Wie betroffene Menschen die Symptome ihrer Tierallergie behandeln können

Tierallergie © Silvia Piccirilli / shutterstock.com

Tierallergie © Silvia Piccirilli / shutterstock.com

Häufig müssen Menschen nicht nur Symptome einer Tierallergie (Tierhaarallergie) behandeln, sondern sind auch gegen andere Tiere allergisch.

Im Grunde genommen sind sehr viele Menschen Tierliebhaber. Dementsprechend leben in unseren Breiten in 4 von 10 Haushalten auch Hunde, Katzen sowie Kleintiere mit Fell. Demgegenüber entwickeln etwa 35 Prozent der Allergiker eine Tierallergie. Das heißt das ist nach den Pollen die zweithäufigste Form derartiger gesundheitlicher Probleme. Das Einfachste wäre hier die Allergenvermeidung, also ein L eben ohne Samtpfoten und Co. Aber viele betroffene Tierliebhaber wollen nicht ohne Tiere leben. Deswegen sind sie auf der Suche nach einem Haustier, auf das sie vielleicht keine Tierallergie entwickeln und damit vermeiden, unangenehme Symptome behandeln zu müssen. Eine neue Form der Diagnostik kann hierzu zumindest Hinweise geben.

Jedenfalls liegt häufig auch nicht nur eine Tierallergie oder eine Tierhaarallergie vor, sondern eine gegen zwei oder mehrere Tierarten beziehungsweise deren Allergene.

Manchmal können Tierliebhaber aber auch auf ein anderes Haustier ausweichen, auf das sie nicht allergisch sind. Mithilfe der neuen Möglichkeiten zur Diagnostik sind bereits einige Nachweise von Einzelallergen möglich. Wobei das dann Hinweise darauf geben kann, auf welchen tierischen Mitbewohner man vielleicht nicht allergisch reagiert.

 

Katze trägt das stärkste Allergen für eine Tierallergie

Eine Tierallergie kommt sehr oft vor, es sind etwa 35 Prozent aller Allergiker, die die typischen unangenehmen Symptome behandeln müssen.. Damit ist die Tierallergie zwar seltener als die Pollenallergie. Sie tritt aber ähnliche häufig auf wie die Hausstaubmilbenallergie.

Unter dem Strich sind offenbar die Katzen am stärksten Allergien auslösend. Sie sind die wichtigste Ursache für Haustierallergien und lösen oft auch Kreuzsensibilisierungen gegenüber anderen Tieren aus. Schließlich sind Tierallergien, bei denen man durch Kontakt mit Hunden oder Pferden die klassischen Symptome behandeln muss, sind häufig weniger stark ausgeprägt.

 

Allergenkarenz bei Tierallergie

Unter dem Strich haben gerade Menschen mit Tierallergie ein Problem, die Erkrankung und ihre Symptome zu behandeln. Denn beispielsweise kommen die bei Pollen- oder auch bei Hausstaubmilbenallergien ursächlich wirkenden Immuntherapien („Allergieimpfung“) bei Haustierallergien kaum zum Einsatz. Dies macht es offensichtlich schwierig, definitivere Schlussfolgerungen über die Rolle der AIT bei Haustierallergien zu ziehen. Allerdings scheinen aktuelle Erfahrungen mit der Immuntherapie darauf hinzuweisen, dass diese bei Tierallergie gute Aussichten hat, in Zukunft häufiger zum Behandeln der Symptome zum Einsatz zu kommen.

Warum das bislang nicht so ist, liegt vor allem daran, dass eine Vermeidung des Kontakts mit den Allergenen ja (prinzipiell) möglich ist. Und zwar durch Verzicht auf den Tierbesitz. Aber Tierfreunde mit Allergien wollen sich damit oft nicht abfinden und suchen nach einem Ausweg. Ein Hund statt einer Katze vielleicht?, kann dann die Frage lauten.

Die schlechte Nachricht ist, dass das möglich aber eher selten ist. Im Grunde genommen zeigen etwa 50 Prozent der Tierhaarallergiker im Test auf Tierallergien eine Sensibilisierung auf mehr als einer Tierart.

Einerseits sind zwar 49 Prozent der Katzenhaarallergiker nur gegen die Katzenhaare sensibilisiert. Andererseits haben aber 30 Prozent zudem auch Allergien gegen ein anderes Tier. Schließlich sind 21 Prozent sogar gegen mehrere Tierarten allergisch.

Zudem haben nur 13,4 Prozent der Allergiker auf Hundehaare ausschließlich eine Sensibilisierung gegen Hundehaare. 48,4 Prozent von ihnen aber auch noch eine Sensibilisierung gegen eine weitere Tierart. Und schließlich 38,2 Prozent gegen mehrere Tierarten.

Kompliziert wird die Situation dadurch, dass die verschiedenen Familien an Allergenen oft bei mehreren Tierarten vorkommen. Umgekehrt enthalten aber wiederum fast alle Tiere Allergene aus mehreren Allergenfamilien.

 

Genaue Austestung mittels neuer Möglichkeiten der Diagnostik

Wenn also ein auf sein bisheriges Haustier allergisch gewordener Tierfreund auf eine andere Tierart ausweichen will, ist eine spezifische Testung notwendig. Dabei wird möglichst genau bestimmt, auf welches Tier oder auf welche Allergene der Betroffene reagiert. Dann kann man abschätzen, ob vielleicht doch der Besitz einer anderen Tierart möglich wäre.


Literatur:

Popescu FD, Ganea CS, Panaitescu C, Vieru M. Molecular diagnosis in cat allergy. World J Methodol. 2021 May 20;11(3):46-60. doi: 10.5662/wjm.v11.i3.46. PMID: 34026578; PMCID: PMC8127422.

Hasler S, Bersuch E, Schmid-Grendelmeier P. Allergieabklärung: wann und wie? [Allergy assessment: when and how?]. Ther Umsch. 2019 Nov;76(6):293-299. German. doi: 10.1024/0040-5930/a001101. PMID: 31762417.

Dávila I, Domínguez-Ortega J, Navarro-Pulido A, Alonso A, Antolín-Amerigo D, González-Mancebo E, Martín-García C, Núñez-Acevedo B, Prior N, Reche M, Rosado A, Ruiz-Hornillos J, Sánchez MC, Torrecillas M. Consensus document on dog and cat allergy. Allergy. 2018 Jun;73(6):1206-1222. doi: 10.1111/all.13391. Epub 2018 Feb 13. PMID: 29318625.

Virtanen T. Immunotherapy for pet allergies. Hum Vaccin Immunother. 2018 Apr 3;14(4):807-814. doi: 10.1080/21645515.2017.1409315. Epub 2017 Dec 21. PMID: 29182437; PMCID: PMC5893203.

Cruz AA, Cooper PJ, Figueiredo CA, Alcantara-Neves NM, Rodrigues LC, Barreto ML. Global issues in allergy and immunology. Parasitic infections and allergy. J Allergy Clin Immunol. 2017 Nov;140(5):1217-1228. doi: 10.1016/j.jaci.2017.09.005. PMID: 29108604.

Liccardi G, Salzillo A, Calzetta L, Piccolo A, Menna G, Rogliani P. Can the presence of cat/dog at home be considered the only criterion of exposure to cat/dog allergens? A likely underestimated bias in clinical practice and in large epidemiological studies. Eur Ann Allergy Clin Immunol. 2016 Mar;48(2):61-4. PMID: 26934742.


Quelle: Österreichische Gesellschaft für Pneumologie

Die mobile Version verlassen