Mit Sunitinib Nierenzellkarzinom wirksam behandeln

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Der Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib verzögert das Wiederauftreten von Tumoren bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.

Trotz Entfernung eines Tumors bleibt das Risiko hoch, dass der Krebs nach einigen Jahren in Form von Metastasen in anderen Organen wieder auftritt. Dabei ist das auch die Situation für bestimmte Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Beim lokal fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom hat der Tumor zwar noch keine Metastasen in anderen Organen gebildet. Allerdings kann er in das umliegende Fettgewebe oder in die großen Venen wachsen beziehungsweise in die benachbarten Lymphknoten streuen. Bisher gab es für diese Nierenkrebs-Patienten nach der Operation keine adjuvante Behandlung, die das Wiederauftreten des Tumors verzögert oder gar verhindert. Jetzt scheint es erstmals möglich zu sein, dass die Therapie mit Sunitinib Nierenzellkarzinom-Patienten in diesem Stadium helfen kann.

Eine rezente Studie zeigte, dass es knapp sieben Jahre dauerte, bis nach Behandlung mit Sunitinib Nierenzellkarzinom-Patienten einen Rückfall erleiden. In einer Vergleichsgruppe mit Patienten, die nur Placebo bekamen, trat schon nach gut fünfeinhalb Jahren das Nierenzellkarzinom wieder auf.

 

Mit dem Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib Nierenzellkarzinom gezielt bekämpfen

Der Wirkstoff Sunitinib gehört in die Gruppe der Tyrosinkinase-Hemmer, die die Signalweiterleitung über Rezeptoren ins Zellinnere unterbinden. Und damit blockieren sie die Wachstumsimpulse für die Gefäßversorgung und den Tumor selbst. Als Multi-Target-Tyrosinkinasehemmer kann Sunitinib mehrere verschiedene Tyrosinkinasen hemmen, wodurch sich die ausgezeichnete Wirkung auf gastrale und renale Tumorformen erklärt.

 

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe werden etwa 6 bis 12 Stunden später maximale Plasmaspiegel erreicht. Hohe Plasmabindung (95%) und eine breite Verteilung im Gewebe (Koeffizient 2230 L) sind weitere Charakteristika. Die Ausscheidung von Muttersubstanz und Metaboliten erfolgt zu 60% fäkal und zu 16% renal. Wechselwirkungen sind mit CYP 3A4-Induktoren/ Hemmern zu erwarten. Nahrung hat auf die Kinetik übrigens keinen Einfluss.

 

Nebenwirkungen

Gastrale Nebenwirkungen stehen im Vordergrund. Der gelbe Wirkstoff kann die Haut gelblich verfärben und den Haarton verändern, was aber unbedenklich ist. Als häufigste Nebenwirkungen (20% >) stellte man Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit, Stomatitis, Sodbrennen und Erbrechen fest.

 

Aktuelle Ergebnisse zu Sunitinib

Im Grunde genommen ist Sunitinib auch ein Wirkstoff, der zur Therapie von jeden Patienten zum Einsatz kommt, bei denen bereits Metastasen im ganzen Körper auftreten. Nun wurde es in einer großen, weltweiten Studie auch an mehr als 600 Patienten mit lokal fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom getestet. Die Hälfte der Patienten schluckte alle zwei Monate täglich für jeweils vier Wochen den aktiven Wirkstoff. Die andere Hälfte hingegen mit gleichem Ablauf das Placebo. Nach insgesamt einem Jahr Behandlung folgte die Auswertung. Danach zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die mit Sunitinib Nierenzellkarzinom bekämpften, deutlich gegenüber Placebo profitierten.

Literatur
Ravaud et al. Adjuvant Sunitinib in High-Risk Renal-Cell Carcinoma after Nephrectomy. New England Journal of Medicine, DOI: 10.1056/NEJMoa1611406

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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