umsetzbar und nachhaltig sein. Eine moderate, aber regelmäßige körperliche Betätigung reicht bereits aus, um messbare Stoffwechseleffekte zu erzielen. Auch könne man trotz der Umstellung noch genussvoll essen. Als ideal gilt die mediterrane Diät (Mittelmeer-Diät) mit einem geringen Anteil an Kohlenhydraten. Zudem mit vorwiegend pflanzlicher Kost sowie hochwertigen Ölen, Samen und Nüssen als Fettlieferanten. Weiter gehört dazu mehrmals wöchentlich Fisch. Hingegen verzehrt man dabei Fleisch nur selten.

 

Mittelmeer-Diät zur Ernährung für eine gesunde Leber

Die Mittelmeer-Diät zeichnet sich außerdem durch einen geringen Anteil verarbeiteter Lebensmittel aus. Durch diese mediterrane Ernährung verringert sich automatisch die Aufnahme von Fruchtzucker. Denn dieser ist häufig Fertigprodukten in hohen Mengen zugesetzt.

In Studien wurde Fructose als besonderer Risikofaktor für eine NAFLD identifiziert“, sagt Trautwein. Selten aber ist übermäßiger Obstverzehr das Problem. Vielmehr gelte es, Lebensmittel und Getränke zu meiden, denen Fructose künstlich zugesetzt wurde. Auf ein besonderes Genussmittel müssen NAFLD-Patienten jedoch nicht verzichten. Kaffee hat sich in einer großen Metaanalyse als effizienter Schutzfaktor für die Leber erwiesen.

 

Tipps zur Ernährung für die gesunde Leber

Die gesunde Leber unterstützt eine Kohlenhydrat arme Ernährung mit vielen frischen, natürlichen pflanzlichen Lebensmitteln. Dies garantiert beispielsweise die Mittelmeer-Diät. Es macht zudem Sinn, den Fleischkonsum zu reduzieren und sich mehr auf Fisch zu konzentrieren.

Zu den wichtigen Tipps für eine gesunde Leber gehören auch gesunde Fette mit Olivenöl, Nüssen sowie Samen als Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Vorsicht ist hingegen beim Verzehr von Fruchtzucker geboten, da ein übermässiger Konsum ebenfalls der Leber schaden kann. Hierzu sind vor allem Fertignahrungsmittel sowie Softdrinks und Fruchtsäfte mit Fructose zu meiden. Wobei man allgemein am besten Fertignahrungsmittel nicht konsumiert, vor allem wenn es um die richtige Ernährung für eine gesunde Leber geht.

Übrigens kann man durchaus drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag trinken. Das gilt auch für koffeinfreien Kaffee. Allerdings ist das beispielsweise nicht bei Grüntee der Fall.


Literatur:

Sotiropoulou M, Katsaros I, Vailas M, Lidoriki I, Papatheodoridis GV, Kostomitsopoulos NG, Valsami G, Tsaroucha A, Schizas D. Nonalcoholic fatty liver disease: The role of quercetin and its therapeutic implications. Saudi J Gastroenterol. 2021 Nov-Dec;27(6):319-330. doi: 10.4103/sjg.sjg_249_21. PMID: 34810376; PMCID: PMC8656328.

Maurice J, Manousou P. Non-alcoholic fatty liver disease. Clin Med (Lond). 2018 Jun;18(3):245-250. doi: 10.7861/clinmedicine.18-3-245. PMID: 29858436; PMCID: PMC6334080.

Prof. Jörg Bojunga, Dr. Gesine Meyer, Dr. Antonia Mondorf, Ernährung bei Diabetes und Fettleber. Das Leben und das Essen trotz nichtalkoholischer Fettleber genießen. Info Diabetologie. Ausgabe 4/2019.

Roeb, E. et al. S2k Guideline non-alcoholic fatty liver disease. Zeitschrift für Gastroenterol. 53, 668–723 (2015)

Younossi, Z. M. et al. Global epidemiology of nonalcoholic fatty liver di­sease-Meta-analytic assessment of prevalence, incidence, and outco­mes. Hepatology 64, 73–84 (2016).


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

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