11 Tipps bei Neurodermitis für Kinder und Erwachsenen

Tipps bei Neurodermitis machen das Leben leichter. © IAKOBCHUK VIACHESLAV / shutterstock.com

Tipps bei Neurodermitis machen das Leben leichter. © IAKOBCHUK VIACHESLAV / shutterstock.com

11 Tipps bei Neurodermitis sollen Kinder und die Erwachsenen dabei helfen, das Leben mit atopischem Ekzem zu erleichtern und die Lebensqualität zu steigern.

Neurodermitis – auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet – ist die häufigste entzündliche Hauterkrankung bei Kindern. Dabei ist Schätzungen zufolge jedes fünfte bis zehnte Kind betroffen. Aber auch etwa drei bis fünf Prozent der Erwachsenen leiden an Neurodermitis. Das Auftreten der Erkrankung nimmt in den deutschsprachigen Ländern jedenfalls weiter zu. Die unten stehenden Tipps bei Neurodermitis für den Alltag sollen zur Linderung beitragen.

 

Geschwächtes Immunsystem

Neben genetischer Vorbelastung spielt das oft Kindesalter noch schwächere Immunsystem eine wichtige Rolle – man vermutet, dass geschwächte Abwehrkräfte zu einer Überempfindlichkeit hinsichtlich atopischer Krankheiten wie der Neurodermitis führen könnten. Häufig kommt es zum Auftreten von nässenden, entzündeten Hautstellen – kombiniert mit starkem Juckreiz bereits im Säuglingsalter auf. Neurodermitis ist nicht heilbar, somit spielen Maßnahmen zur Linderung der Symptome und die Pflege bei Neurodermitis eine entscheidende Rolle.

 

Neurodermitis-Schübe haben bald wieder Saison

Mit Herbst und Schulanfang hat Neurodermitis wieder richtig Saison. Bedingt durch starke Temperaturschwankungen und den Beginn der Heizperiode, der psychischen Belastung und teilweisen Überforderung durch Eintritt in Kindergarten oder Schule häufen sich vor allem in der herbstlichen Jahreszeit Neurodermitis-Schübe.

Neurodermitis, eine chronische, mit unangenehmem Juckreiz verbundene Hautkrankheit, ist weit häufiger verbreitet als bislang vermutet: Laut jüngsten Schätzungen leiden bereits 12 bis 16% der Kinder und Jugendlichen unter Symptomen dieser Krankheit – manche weniger und manche mehr.


11 Tipps bei Neurodermitis

Folgende Tipps bei Neurodermitis helfen, das Leben mit Neurodermitis zu erleichtern und das Auftreten der Neurodermitis-Schübe zu erschweren:

  1. Baden: Selten – lauwarm – kurz. Rückfettende Badezusätze oder Salz verwenden.

  2. Körperpflege: Weniger ist mehr – Neurodermitiker brauchen eine fachgerechte Hautpflege für die extrem trockene und empfindliche Haut. Produkte zur Pflege bei Neurodermitis ohne Zusatzstoffe verwenden. Nach jedem Bad eincremen.

  3. Ernährung: Ausgewogen und vollwertig. Vorsicht bei Nüssen, Zitrusfrüchten, Zucker und Süßigkeiten. Diät: nur bei nachgewiesener Nahrungsmittelallergie.

  4. Bekleidung: Weiche, kühle Baumwollkleidung. Keine Schafwolle oder Synthetik. Nicht zu warm, nicht zu eng.

  5. Waschmittel, Weichspüler und Haushaltsreiniger: Sorgfältiges Spülen verhindert Juckreiz fördernde Rückstände. Bei Hautreizung Mittel wechseln bzw. Handschuhe tragen.

  6. Schlafen: Gut gelüftete, kühle Räume. Keine Topfpflanzen, keine Spannteppiche.

  7. Wohnen: Allergen- und staubarme Umgebung. Keine Haustiere, keine Fellkuscheltiere, möglichst rauchfrei.

  8. Freizeit: Klimakur (Hochgebirge, Meeraufenthalt) – Sonne, Licht, Luft tut der Haut gut. Bestrahlung mit UVA-Lampe empfehlenswert.

  9. Sport: Bewegung bei kühler Außentemperatur, in windbewegter Luft oder in kühlem Wasser bevorzugt, zu starkes Schwitzen vermeiden.

  10. Seelisches Befinden: Ausgeglichenheit, spannungsfreie Erziehung, Stress vermeiden, positive Haltung zu Körper und Umwelt.

  11. Berufswahl: Tätigkeiten mit ständigem Kontakt mit Wasser, Staub, Chemikalien, Tieren oder Pflanzen vermeiden.


Fazit

Die Neurodermitis hat jedenfalls erhebliche Auswirkungen auf das psychosoziale Wohlbefinden und die Lebensqualität von Patienten. Häufig treten Komorbiditäten wie Asthma, allergische Rhinokonjunktivitis, Nahrungsmittelallergien und psychische Erkrankungen auf.

Es gibt weiter Hinweise auf eine erhöhte Prävalenz von Depressionen, Angst- und Verhaltensstörungen bei Kindern, die stark von Neurodermitis betroffen sind. 10 Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis haben ein um etwa 50 % höheres Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Zudem erkranken Erwachsene mit Neurodermitis dreimal häufiger an Depressionen als Gesunde. Außerdem liegt die Prävalenz von Suizidgedanken bei über 20 %.

Schließlich stellt Neurodermitis auch eine große finanzielle Belastung für Patienten, ihre Familien und die Gesellschaft durch direkte medizinische Kosten und verminderte Produktivität dar.


Literatur:

Chidwick K, Busingye D, Pollack A, Osman R, Yoo J, Blogg S, Rubel D, Smith S. Prevalence, incidence and management of atopic dermatitis in Australian general practice using routinely collected data from MedicineInsight. Australas J Dermatol. 2020 Aug;61(3):e319-e327. doi: 10.1111/ajd.13268. Epub 2020 Mar 15. PMID: 32173859; PMCID: PMC7496939.

Strathie Page S, Weston S, Loh R. Atopic dermatitis in children. Aust Fam Physician. 2016;45(5):293‐296.

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