Thymian verbessert Insulinresistenz und zeigt bei Diabetes positive Wirkung

Thymian und sein ätherisches Öl Madeleine hilft auch bei Diabetes. © Steinbach / shutterstock.com

Thymian und sein ätherisches Öl Madeleine hilft auch bei Diabetes. © Steinbach / shutterstock.com

Der Frühblühende Thymian hat sich in der Behandlung zahlreicher Erkrankungen bewährt, wobei die Pflanze auch positive Wirkung bei Diabetes bringen kann.

Bereits im alten Ägypten wurde Thymian bekannt und dessen konservierende Wirkung wurde bei der Vorbereitung der Mumifizierung genutzt. Auch damals wurde die Heilpflanze gegen Magen-Darm-Beschwerden und bei Atemwegsproblemen eingesetzt. Erst im Spätmittelalter wurde der Thymian im deutschsprachigen Raum ein weit verbreitetes Heilmittel. Heutzutage weiss man, dass der Thymian mit seiner Wirkung sogar bei Diabetes die Patienten gegen die Insulinresistenz effektiv helfen.

Der Thymian ist ein Vertreter der Lippenblütengewächsen (Lamiaceae). Einige Arten sind Heil- und Gewürzpflanzen, so auch Thymus praecox. Thymian-Arten sind ausdauernde Halbsträucher, die zumindest an der Basis verholzt sind. Sie wachsen aufrecht bis niederliegend. Wild wachsend kommt der Thymian vor allem in den Ländern rund ums Mittelmeer vor.

 

Positive Wirkung von Thymian bei Diabetes

Frühblühender Thymian (Thymus praecox) gilt schon lange Zeit als türkisches Volksmedikament. Forscher entdeckten, dass Thymus praecox (Frühblühender Thymian) die Glucosehomöostase wiederherstellen kann, somit die Insulinresistenz verbessert und deswegen bei Diabetes hilft. Außerdem wurde in Experimenten die antioxidativen Eigenschaften von Thymol und Carvacrol bewiesen.

Für die Entstehung von Diabetes ist oxidativer Stress („lipid peroxidation“) verantwortlich. Und genau dieser Stress wird durch Thymol sowie Carvacrol vermieden. Diese beiden sekundären Inhaltsstoffe sind Aromate und gehören in die Gruppe der Phenole. Carvacrol ist in der Lage das Wachstum verschiedener Bakterienarten (u.a. Escheria coli, Staphylococcus aureus) zu hemmen. Dabei wird die Zellmembran der Bakterien zerstört.

Darüberhinaus hilft Carvacrol bei der Linderung von Schmerzen, wirkt weiter entzündungshemmend und wärmend, wobei recht ähnlich Thymol wirkt. Der Stoff ist in seiner biologischen Wirksamkeit jedoch etwas effektiver.

 

Thymian macht freie Radikale unschädlich

Enthaltene Flavonoide, das sind sekundäre Pflanzenstoffe sind für die Farbgebung vieler Pflanzen verantwortlich. Die verhindern unerwünschte Oxidationen, indem sie freie Radikale im Organismus unschädlich machen. Die antioxidative Kapazität von Thymian ist jedenfalls im Vergleich zu vielen anderen Küchenkräutern sehr hoch.

 

Thymian in der Küche

In der mediterranen Küche hat der Thymian jedenfalls einen festen Platz. Denn er besitzt einen charakteristischen, sehr würzigen Geschmack. Dabei ist dieser leicht bitter und zudem aber auch ein wenig scharf. Je nach Sorte enthalten sie einen lieblicheren Geschmack.

Sowohl die Intensität des Aromas als auch das Aroma selbst sind von der verwendeten Thymian-Art und vom Anbaugebiet abhängig. Getrockneter Thymian besitzt eine weitaus größere Würzkraft als frische Pflanzenbestandteile. Man kann sowohl die Blätter als auch die Blüten verwenden.

 

Thymol und Carvacrol entfalten antibiotische und desinfizierende Wirkung

Das Würzkraut wurde im Jahre 2006 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Und zwar völlig zu Recht. Denn das enthaltene Thymol, der erwähnte Bestandteil des ätherischen Öls, hat eine sowohl antibiotische als auch desinfizierende Wirkung.

Im Grunde genommen ist der Thymian bekannt als Eisenpflanze. Das hilft Menschen, die an Eisenmangel leiden beziehungsweise bei denen die Eisenaufnahme im Körper gestört ist. Dann hat mit dieser Einschleuserpflanze eine effektive pflanzliche Formel gefunden, dem Organismus die Aufnahme von Eisen zu erleichtern. Tee aus dem Kraut wirkt bei Reizhusten, Keuchhusten und Bronchitis – das ideale Erkältungskraut. Außerdem aktivieren die enthaltenen Enzyme das Immunsystem, deshalb bringt der Thymian auch eine immunisierende Wirkung. Wobei man diese Eigenschaft gar nicht hoch genug loben kann.


Literatur:

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S. HIRSCH, F. GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya- Verlag

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