Therapie der Frühgeborenenretinopathie mit Ranibizumab

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Die Therapie der Frühgeborenenretinopathie mit Ranibizumab ist sicher und effektiv. Sie zeigt auch leichte Vorteile verglichen mit der Lasertherapie.

Die Frühgeborenenretinopathie stellt nach wie vor eine der häufigsten Erblindungsursachen bei Kindern weltweit dar. Eine von der Firma Novartis gesponserte internationale Studie verglich nun die Wirksamkeit des VEGF-Inhibitors Ranibizumab (Lucentis®) zur der Therapie der Frühgeborenenretinopathie. Und zwar im Vergleich mit der der retinalen Laserkoagulation (Lasertherapie).

 

Retinale Laserkoagulation versus Ranibizumab zur Therapie der Frühgeborenenretinopathie

Die bisherige Standardtherapie der retinalen Laserkoagulation kann Nachteile bei den behandelten Kindern mit sich bringen. Dazu zählen beispielsweise die Narbenbildung, Gesichtsfeldeinschränkungen sowie hohe Kurzsichtigkeit.

In 26 Ländern und an insgesamt 87 Zentren wurde daher im Rahmen der RAINBOW Studie untersucht, ob die Injektion des Medikaments Ranibizumab in das Auge erkrankter Kinder bessere Therapieergebnisse gegenüber der herkömmlichen Lasertherapie bietet.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Therapie der Frühgeborenenretinopathie mit Ranibizumab sicher und effektiv ist. Es ist hervorzuheben, dass die Effektivität der Behandlung unter einer Vielzahl durchaus unterschiedlicher Bedingungen weltweit belegt wurde. Und zwar sowohl bei Frühgeborenen in hochindustrialisierten Ländern mit meist ausgezeichneter neonatologischer Betreuung als auch in Ländern in Asien oder Afrika. Bei diesen kann sich der Verlauf der Frühgeborenenretinopathie deutlich von demjenigen in industrialisierten Ländern unterscheiden.

Auch wenn der statistisch signifikante Nachweis einer Überlegenheit von Ranibizumab gegenüber der Lasertherapie mit einem p-Wert von 0,051 ganz knapp verfehlt wurde, war der Anteil der Kinder mit erfolgreichem Behandlungsergebnis in der mit Ranibizumab 0,2mg behandelten Gruppe mit 80% deutlich höher als in der Lasergruppe (66%).

 

Unterschiedliche Dosierungen analysiert

Neben dem direkten Vergleich zur Lasertherapie untersuchte die Studie auch, ob es einen Unterschied zwischen verschiedenen Dosierungen von Ranibizumab gibt (0,1mg vs. 0,2 mg). Dies war in der Studie nicht der Fall. Beide Dosierungen hatten eine vergleichbare Effektivität. Die jetzt publizierten Ergebnisse sind der erste Nachweis einer Wirksamkeit von Ranibizumab in zwei Dosierungen im direkten Vergleich mit der Laserkoagulation. Die im Rahmen der Studie behandelten Kinder werden aktuell in einer Folgestudie nachkontrolliert. Bis zu einem Alter von 5 Jahren, um auch Langzeitsicherheit und funktionelle Ergebnisse untersuchen zu können.

Literatur:

Stahl et al. Ranibizumab versus laser therapy for the treatment of very low birthweight infants with retinopathy of prematurity (RAINBOW). An open-label randomised controlled trial. The Lancet, September 12, 2019
DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)31344-3


Quelle: Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin Greifswald

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