Therapie der Colitis ulcerosa

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Eine zu erwartende, wirksame Behandlung hängt bei Colitis ulcerosa sehr vom Ausmass der Erkrankung sowie vor allem auch der Lokalisation ab.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) stellen häufige Erkrankungen mit hoher Praxisrelevanz dar. Bei der schubartig verlaufenden Colitis ulcerosa  ist ähnlich wie bei Morbus Crohn Ursache und Pathogenese nicht vollständig geklärt. Ziel einer jeden Therapie der Colitis ulcerosa (CU) ist zunächst das Erreichen einer Remission und dann die Remissionserhaltung. Während chirurgische Massnahmen in der Behandlung refraktärer Erkrankung bzw. spezifischer Komplikationen eingesetzt werden, ist die ­Pharmakotherapie das Herzstück in der Therapie dieser Patienten.

 

Behandlung der Colitis ulcerosa

Die Wahl einer möglichen wirksamen Therapie hängt bei Colitis ulcerosa sehr vom Krankheitsausmass und vor allem der Krankheitslokalisation ab. Einerseits eignet sich die linksseitige Colitis ulcerosa gut für eine Lokaltherapie mit Klysmen. Andererseits benötigt beispielsweise die Pancolitis immer auch eine systemische Therapie. Eine Therapie mit Suppositorien ist nur bei distaler, das Rektum involvierende Erkrankung sinnvoll. Eine Pancolitis profitiert allerdings von einer zusätzlichen lokalen Therapie, da damit Leitsymptome der Erkrankung wie Tenesmen und Stuhldrang gut therapierbar sind.

5-Aminosalizylate (5-ASA) sind sowohl in der Akuttherapie als auch der Erhaltungstherapie erfolgreich. Die lokale 5-ASA Therapie mittels Klysmen nimmt heute in der Therapie vor allem der linksseitigen Colitis ulcerosa eine hervorragende Rolle ein und zudem zeigt eine parallele orale Therapie mit einem 5-ASA einen additiven Effekt.

Steroide stellen die nächste Therapiestufe bei Colitis ulcerosa dar und ihre Bedeutung liegt in der Therapie des akuten Schubes, während sie in der Erhaltungstherapie keine Verwendung finden. Klinische Verbesserung bzw. Erreichen einer Remission ist mittels Steroide bei 45–90% der Patienten zu erreichen.

5-ASA spielen in der Erhaltungstherapie der Colitis ulcerosa eine wichtige Rolle und eine Dosierung nahe zur Induktionsdosis ist häufig notwendig. Auch die Lokaltherapie spielt in der Erhaltungstherapie eine wichtige Rolle, benötigt aber eine entsprechende Compliance.

Eine optimale Erhaltungstherapie könnte aus der Kombination eines oralen 5-ASA Präparates (1.5 g/d) mit einer 2 x wöchentlich verabreichenden Lokaltherapie bestehen. Probiotika scheinen zur Zeit vor allem in der Erhaltungstherapie der Colitis ulcerosa von Interesse zu sein. Neben 5-ASA spielen vor allem Azathioprin (AZA) und der anti-TNF Antikörper Infliximab eine wichtige Rolle in der Erhaltungstherapie. Bei Nichtansprechen auf selbige Therapie ist häufig eine Colektomie notwendig.

Weiterführende Informationen:

Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis ulcerosa der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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